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Einen umfassenden Jahresbericht legte der Vorsitzende des Bernbeurer Tourismusvereins, Franz Hipp (stehend), bei der Jahreshauptversammlung ab. Mangels Interessenten wurde aber kein neuer Vorstand gefunden.

tourismusverein bernbeuren

Erfreuliche Zahlen, aber kein Vorstand

Bernbeuren - Erfreuliche Zahlen für Vermieter und Verein hat Franz Hipp bei der Generalversammlung des Tourismusvereins Bernbeuren verkündet. Mit knapp 13 400 Übernachtungen ergab sich im vergangenen Jahr eine Steigerung von 4,8 Prozent, bei den Ankünften ein Plus von 1,7 Prozent.

Im abgelaufenen Vereinsjahr sind von den Bernbeurer Touristikern zwei Gästeehrungen vorgenommen, zahlreiche Messen besucht, die Homepage neugestaltet, das innerörtliche Leitsystem und die Infotafeln zum Abschluss gebracht sowie der äußerst erfolgreiche Kreativmarkt veranstaltet worden. Der Vereinsvorsitzende Franz Hipp warb jetzt bei der Hauptversammlung mit Geschäftsführerin Angela Schweiger außerdem für die Königscard, die derzeit nur acht Unterkünfte anbieten kann.

Im Tourismusbüro kämen eigentlich nur Anfragen rein, die nach Vermietung inklusive der Königscard anfragen würden, erklärte Schweiger den Anwesenden. Auch der Tourismusverband Pfaffenwinkel würde derzeit versuchen, in den Anbieterkreis der Königscard reinzukommen, stellte Hipp die steigende Nachfrage klar.

"Unsichtbare Aktivitäten" gewürdigt 

Der Kassenbericht von Angela Schweiger bot erfreuliche Zahlen, und so wurde die Entlastung der Vorstandschaft einstimmig erteilt.

Bürgermeister Martin Hinterbrandner würdigte die oft auch „unsichtbaren Aktivitäten“ des Vereins und was dieser alles für den Ort organisiert – wie die Pflege und Reparaturen der Feuersteinschlucht hinauf bis zum Römerrundweg, des Brettlewegs, der Wanderwegbeschilderung oder dert Blumenbeete an den Ortseingängen. Vieles davon komme nicht nur den Touristen zugute, sondern auch den Einheimischen.

Wie bereits im Vorfeld von der Vorstandschaft befürchtet, wurde bei den darauffolgenden Neuwahlen keine neue Vorstandschaft gefunden. Vorsitzender Franz Hipp, sein Stellvertreter Georg Sontheimer, die Beisitzer Klaus Berkmüller und Angelika Weber standen nach zum Teil 30 Jahren nicht mehr zur Verfügung. Geschäftsführerin Angela Schweiger, Schriftführerin Silke Gebhardt und Beisitzerin Christine Krause hätten sich dagegen erneut zur Wahl gestellt.

In sechs Wochen erneut Mitgliederversammlung

Ohne Vorsitzenden gebe es allerdings keine vertretungsberechtigten Personen, und daher entfiel dann auch die komplette Wahl, klärte Hinterbrandner mit der Ankündigung der daraus resultierenden Schritte auf. In sechs Wochen wird nun eine weitere Mitgliederversammlung einberufen, zu der wieder alle 30 aktiven und 29 passiven Mitglieder eingeladen sind. Bis dahin bleibt die alte Vorstandschaft im Amt. Wird dann wieder keine Vorstandschaft gefunden, könnte an diesem Tag mit der Zustimmung von zwei Dritteln aller Mitglieder der Verein aufgelöst werden. Kommt diese Mehrheit nicht zustande, kann dies bei einer erneuten Versammlung mit der einfachen Mehrheit beschlossen werden.

Über eine Auflösung des Vereins wollte an diesem Abend aber noch niemand reden, denn denkbar wäre auch eine Übergangsvorstandschaft, die nur ein Jahr im Amt ist und nochmals versucht zu eruieren, wie es weitergehen soll.

Bei den anschließenden Redebeiträgen wurde deutlich, dass noch einmal gezielt auf Personen zugegangen werden muss, die vielleicht auch anderweitig vom Tourismus einen Nutzen haben. Denn dass der „Tourismusverein kein reiner Vermieterverein“ sein muss und soll, waren sich Hinterbrandner und die Anwesenden einig. Hipp bedankte sich in diesem Zusammenhang noch bei Schweiger, die im Tourismusbüro den Großteil der Arbeit mit Schriftverkehr, Telefon, Kassenführung und Internetpräsenz erledigt. „Für einen künftigen Vorsitzenden ist es schön zu arbeiten, und mir hat es immer sehr viel Spaß gemacht“, so die Werbung von Hipp für einen Nachfolger.

Hans Eurisch und Franz Hipp forderten außerdem eine klare Stellung der Gemeinde zum Thema Tourismus: „Wenn die Gemeinde nicht bereit ist, hier massiv positiv aufzutreten, dann hat es auch eine neue Vorstandschaft schwer.“ Der Gemeindechef antwortete darauf, dass „in den vergangenen zehn Jahren eine Million Euro plus Förderung in Projekte der Infrastruktur investiert wurden“. Und auch Altbürgermeister Heimo Schmid gab zu bedenken, dass „vom Tourismus alle Vorteile haben, denn die Bevölkerung partizipiere mit“.

Abschließend fand noch ein Gedankenaustausch zur Veränderung in der Tourismusbranche statt, denn viele Gäste blieben nur noch zwei oder drei Tage, und Pilgerwege durch den Ort brächten nur kurze Aufenthalte. Dazu gehe aus Schätzungen des Tourismusverbands Pfaffenwinkel hervor, dass 70 bis 80 Prozent reine Tagestouristen seien, die aus Augsburg oder München in Massen den Auerberg hochwandern und abends wieder weg seien.

Die nächste Versammlung

des Bernbeurer Tourismusvereins mit Neuwahlen findet am Mittwoch, 13. April, um 20 Uhr in der Gaststätte der Auerberghalle in Bernbeuren statt.

Kathrin Zillenbiehler

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