Bernbeurer Haushalt wird nicht schöngerechnet

Bernbeuren - Zeitig dran ist die Gemeinde Bernbeuren mit ihrem Rechenschaftsbericht für das Jahr 2014. Dieser wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates vorgestellt und abgesegnet.

Eingangs wurden dabei die über- und außerplanmäßigen Ausgaben vorgelegt. Diese würden sich alle in einer völlig normalen Größenordnung bewegen, erläuterte Kämmerer Florian Budschied dem Gremium. „Die gibt es jedes Jahr. Wenn man zwölf Monate im Voraus plant, ist es ganz normal, dass mal etwas kaputtgeht.“

Die größte zusätzliche Einzelausgabe, die die Gemeinde 2014 hatte, war ausgerechnet die Kreisumlage (rund 46 000 Euro mehr als geplant). Nachdem aber im Gegenzug auch rund 42 000 Euro mehr an Einkommenssteuer in die Kasse floss als im Haushaltsansatz eingeplant, kann Bernbeuren dies verkraften. Die Ausgaben für Breitband decken sich ebenfalls.

Ursprünglich nicht vorgesehen waren die Arbeiten an der Schule (Heizung und Schallschutz), beim Bauhof musste ein Fahrzeug ersetzt werden. Alle aufgezählten Punkte seien bereits während des Jahres behandelt und beraten worden, die Genehmigung der Ausgaben also nur Formalität. So sahen dies auch die Gemeinderäte und segneten diesen Punkt einstimmig ab. Ein Nachtragshaushalt war nicht notwendig.

„2014 hat es keinen schöngerechneten Haushalt gegeben, sondern einen vorsichtig aufgestellten“, ergriff Bürgermeister Martin Hinterbrandner das Wort. Das war auch gut so, wie sich am Ende herausstellen sollte: Die Mehreinnahmen werden aufgefressen von einem Steuerrückgang. „Die Tränen treten mir in die Augen, wenn man sich die Kreisumlage ansieht“, so Hinterbrandner. Die Entlastung der Regierung für 2015 sei wohl eher ein „Ausrutscher“ gewesen, 2016 müsse man wohl wieder mit einer deutlich höheren Kreisumlage rechnen.

Ebenfalls ein weinendes Auge hat der Bernbeurer Gemeindechef, wenn er auf die Abrechnung des Schulverbandes blickt: Zwar sei die Schule insgesamt teurer geworden, aber Ersparnisse bei den Gastschulbeiträgen bedeuteten immer auch, dass die Schülerzahlen rückläufig seien. „Wir haben eine hervorragende Schule in Steingaden, man muss sich nur die Vermittlungszahlen bei den Ausbildungsstellen ansehen“, bekräftigte Hinterbrandner. Da müsse man sich schon fragen, ob der Realschulabschluss in Schongau besser sei als der M-Zweig in Steingaden.

Als zufriedenstellend sieht die Bernbeurer Verwaltung an, dass man im Oktober nicht den Verlockungen erlegen sei, Geld auszugeben, das noch - vorausschauend geplant - auf dem Konto lag. So habe man den Haushalt mit Bedacht gut aufstellen können. Beim Winterdienst sparte und spart man überdies kräftig. „Frau Holle sei dank - weniger Schnee bedeutet immer auch mehr Geld in den Kassen“, umschrieb es Kämmerer Budschied. Einige Ausgaben gebe es zwar immer, aber die Gemeinde spart allein an Überstundenzahlungen, Benzinkosten oder Ersatzteilen für die Fahrzeuge im Winterdienst. 250 bis 500 Euro würden so pro Tag, an dem es nicht schneit, weniger anfallen. Auch musste man im Jahr 2013 weniger Kredit aufnehmen als vorgesehen, was sich im Haushalt 2014 ebenfalls niederschlägt.

Nahezu „eine Punktlandung“ (Budschied) konnte man bei den Maßnahmen im Rathaus hinlegen (Heizung): 206 000 Euro kostete die Sanierung, 200 000 Euro waren angesetzt gewesen.

Günstiger als geplant kam der Posten Umbau/Bau Kindergarten/Kinderkrippe: Das Bistum Augsburg hatte noch eine Finanzspritze gegeben. Diesen Posten nahm Budschied erneut zum Anlass, die Gemeinde davor zu warnen, selbst die Trägerschaft dieser Einrichtung übernehmen zu wollen. „So lange die Kirche Träger ist, zahlt sie zehn Prozent des Defizits sowie einen Zuschuss bei den Baukosten. Außerdem hat man keine Arbeit und keinen Ärger.“ Die Gesamtkosten lagen bei rund 678 000 Euro.

Beim Ausblick in die Zukunft sieht es allerdings eher düster aus. Kämmerer Florian Budschied: Der Schuldenstand steigt, und die jährliche Tilgungsleistung sinkt.“

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