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Die Teilnehmer des Erasmus-Projekts mit ihren Europässen

Interkultureller Austausch

30 Teilnehmer haben jetzt einen Europass

Schongau - Der globale Wettbewerb führt zu neuen Anforderungen. Bereits zum zweiten Mal schickten die Beruflichen Schulen Schongau 30 Schüler zum interkulturellen Austausch für drei Wochen nach London. Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer Europässe.

„Sie haben mit dem Projekt einen großen Schritt gemacht. Sie wissen, was dieses Projekt für einen Mehrwert für Sie hatte“, adressierte Stephan Plichta vom Staatsministerium für Bildungsqualität und Bildungsforschung und verantwortlich für das EU-Bildungsprogramm Erasmus+, der eigens zum Festakt angereist war, an die Teilnehmer des Projekts. Gleichzeitig bescheinigte er den Lehrern großes Engagement, denn es ist gar nicht so einfach, an die Fördergelder von Erasmus+ zu kommen.

Das konnten Silke Kinker und Martina Heim, die das Projekt federführend betreuten, nur bestätigen. Ein 40-seitiges Antragsformular war nicht der einzige Aufwand, den sie betreiben mussten. „Ihr wart eine tolle Truppe und es hat viel Spaß gemacht“, meinte Silke Kinker trotzdem. 28 Teilnehmerinnen und zwei Teilnehmer aus kaufmännischen Berufen, wie Bank-, Industrie-, Büro-, Automobil-, Einzelhandels- sowie Groß- und Außenhandelskaufleute verbrachten drei Wochen in London und erwarben sich mit dem Europass, indem ihre Tätigkeiten aufgeführt werden, eine wertvolle Zusatzqualifikation.

Auf dem Programm standen ein einwöchiger Sprach-Intensivkurs im ADC-College, die restlichen beiden Wochen verbrachten die Schongauer Berufsschüler als Praktikanten in den verschiedensten Betrieben vom Immobilienmakler, über Hotels bis hin zu Colleges und Veranstaltungsmanagement. Untergebracht waren die Teilnehmer bei Gastfamilien, in denen sie auch gleich die multikulturelle Vielfalt in London von indischen bis afrikanischen Familien kennenlernen durften.

Dort konnten sie auch eintauchen in den typisch englischen Lebensstil von Essgewohnheiten bis hin zu beengtem Wohnraum in der Großstadt. Natürlich durften auch Shopping und Freizeitvergnügungen nicht zu kurz kommen. Betreut wurden die Schüler, die sich in vier Vorbereitungsseminaren auf den Auslandsaufenthalt eingestimmt hatten von sechs Lehrkräften der Berufsschule, die jeweils zu zweit eine Woche lang vor Ort waren. Neben Sprachkenntnissen und neuen beruflichen Erfahrungen haben die Teilnehmer des Projekts auch an Selbstbewusstsein gewonnen, wie ihre Lehrerinnen feststellten.

In Gruppen präsentierten sie die verschiedenen Aspekte des Austauschs, vom Vergleich von deutschem und englischen Marketing und Gegebenheiten in der Arbeitswelt bis hin zu den Freizeit-Aktivitäten, die die Gruppe großteils selbst organisiert hatte. Schulleiter Thomas Schütz fasste es so zusammen: „Von diesem Austausch profitieren die Auszubildenden, die Betriebe und unsere Region gleichermaßen. Durch die persönliche und fachliche Weiterentwicklung der Auszubildenden wird ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen Sicherung des Wirtschaftsstandortes und zur Förderung gut ausgebildeter Fachkräfte geleistet.“

Einen Dank richtete er an die Lehrer für das Engagement, an die Schüler für ihren Mut zum Austausch und an die Betriebe und Ausbilder für die Unterstützung. Letztere hatten immerhin ihren Azubis drei Wochen am Stück Sonderurlaub gewährt, manche auch einen finanziellen Zuschuss. Aus dem Erasmus+-Bildungsprogramm kamen nämlich etwa 1000 Euro pro Auszubildenden, rund 600 Euro von den Kosten des Austauschs musste jeder Teilnehmer selbst aufbringen. Großes Lob gab es auch von Stephan Plichta: „Es ist die Zierde einer Schule, so etwas anzubieten.“

Ursula Fröhlich

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