Die Gruppe „Zwischentöne“ verbreitete bei ihrem Konzert im Welfenmünster in Steingaden viel Harmonie. Foto: rwg

Besinnliche Zwischentöne im Welfenmünster Steingaden

Steingaden - „Der Himmel ist nicht an einem bestimmten Ort. Der Himmel ist überall, wo Harmonie ist“, konnte man auf einem Spiegel geschrieben in der liebevoll herbstlich geschmückten Eingangshalle des Welfenmünsters in Steingaden lesen.

Kerzen in weißen Lampions wiesen den Weg zur Kirche und schmückten auch im Innenraum den Gang zum Altar.

Die 40 Chormitglieder erschienen in dunkler Kleidung und warmgrünen Schals - das Konzert der Gruppe „Zwischentöne“ gestaltete sich für Besucher schon rein optisch als vollkommen harmonisch. Und dass die Menschen harmoniebedürftig sind, dass sie sich nach Einklang und Frieden sehnen, das bewies der enorme Besucherandrang an diesem Abend: das Welfenmünster war nicht nur voll besetzt, es wurden auch noch zahlreiche Bänke und Stühle hineingetragen, und ein Teil der Zuhörer verfolgte das einstündige Konzert im Stehen.

Die Gruppe „Zwischentöne“ gibt nicht regelmäßig Konzerte, sie singen auf Anfrage bei Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten, manchmal jedoch finden sie einen Anlass, einen Anknüpfpunkt, um eine eigenständige Aufführung zu gestalten.

Der Tod hat bei diesem Konzert eine Rolle gespielt, es ist November, der Monat des Totengedenkens. Die Ehefrau eines Chormitglieds ist unlängst verstorben - Anlass genug für den Chor „Zwischentöne“, einen besinnlichen Abend anzubieten. Unter dem Motto „Ankommen“ sangen und musizierten die Chormitglieder um den roten Faden Tod und Auferstehung, Leid und Glück, Suche und Ankommen mit ausgewählten Liedern und nachdenklichen Texten. Da hörte man sanfte Weisen wie das schwedische Lied „Gabriellas song“, das der Chor in der Originalsprache sang. Man präsentierte das Werk „Ubi caritas“, einen Wechselgesang einer handschriftlichen Aufzeichnung aus St. Gallen aus dem achten Jahrhundert, als a-Capella Stück sehr schwierig zu singen, das aber unter der musikalischen Leitung von Margit Riesemann-Lang bravourös dargeboten wurde. Es waren auch fröhliche, aufbauende Lieder zu hören wie „Ein Stück von deinem Weg mit uns“ oder „Ankommen“ von Kathi Stimmer-Salzeder. Steingadens Pfarrer Petrus-Adrian Lerchenmüller, der bei dem Konzert ein elektronisches Klavier spielte, dankte zum Abschluss den Mitwirkenden und im Vorgriff den potentiellen Spendern. Der Erlös dieses Konzertes kommt dem Pollinger Verein Palliahome zu Gute, der vor vier Jahren gegründet wurde und Schwerstkranke unterstützt.

Das gemeinsam mit dem Chor gesungene Lied „Die Freude sucht sich ihren Weg“ als erklatschter Abschluss, machte die Harmonie des Abends vollkommen, und für viele Besucher wird sich der auf einem weiteren Spiegel zu lesende Spruch nach diesem Konzert bewahrheitet haben: „Das Wesentliche im Umgang miteinander ist nicht der Gleichklang, sondern der Zusammenklang“.

rwg

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