Bestattungen in Hohhenfurch

Misstöne um die letzte Ruhe

Hohenfurch - Die letzte Ruhe auf dem Hohenfurcher Friedhof zu finden, könnte sich künftig schwieriger gestalten: Hintergrund ist, dass die bisherige Bestattungsfirma, die sämtliche Arbeiten rund um eine Beerdigung übernommen hatte, ihre Zusammenarbeit aufgekündigt hatte.

Nachdem es einige Misstöne gegeben hatte, war das Beerdigungsinstitut, das bislang neben allen anderen Arbeiten rund um die Beerdigung auch die sogenannten hoheitlichen Aufgaben übernommen hatte (Grabaushub, Sicherung des Grabs und des Nachbargrabs und Verschluss des Grabs), seinen Vertrag mit der Gemeinde nicht verlängert hat. Deshalb schrieb die Gemeinde die Position neu aus – mit dem Ergebnis, dass keins der zwölf angeschriebenen Bestattungsunternehmen Interesse bekundete. 

Früher erledigte das der Grabmacher

Früher, so der Hohenfurcher Bürgermeister Guntram Vogelsgesang, gab es in jeder Gemeinde sogenannte Grabmacher, die diese Arbeit übernahmen. Doch die sind schon lange Geschichte. Fakt ist, dass besagte hoheitliche Aufgaben für die meisten Bestattungsunternehmen offenkundig finanziell unattraktiv geworden sind, viele nur noch die anderen Aufgaben übernehmen möchten. In der Schönachgemeinde soll dem jedoch ein Riegel vorgeschoben werden. 

Hoheitliche Aufgaben bald Privatfinanziert?

Der Rathauschef ist deshalb der Ansicht, hoheitliche Aufgaben künftig so zu regeln, dass diese von dem Bestattungsunternehmen, das mit der Beerdigung von Angehörigen beauftragt wurde, entweder selbst übernommen werden müssen oder zu einem für die Hinterbliebenen annehmbaren Preis fremd vergeben werden sollen. Hierbei müsse allerdings gewährleistet sein, dass das ausführende Unternehmen für diese Arbeiten auch entsprechend qualifiziert sei. 

Josef Schmidbauer (SPD) schlug in diesem Zusammenhang vor, eine Liste von Bestattungsunternehmen zu machen, die in der Lage sind, die Aufgaben auszuführen und die Liste in der Gemeinde entsprechend bekannt zu machen. „Wenn es nicht anders geht, müssen wir das wohl so machen“. meinte auch Vize-Bürgermeister Josef Epple von den Freien Wählern, der von einer „unguten Situation für die Betroffenen“ sprach. 

Maximalbetrag für Grabarbeiten?

Der Gemeindechef hat sich auch bereits mit dem Geschäftsstellenleiter der VG Altenstadt, Sebastian Ostenrieder, kurz geschlossen, um zu eruieren, ob man einen Maximalbetrag für Grabarbeiten festlegen könne, damit die Kosten für die Angehörigen im Falle einer Fremdvergabe des Bestattungsunternehmens nicht ins Uferlose steigen

Zudem schlug der Bürgermeister vor, die Akkreditierung der Bestattungsunternehmen, denen die Arbeiten künftig nach Überprüfung des Qualitätsstandards genehmigt werden sollen, auf ein Jahr zu begrenzen. „Dann können wir feststellen, wie es läuft und entscheiden, wie wir in der weiteren Zukunft verfahren wollen.“

Komplett-Bestatter künftig die Ausnahme

Über eines müsse man sich allerdings klar sein: Die Zahl der Beerdigungsinstitute, die künftig eine komplette Bestattung im Hohenfurcher Friedhof vornehmen dürfen, werde sich deutlich verringern. 

Zugestimmt wurde vom Gremium letztlich dem Beschluss, dass der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die Satzung so zu verändern, dass künftig nur noch Bestatter zugelassen werden, die auch die Übernahme der hoheitlichen Arbeiten garantieren können. Am 19. Januar – bei der ersten Sitzung im neuen Jahr – will man sich des Themas dann nochmal annehmen.

Stephan Penning

Rubriklistenbild: © dpa

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