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Stolz auf ihr tolles Abitur: Caroline Steinbrecht im heimischen Garten in Hohenpeißenberg.

Beste Abiturientin 2016

Das Talent in die Wiege gelegt

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Schongau - Erstmals seit sieben Jahren gibt es am Schongauer Welfen-Gymnasium keinen 1,0-Abiturienten. Doch Caroline Steinbrecht aus Hohenpeißenberg ist mit ihrem 1,1-Schnitt mehr als zufrieden – damit hätte sie nämlich nie gerechnet.

Gemütlich sitzen die drei Mädels morgens um kurz nach 9 Uhr auf der Terrasse und frühstücken Müsli. „Wir hatten eine Übernachtungsparty, nichts großes, nur ein paar Filme anschauen“, sagt Caroline Steinbrecht. Die große Party steigt sowieso am Wochenende – zum einen, weil ihre große Schwester Nicole, die vergangenes Jahr Abitur gemacht hat, am Samstag nach halbjährigem Au-Pair von der Insel Reunion zurückkommt; zum anderen, weil sie am Sonntag 18 Jahre alt wird. Und bei der Notenvergabe am nächsten Freitag kann sie noch einmal feiern. Denn mit 1,1 hat sie den besten Schnitt aller Abiturienten am Schongauer Welfen-Gymnasium – witzigerweise vor ihren beiden Freundinnen auf der Terrasse, die mit 1,2 und 1,3 knapp hinter ihr geblieben waren. „Ich war total überrascht, das hätte ich nie gedacht“, sagt die Hohenpeißenbergerin über ihr Spitzenergebnis.

Vater ist Physiker, Mutter Kanadierin

Vor allem mit Deutsch, wo sie in der Abiturprüfung „nur“ 11 von 15 möglichen Punkte hat, also umgerechnet die Note 2, ist sie „super zufrieden. Das hat mir noch nie gelegen.“ In der 11. Klasse gab es da durchaus mal Dreier oder Vierer, verrät sie. Daneben stehen aber die Spitzen-Ergebnisse von 15 Punkten in Englisch und Mathematik – und die sind ihr quasi in die Wiege gelegt worden. „In Mathe war ich schon immer gut“, sagt Caroline. „Da bin ich manchmal völlig blank in Prüfungen gegangen und hatte keine Probleme.“ Papa Wolfgang arbeitet als Physiker am Observatorium auf dem Hohen Peißenberg, offenbar hat er seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse weitervererbt. Ihre Mutter Fiona wiederum ist als gebürtige Kanadierin aus Toronto für die Englisch-Kenntnisse ihrer Tochter verantwortlich gewesen. „Ich bin zweisprachig aufgewachsen“, sagt Caroline, und Mama Fiona ergänzt lachend mit unüberhörbarem Akzent: „Oft mit denglisch.“ Hängengeblieben ist offenbar trotzdem genug.

Bleiben noch die beiden mündlichen Fächer mit 14 Punkten in Musik („ich habe lange Geige gespielt“) und Wirtschaft, wo sie ausnahmsweise keine günstigen Voraussetzungen hatte: „Das interessiert mich einfach so“, sagt Caroline und lacht. Sie sei einfach fast in allen Fächern immer gut gewesen, ohne viel machen zu müssen, sagt sie achselzuckend. „Glück gehabt“, meint Mama Fiona.

Wie es weitergeht, weiß Caroline noch nicht genau

Möglicherweise fängt sie ein Physik-Studium an, dann würde sie endgültig in Vaters Fußstapfen treten. Ins Ausland, wie ihre Schwester und so viele andere Abiturienten, zieht es sie nicht. „Vielleicht später einmal“, sagt Caroline. Bevorzugter Studienort ist Augsburg, auch nicht so weit weg. Die Noch-17-Jährige ist bodenständig und verwurzelt, spielt zum Beispiel Handball beim TSV Schongau, fährt gern Ski und auch Rad. „Letztes Jahr haben wir eine Trans-Alp-Überquerung gemacht, da braucht man Durchhaltevermögen“, sagt Caroline und meint grinsend: „Das war schwerer als das Abitur.“

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