Kirsten Hosse Lokale Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel

Bike-Park: Förderung bis zu 100 000 Euro

Schongau - Neue Hoffnung für den Schongauer Bike-Park. Er ist unter den ersten drei Projekten der neuen Leader-Förderperiode. Zuschuss eventuell 100 000 Euro.

Die Nachrichten waren schlecht auf der Schongauer Bauausschuss-Sitzung Mitte Juni. Schließlich mussten die Kosten für den Bike-Park an der Schärflshalde oberhalb des Eisstadions von geplanten 150 000 auf 191 000 Euro heraufgeschraubt werden. Doch Stadtbaumeister Ulrich Knecht hatte sich extrem optimistisch gezeigt, dass der Bike-Park durch das Leader-Programm gefördert werden wird. Es waren keine leeren Hoffnungen: Der Bike-Park ist mit zwei weiteren Projekten (siehe Kasten) tatsächlich empfohlen worden.

Das lag laut Kirsten Hosse von der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel (LAG AL-P) unter anderem daran, dass das Vorhaben schon gut bekannt war. Die Stadt hatte bereits vor mehr als einem Jahr angefragt, allerdings war das damalige Leader-Förderprogramm gerade am Auslaufen. „Es war zu knapp, deshalb haben wir gesagt, wir versuchen es mit dem neuen Programm“, so Hosse. Für den Zeitraum von 2014 bis 2020 stehen insgesamt 1,1 Millionen Euro für Einzelprojekte zur Verfügung, zusätzlich gibt es 400 000 Euro für Kooperationsprojekte. Und die Verantwortlichen der Auerbergland-Aktionsgruppe waren froh, mit einem so gut vorbereiteten Projekt wie dem Bike-Park in die neue Förderphase starten zu können.

Bei der Sitzung des 25-köpfigen Lenkungsausschusses vergangenen Donnerstagabend, dem unter anderem zahlreiche Bürgermeister und Verbandsvertreter angehören, wurde das Vorhaben einstimmig befürwortet. „Es passt perfekt zur lokalen Entwicklungsstrategie“, sagte Hosse. Unter anderem sei es ein Ziel, Bereiche zu gestalten, in dem sich jeder wohlfühle - das treffe auf den Bike-Park, der für Jedermann, ob jung oder alt, offensteht, zu. Ob Sicherung des Freizeit- oder Verbesserung des Radsportangebots, der Bike-Park passe in viele Kategorien, die für eine Leader-Förderung wichtig seien. Auch nicht zu unterschätzen: Ein vergleichbares Projekt gibt es im weiteren Umkreis nicht, außerdem sollen ehrenamtliche Paten und die Nutzer selbst sich um die Pflege der Anlage kümmern. Das sei ein wichtiges Kriterium, da so die Eigenverantwortung der großen und kleinen Radler gestärkt werde.

Laut Hosse gibt es in den zahlreichen Kategorien Punkte, die für eine positive Förderung erreicht werden müssen. Die Höchstpunktzahl beträgt demnach 42, mindestens müssen es 23 sein. Der Bike-Park hat 30 Punkte geschafft, liegt also im Mittelfeld. „Das ist trotzdem richtig gut, weil manche Projekte gar nicht alle Punkte erzielen können und übergreifende Kooperationsvorhaben immer höher bewertet werden“, erklärt Hosse.

Beworben hatte sich die Stadt mit einer Fördersumme von 100 000 Euro. Da nicht alles förderfähig ist und der Zuschuss höchstens 50 Prozent betragen kann, ist noch nicht genau klar, wie viel letztlich an der Stadt hängenbleibt. Auf jeden Fall wird es billiger als die ursprünglich reservierten 150 000 Euro, die ohne den Zuschuss deutlich überschritten worden wären.

Wie geht es jetzt weiter? „Es wird ein Antrag an das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten gestellt“, so Hosse - was erst in einigen Tagen möglich sein wird, weil die notwendigen Formblätter noch gar nicht vorliegen. Doch Eile ist ohnehin nicht geboten, weil die Stadt den Bike-Park sowieso erst nächstes Frühjahr vollenden will. Theoretisch könnte das Kemptener Amt die Förderung übrigens kürzen, „aber das ist noch nie passiert“, so Hosse. „Normal folgen die dem Votum des Lenkungsausschusses.“

Boris Forstner

Auch interessant

Kommentare