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Perfekter Ort zum Ausspannen: Die Sozialpädagogin Ursula Feichtmair (r.) erläuterte in der Langau einer Gruppe des Bürgervereins am Lech den Ablauf der Erholungswoche für pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz.

Bildungs- und Erholungsstätte in der Langau

Für eine kleine Auszeit  der Angehörigen: Demenzhelfer suchen Verstärkung

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Die Bildungs- und Erholungsstätte in der Langau ist oberbayernweit das einzige Haus, das Erholungswochen für pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz anbietet. Das Projekt ist sehr erfolgreich angelaufen, verlangt den Helfern aber einiges ab. Auch deshalb wird jetzt ehrenamtliche Verstärkung gesucht.

Steingaden „Die ersten Erfahrungen waren überwältigend, die Nachfrage ist groß“, sagt Ursula Feichtmair, die das Projekt in der Langau ins Leben gerufen hat. In der Bildungs- und Erholungsstätte nahe der Wieskirche gibt es seit vielen Jahren Angebote für Familien mit behinderten Kindern. Dank des Engagements der Sozialpädagogin und ihrer Kollegen können sich dort jetzt auch Angehörige von Demenzkranken von der täglichen Belastung erholen.

Die Betreuung der Menschen, deren Gedächtnis nachlässt und die sich allein in ihrer Umgebung nicht mehr zurechtfinden, verlangt Ehepartnern und Kindern einiges ab. Viele kümmern sich Tag und Nacht um ihren demenzkranken Partner. Das eigene Leben gerät immer mehr ins Hintertreffen. In der Langau haben die Angehörigen jetzt die Gelegenheit, einmal los zu lassen und ihre Lieben in beste Hände zu geben.

Langau ist genau der richtige Ort für eine Auszeit

„Freiraum für eigene Aktivitäten, Ausflüge oder Austausch mit Betroffenen gehören meist zu aufgeschobenen Bedürfnissen der versorgenden Angehörigen“, weiß Ursula Feichtmair. Die Langau sei in einer der schönsten Landschaften Deutschlands und somit „genau der richtige Ort, sich eine Auszeit vom belastenden Alltag zu gönnen“.

Für eine Woche können sich Angehörige zusammen mit dem demenzkranken Familienmitglied in der Langau bei Vollpension einbuchen. Der nächste Termin Ende August ist schon wieder voll, für die Woche vom 27. Oktober bis 3. November gibt es noch Restplätze. Sechseinhalb Stunden täglich werden die Patienten betreut, die Angehörigen können sich in der Gruppe mit anderen Angehörigen austauschen, haben aber auch Zeit für Spaziergänge und Ausflüge.

Demenzkranke fühlen sich sehr wohl

Die Demenzkranken wiederum fühlen sich nach den Worten der Sozialpädagogin in der Zeit sehr wohl. Einige wollen immer wiederkommen. Die Frauen und Männer werden von zwei Fachkräften und vier geschulten ehrenamtlichen Helfern umsorgt, es gibt ein abwechslungsreiches Gruppen-Programm. Die Betreuungskosten können mit der Pflegekasse abgerechnet werden.

Das Team der Betreuungskräfte habe sich nach Angaben Feichtmairs gut eingespielt, doch benötige man für weitere Urlaubsangebote noch mehr interessierte Mitarbeiter, sagt die Sozialpädagogin, die intensiv nach Verstärkung sucht. Jüngst hatte sie bereits eine Gruppe des Bürgervereins am Lech zu Gast, der ebenfalls pflegende Angehörige entlastet. Einige Damen werden das Team in der Langau in Zukunft verstärken.

Informations- und Einführungsveranstaltung am 6. August

Weitere Interessierte sind für Dienstag, 6. August, zu einer Informations- und Einführungsveranstaltung in die Langau eingeladen. Von 14.30 bis 17.30 Uhr werden ihnen Ziele und Aufgaben der Betreuungsgruppe Demenz erläutert. Angesprochen sind laut Feichtmair nicht nur geschulte Demenzhelfer, es könne auch hospitiert werden. Bei einer Mitarbeit im Betreuerteam in der Langau erhalten die Ehrenamtlichen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 8 Euro pro Stunde.

Anmeldungen:

für die Informationsveranstaltung am 6. August werden unter Telefon 08862/91020 oder per Mail an efad@langau.de entgegengenommen.

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Die Bildungs- und Erholungsstätte Langau bei Steingaden ist mehr als nur ein Haus, das machten die Redner, unter ihnen die Bayerische Landtagspräsidentin Barbara Stamm anlässlich der Einweihungsfeier deutlich.

Der Bürgerverein am Lech hat Ehrenamtliche zu Demenzhelfern ausgebildet. Die knapp zwei Dutzend Männer und Frauen sollen in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkte Senioren betreuen.

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