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Stehempfang: Beim Stehempfang im Rotter Pfarrheim zeigte sich Bischof Konrad Zdarsa (2. von rechts) sehr offen und gesprächsbereit.

Bischof Konrad Zdarsa zu Besuch am Lech

Bischof-Besuch eine Stärkung der Pfarreiengemeinschaft Lechrain

Rott - Hoher Besuch in der Pfarreiengemeinschaft Lechrain: Bischof Konrad Zdarsa ist zur Pastoralvisitation an den Lech gekommen. Und er verkündete dabei auch einige interessante Neuigkeiten.

Es war ein großer Tag für die Gläubigen aus den sechs Pfarreien des südlichen Lechrains. Da konnte selbst das schlechte Wetter den Teilnehmern des Kirchenzugs nichts anhaben: Die Vereine aus den einzelnen Pfarreien, die Musiker, die Kommunionkinder und die Kirchenbesucher trotzten dem Regen und marschierten vom Rotter Pfarrheim zur Pfarrkirche.

Dort feierten alle zusammen mit dem Bischof einen sehr feierlichen Gottesdienst, der von den Kirchenchören aus Rott, Ludenhausen und Wessobrunn unter der Leitung von Thomas Becherer sehr ansprechend musikalisch gestaltet wurde. Die „Missa brevis a tre voci“ von Michael Haydn war zu hören. Pfarrer Michael Vogg begrüßte eine große Schar von Gläubigen und bedankte sich beim Bischof für die Stärkung, die die Pfarreiengemeinschaft durch die Pastoralvisitation erfahren habe.

Der Bischof rief die Gläubigen anschließend dazu auf, sich zu ihrem Glauben zu bekennen – auch wenn es manchmal Mut brauche, etwa vor Arbeits- oder Vereinskollegen dafür einzustehen. Er kritisierte die Tatsache, dass Veranstaltungen oder Wettbewerbe oftmals am Sonntagvormittag stattfänden – also zu der Zeit, wenn die Gottesdienste abgehalten würden.

Kirchenzug: Dem Regen zum Trotz zogen die Vereine aus den sechs Pfarreien unter musikalischer Begleitung vom Rotter Pfarrheim zur Kirche.

Was Zdarsa aber besonders am Herzen lag, war die traditionelle christliche Beerdigung. Und diese sehe vor, dass der Sarg noch während der Trauerfeier der Erde übergeben werde. Dies werde oftmals so nicht mehr praktiziert.

Nach dem gemeinsamen Gottesdienst nahmen viele Gläubige die Gelegenheit wahr, mit dem Bischof noch ein paar persönliche Worte zu wechseln. Dieser gab sich offen und sehr gesprächsbereit.

Bereits am Vormittag hatte eine Andacht in Reichling stattgefunden, in der der Bischof begrüßt wurde. Untertags nahm sich Zdarsa viel Zeit für Gespräche mit den Verantwortlichen, den Mitarbeitern und den einzelnen Gremien der Pfarreiengemeinschaft. Dabei wurden auch einige Probleme angesprochen – etwa der erneute und überraschende Kaplanswechsel nach nur einem Jahr – und das Fehlen des Gemeindereferenten.

Umso erfreulicher: Ab dem 1. September gibt es sowohl einen neuen Kaplan als auch eine Pfarrhelferin. Der Bischof verkündete die interessante Neuigkeit persönlich: „Johannes Kargl wird neuer Kaplan der Pfarreiengemeinschaft und ab September die Nachfolge von Pater Julius antreten.“ Der 35-jährige Priester stammt ganz aus der Nähe – aus Puchheim bei München. Zur Zeit ist er allerdings noch in Österreich in Blindenmarkt als Seelsorger tätig. Kargl gehört der Ordensgemeinschaft SJM (Gemeinschaft der Diener Jesu und Mariens) an. Und da die Pfarreiengemeinschaft schon seit längerer Zeit keinen Gemeindereferenten mehr hat, wird jetzt ab dem 1. September halbtags eine Pfarrhelferin eingestellt. Sie heißt Michaela Hilbring und kommt aus Fuchstal- Seestall.

Weiteren Personalbedarf gäbe es allerdings noch in der Verwaltung. Hier wurde der Pfarreiengemeinschaft in Aussicht gestellt, dass sie möglicherweise zusammen mit einer anderen Pfarreiengemeinschaft einen Verwaltungsleiter bekommen könnte. Momentan übernimmt Pfarrer Vogg auch sehr viele Verwaltungsarbeiten selbst.

Bei den persönlichen Gesprächen ging es aber auch um die Beerdigungsrituale. Pfarrer Michael Vogg hat diesbezüglich vom Bischof den Auftrag bekommen, mit den Bürgermeistern der Gemeinden über das Thema zu sprechen. Der Bischof wünscht, dass die Särge in Anwesenheit der Trauergäste in den Boden gelassen werden und nicht erst dann, wenn alle den Friedhof verlassen haben. Innerhalb der Pfarreiengemeinschaft wird dies nicht einheitlich gehandhabt, da jeder Ort seine eigenen Traditionen hat und diese auch beibehalten wurden.

Manuela Schmid

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