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Der Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs, an dem an Silvester die Übergriffe passierten.

Bisher nur positive Erfahrungen

Kölner Vorfälle in Schongau unvorstellbar

Schongau - Die Übergriffe von Asylbewerbern auf Frauen in Köln und anderen Städten sind auch im Schongauer Land ein Gesprächsthema – doch bei weitem kein so emotionales. Denn solche schwerwiegenden Vorfälle hat es in Schongau und Umgebung bisher nicht gegeben. Und auch kaum vorstellbar.

„Unsere Asylbewerber verhalten sich alle super, sie sind höflich, freundlich und überhaupt nicht aufdringlich“, versichert Theresia Atzenbeck, die von den Somaliern in Schongau liebevoll „Mama“ genannt wird. Gelegentlich wird sie auch umarmt – aber aus reiner Dankbarkeit und keineswegs aus plumper Anmache.

„In unserem Helferkreis sind auch Frauen, die regelmäßig die Asylbewerber in der Pöllandtstraße in Schongau aufsuchen und sie betreuen“, berichtet Theresia Atzenbeck. Und diese Flüchtlinge dort seien überhaupt nicht aufdringlich, sondern überaus gastfreundlich. „Sie bieten den Helfern immer was zu trinken an und laden sie auch zum Essen ein, wenn gerade Mittagszeit ist“, weiß Atzenbeck zu berichten. Und sie wollen sich gerne unterhalten, mit den Menschen in Kontakt kommen, damit sie auch Fortschritte beim Lernen der deutschen Sprache machen.

Was die Vorfälle in Köln betrifft, bittet Theresia Atzenbeck darum, die Flüchtlinge nicht pauschal zu verurteilen. Außerdem müsste erst geklärt werden, wer bei den Attacken in Köln genau dahinterstecke, und ob diese Vorfälle nicht provoziert worden seien, um die Asylbewerber allgemein in ein schlechtes Licht zu rücken. Diesen Verdacht hat auch Sonja Zeug, die ebenfalls beim Schongauer Helferkreis Asyl aktiv mitarbeitet und bei der Betreuung der Flüchtlinge mithilft.

Auch in Peiting sind bisher nur positive Erfahrungen mit Asylbewerbern gemacht worden. „Die sind ja froh, dass man ihnen hilft“, erzählt Monika Heerd vom Peitinger Helferkreis Asyl. Außerdem seien die Flüchtlinge in Peiting dezentral in Wohnungen untergebracht, also kleinere Einheiten, die überschaubar sind und zu denen persönliche Kontakte bestehen. Also kein Vergleich zu den Menschenmassen wie in einer Großstadt.

Und bei den persönlichen Kontakten mit den Asylbewerbern würden diese auch darüber informiert, dass die Frauen in Deutschland gleichberechtigt mit den Männern sind und nicht unterdrückt werden dürften wie in manchen arabischen Ländern.

Dass die Vorfälle in Köln zu verurteilen seien, auf diesem Standpunkt steht auch der Schongauer Ralf Schnabel. „Das ist absolut menschenunwürdig“, sagt er. Allerdings ruft er dazu auf, sachlich zu bleiben und zuerst einmal aufzuklären, was in Köln wirklich los war. Man dürfe die Ausländer nicht alle in einen Topf werfen.

„Auf meine Aktivitäten für die Flüchtlingshilfe werden die Vorfälle in Köln und anderen Städten keinen Einfluss haben“, kündigt Ralf Schnabel auf Anfrage der Heimatzeitung an.

„Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Schongau ist uns von solchen Vorfällen wie in Köln definitiv nichts bekannt“, versichert der Schongauer Vize-Polizeichef Manfred Maier.

mg

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