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Musikalische und literarische Schmankerl servierten (von links) die Pfaffenwinkel Horn Connection Max Helbig, Klemens Schedel, Uli Notz, Christopher Huber, Peter Matzneller und Andreas Fuchs, Hans Schütz sowie die Peitinger Holzbläser Daniela Schnackenberg (Flöte), Reinhard Knopp (Klarinette), Alexander Schnackenberg und Hans Piehler (beide Fagott).

„Bläserklang und Wortgesang“

Mundart und plätschernde Weisen

Peiting - Mit „Bläserklang und Wortgesang“ setzten Hans Piehler und Andreas Fuchs vom Förderverein Musik in Peiting im vergangenen Jahr einen neuen Akzent in der vielschichtigen Kulturszene. Schade nur, dass man wegen des schlechten Wetters die Freiluftveranstaltung erneut vom Peitnachbogen südlich St. Michael in den Pfarrsaal verlegen musste.

Anscheinend kam das an St. Petrus gerichtete Gedicht, das Hans Schütz an den Anfang stellte, für heuer zu spät. Sicherheitshalber wäre es gut, wenn Bürgermeister Michael Asam im kommenden Jahr bei der Wallfahrt nach Andechs mitgeht und dort eine große Kerze stiftet. Dann könnte sein Traum von einer Serenade am 2005 geschaffenen Peitnachzugang vielleicht doch noch während seiner Amtszeit wahr werden.

Nachdenkliche Wort von Hans Schütz

Die Stimmung im Pfarrsaal konnte das regnerische Wetter nicht trüben. Servierten doch die Peitinger Holzbläser und das Pfaffenwinkler Hornbläserensemble zusammen mit Hans Schütz ein Schmankerl nach dem anderen. Mit „Lützows Wilde Jagd“ von Carl Maria von Weber legten die sechs Hörner gleich schneidig los. „Fidele Grünröcke“ sowie der Jägerchor aus dem Freischütz von Carl Maria von Weber weckten bei den Heimatfreunden Erinnerungen an frühere Jagden, wie sie in den Kalendern von Heinrich Haeffner zwischen 1885 und 1900 vermerkt sind.

Hans Schütz ließen sie auch nachdenklich werden hinsichtlich der Verbauungen der Flüsse (Lechhirsch wohin) und der Waldwirtschaft mit dem Bau von „Forstautobahnen“. Zurück an die Peitnach führten die Holzbläser mit „Die launige und die kleine Nachtforelle“ von Franz Schöggl. Mit der Wassermusik („Alla Hornpipe“ und „Menuett“) von Georg Friedrich Händel aus der Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges spannte Hans Piehler wiederum einen Bogen zu Peiting und verwies auf die alte Tuffsäule vor Kurzenried mit der Jahreszahl 1715.

Natur hautnah erleben

An seine Kindheit am Lech mit der Auenlandschaft erinnerte Hans Schütz in einem Prosastück. Eine Liebeserklärung an den Pfaffenwinkel seine Mundartgedichte wie auch die Lechsymphonie. An der Ammer können die Kinder heute wie einst die Schnalzbrüder die Unberührtheit der Natur hautnah erleben. Schütz Gedichte „Ammerschluchtflucht“, „Kalkofensteg“ und „Kiesls Lied“ weckten nicht nur bei der 90-jährigen Afra Brennauer Erinnerungen. Eine Hommage an die Aktivitäten zur Renaturierung im Schwarzlaichmoor und Weiter Filz mit dem größten Bestand an Zwergbirken in Mitteleuropa das „Moormärchen“.

Und weil sich der Altbürgermeister immer noch in seinem Heimatort engagiert, widmeten ihm die Holzbläser ein Stück – „dem Klement seines“. Die Pfaffenwinkel Horn Connection brillierten mit „Es klappert eine Mühle am rauschenden Bach“ ebenso wie mit „Locus Iste“ von Anton Bruckner. „Is scho still am See“ von den Holzbläsern ließ Schütz seine tiefsinnigen Gedichte „Alles in Fluss“, „W wie Wildnis“ und „Peitinger Impressionen“ folgen.

Mit „Fragen an die Villa Rustica“ verwies er gleich an die nächste Folge von Bläserklang und Wortgesang am 29. Juli in den Neukirchwiesen. Dort gibt es dann zusätzlich noch kulinarische Leckerbissen aus der römischen Küche serviert.

Mit „Feierobnd“ verabschiedeten die Hornisten schließlich ihr aufmerksames Publikum und setzen mit „Guten Abend, gute Nacht“ noch eins drauf.

Gerhard Heiss

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