600 Jahre Hammerschmiede: Besitzer und Buchautor Peter Götz beim Festakt im Ballenhaus Schongau. Foto: wk

Bleibendes Geschichtszeugnis

Schongau/Schwabsoien - Mit einem Festakt im Schongauer Ballenhaus hat die Gemeinde Schwabsoien das 600-jährige Bestehen der Hammerschmiede „Beim Lazar“ samt Buchvorstellung gefeiert.

Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer sagte, Schmiede-Besitzer Peter Götz habe mit diesem Buch der langen Reihe der Besitzer und der Geschichte der Hammerschmiede ein Denkmal gesetzt. Zum Festakt eingeladen waren Ehrengäste, Heimatpfleger und Vertreter historischer Sammlungen sowie Bürgermeister aus der Umgebung und die Gemeinderäte aus Schwabsoien.

Eingeladen wurden von Bürgermeister Siegfried Neumann zudem alle beteiligten Bürger, „ohne deren Mithilfe dieses historische Ereignis nicht zustande gekommen wäre“. Zum Festakt gebeten wurden aber auch die insgesamt zwölf Sponsoren, die, so Schwabsoiens Bürgermeister Siegfried Neumann, „den Druck des Buches erst ermöglicht haben“.

Peter Götz erinnerte in seinem Rückblick an seinen Urgroßvater, der 1886 die Hammerschmiede erworben hatte. 100 Jahre später, 1986, kaufte Götz die Schmiede und stellte konsequent deren ursprünglichen Zustand wieder her. Die Dorfchronik von Lehrer Wille aus den vierziger Jahren sei bei seinen Recherchen für das Buch „600 Jahre Hammerschmiede“ eine wichtige Quelle gewesen. Fündig sei er zudem auf der Burg Harburg, im Klosterarchiv in Füssen und den Staatsarchiven Augsburg und München geworden. Auch habe er bei seinen Recherchen immer wieder Rat und Hilfe von Helmut Schmidbauer in Anspruch genommen.

Derweilen war es dem Kreisheimatpfleger vorbehalten, die 600 Jahre Hammerschmiede beim Festakt historisch aufzuarbeiten und den Inhalt des Buches im Detail zu erläutern. „Es ist ein schönes Buch, das allein durch sein Äußeres attraktiv daher kommt.“ Mühlen, so Schmidbauer, hätten seit ältester Zeit einen Sitz im Innern der Menschen, was schon Sprichworte wie „Mühlen mahlen langsam“, oder „Wer zuerst zur Mühle kommt, soll zuerst mahlen“ belegen.

Der Kreisheimatpfleger erinnerte an ein geflügeltes Wort bei Pflege und Unterhalt von Mahlmühlen und Hammerschmieden. „Drei Dinge brauchen viel Zeit - Mühlen, Weiber und Uhren.“ Schmidbauer erinnerte an die Mühlenbauer aus den Klöstern in Steingaden, Rottenbuch und St. Mang in Füssen, erwähnte Hammer-, Schleif- und Sägemühlen und die städtische Getreidemühle am Mühlkanal in Schongau aus dem Jahr 1410.

Das Buch „600 Jahre Hammerschmiede“ hat Autor Peter Götz, 52, in mehrere Abschnitte unterteilt: Mühlengeschichte mit dem historischen Teil, Eigentumsverhältnisse, Produktionsmittel und Produktion, Beschäftigung der Mühlenbetreiber und schließlich, im letzten Teil, die spannende Umwandlung zur Hammerschmiede.

Helmut Schmidbauer sagte, „Peter Götz hat mit diesem Buch ein bleibendes Geschichtszeugnis gesetzt“. Heide Krauthauf, Vorsitzende des Historischen Vereins Schongau Stadt und Land, war ebenfalls begeistert. „Peter Götz hat minutiös die vielen Jahre der Hammerschmiede nachgezeichnet.“ Dem Buch wünsche sie viele interessierte Leser. Dem Schwabsoiener Bläserquintett mit seinem Leiter Gerhard Schmid indes war es vorbehalten, den Festakt in Schongau mit Chorälen und klassischen Stücken musikalisch zu gestalten.

Walter Kindlmann

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