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Präsente zum Abschied: (v.l.) Maschinenring-Geschäftsführer Georg Saur, stellvertretender Beiratsvorsitzender von Bürgerwind Manfred Schwaiger, der ehemalige Geschäftsführer Peter Krecu und Beirats-Vorsitzender Dominikus Häuserer.

Bürgerwind Pfaffenwinkel GmbH

Es bleibt die Hoffnung – Peter Krecu verabschiedet

Peiting - Vier Jahre lang war Peter Krecu ehrenamtlicher Geschäftsführer bei der Bürgerwind Pfaffenwinkel GmbH. 2015 schied er aus gesundheitlichen Gründen aus. Jetzt wurde er im kleinen Kreis verabschiedet.

„Ausgebrannt und abgebrannt“, so kann man die Gründe auf den Punkt bringen, die Peter Krecu veranlassten, sein Amt bei Bürgerwind Pfaffenwinkel niederzulegen. Burnout und der Brand in seinem Wohnhaus machten es für ihn notwendig, umzudenken und sein Leben neu zu ordnen, wie er erzählte. Über 1600 ehrenamtliche Arbeitsstunden und 7000 im Dienst der Bürgerwind Pfaffenwinkel gefahrene Kilometer kamen in den vier Jahren bei Peter Krecu zusammen, wie wie der Vorstandsvorsitzende des Beirats der Bürgerwind Pfaffenwinkel Dominikus Häuserer aufzählte. Und das zusätzlich zu seiner Vollzeit-Stelle als Projekt-Manager bei UPM. 

Krecu hat das Projekt geformt

„Peter Krecu hat das Projekt Bürgerwind Pfaffenwinkel von Anfang an in die Hand genommen und geformt“, so Häuserer. Dabei habe er auch meist ein Tempo vorgelegt, bei dem der Beirat selten mithalten konnte, was die Ursache für manch hitzige Diskussion war. Nichtsdestotrotz habe Krecu die Bürgerwind Pfaffenwinkel mit seinem professionellen Vorgehen weit über die Landkreisgrenzen bekannt gemacht, eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erreicht und viele Kontakte geknüpft. Dem Rückenwind von Bürgern und den 62 Gesellschaftern der Bürgerwind Pfaffenwinkel habe aber ein politischer Gegenwind gegenübergestanden. So sei der Versuch, eine Baugenehmigung für die geplante Anlage zu bekommen, ein Versuch geblieben.

Kletter-Utensilien als Geschenk

„Ohne dich wäre die Bürgerwind Pfaffenwinkel nicht das, was sie heute ist. Du hast da viel Herzblut hineingesteckt“, adressierte Dominikus Häuserer, der ebenfalls aus dem Vorstand ausschied an Peter Krecu. Als kleines Dankeschön gab es einen Gutschein für einen Kletter-Ausstatter, damit Krecu seine wieder gewonnene Freizeit auch genießen könne. Ein Präsent der besonderen Art bekam Krecu aus den Händen seines ehemaligen Kompagnons und heutigen Geschäftsführers der Bürgerwind Pfaffenwinkel, Franz Schwaiger. Eine Metallskulptur eines Don Quichotte vor einer Windkraftanlage. „Es geht uns wie Don Quichotte. Ein Kampf gegen Windmühlen aber für Windräder“, so Schwaiger.

Maschinenring-Geschäftsführer Georg Saur betonte, wie wichtig gerade in den schwierigen Anfangszeiten eine kompetente Person wie Peter Krecu für die Bürgerwind Pfaffenwinkel gewesen sei. „Ich habe einiges von dir lernen dürfen“, resümierte Saur. Angefangen von Projektarbeit mit hoher Transparenz bis hin zu Dokumentation und Controlling. „Wir hätten das nicht in dem Rahmen leisten können, wenn wir diese Arbeit bezahlen hätten müssen“, so Saur, der Krecu und Häuserer zum Windrad-Rundflug einlud.

4700 ehrenamtliche Arbeitsstunden

Insgesamt haben der Beirat und die Geschäftsführung rund 4700 unentgeltliche Arbeitsstunden investiert. Eine Arbeit, die nicht umsonst gewesen sein soll. Derzeit ruht das Projekt, um auf günstigere politische Zeiten zu warten. „Wir haben den Bauantrag vorläufig gestoppt, um die Kosten zu minimieren“, erläuterte Krecu. Es laufen aber Gespräche mit dem Landratsamt und Icomos, der deutschen Behörde für die Unesco in Paris. Letztere hatte Bedenken wegen der Nähe der geplanten Anlage zur Wieskirche angemeldet. „Es bleibt die Hoffnung, das Projekt in ein paar Jahren wieder aufzugreifen“, so Peter Krecu, der sich nach eigenem Bekunden in der Rolle des Beobachters inzwischen sehr wohl fühlt.

Ursula Fröhlich

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