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Dramatische Kulisse unter dunklen Wolken: Die Bergmesse am Schmauzenberg wurde in diesem Jahr von Blitz und Donner begleitet.

Rottenbuch

Blitz und Donner bei der Bergmesse

Rottenbuch -  Blitz, Donnerschläge und Regen: In dramatischer Kulisse fand die diesjährige Bergmesse auf dem Schmauzenberg, veranstaltet von der Musikkapelle Rottenbuch, dem Trachtenverein Illachtaler sowie dem Veteranenverein, statt.

Kommen sehen hatte es eigentlich keiner, dass innerhalb kürzester Zeit schwarze Wolken aufziehen und ein Blitz nebst deftigem Donnerschlag den Gottesdienst eröffnen könnte. Aber die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt und Diakon Hans Steinhilber eröffnete den weihevollen Akt mit der Hoffnung, dass der Wind den Regen abhalten möchte. Das einleitende Stück der Blaskapelle Rottenbuch war kaum verklungen und die etwa 100 Gläubigen stimmten unter der Leitung von Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern das Lied „Lasst loben uns mit Freudenschall“ an, als die ersten Tropfen fielen. Die wuchsen sich schnell zu einem stattlichen Platzregen, begleitet von Donnergrollen, aus und gaben den Anwesenden, die nur zum kleinen Teil mit Schirmen und Regenkleidung ausgerüstet waren, Gelegenheit, sich in Gottvertrauen zu üben.

 „Ein bissel mulmig wird einem da schon“, gab eine Besucherin angesichts der Blitze und der exponierten Stelle des Gottesdiensts auf einer frei liegenden Kuppe zu. Bei der Tageslosung aus dem Brief an die Hebräer, die mit den Worten „Ihr seid nicht zu einem sichtbaren, lodernden Feuer hingetreten, zu dunklen Wolken, zu Finsternis und Sturmwind“ begann, mussten die Anwesenden dann aber doch schmunzeln. Trachtenvereinsvorstand Tobias Erhard, der allen Mitwirkenden dankte, vermutete, dass der Fehler im früheren Beginn lag, der nicht „nach oben“ mitgeteilt wurde. Angesichts des Predigttextes schien es gar, als hätte Steinhilber selbst den feuchten „Beitrag“ von oben heraufbeschworen.

 „Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen“, zitierte Steinhilber die Worte Jesu anlässlich der Hochzeit im Hause eines Pharisäers. Und weiter: „Wer sich selbst erhöht wird erniedrigt werden!“

 Man konnte schon fast denken, dass die Bergmesse an diesem traumhaften „Ehrenplatz“ mit fantastischem Blick den „Fingerzeig“ von oben provoziert hatte. Diakon Hans Steinhilber fackelte im Anblick der klatschnassen Besucher dann auch nicht lange. „Alles Gute kommt von oben. Wir spüren es“, meinte er und beendete seine Predigt vorzeitig und zügig mit der klaren, knappen Botschaft: „Den Willen Gottes sollt ihr tun! Amen!“ Die Geschwister Kirchhofer aus Burggen kürzten ihren musikalischen Beitrag dagegen nicht ab. Und – siehe da – beim gemeinsamen Abschlusslied kamen dann auch schon die ersten Sonnenstrahlen wieder hinter den zuvor dunklen Wolken hervor. Das kommentierte Steinhilber dann auch mit den Worten: „Der Schluss ist biblisch. Wer durchhält im Glauben, wird die Krone des Lebens empfangen."

Ursula Fröhlich

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