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Das war einmal ein Baum: In diese völlig zerstörte Fichte hat der Blitz am 5. August um 3.03 Uhr eingeschlagen, ist sich Marcus Schaeffer sicher.

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 Knall-Rätsel scheinbar gelöst

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Böbing - Ein lauter Schlag hat in der Nacht auf 5. August die Bürger im Schongauer Land in Aufregung versetzt. Nun meldet sich Marcus Schaeffer zu Wort. Der Böbinger hat Recherchen angestellt und sagt: „Ich weiß, was der große Knall war!“

Wer kann sich noch an das explosionsartige Geräusch erinnern, das in der Nacht auf den 5. August um etwa 3 Uhr das Schongauer Land erschütterte? Tags darauf war die Spekulations-Freude bei den Lesern groß. Auf Merkur.de und der Facebook-Seite der Schongauer Nachrichten meldeten sich viele Bürger, die das Geräusch auch gehört haben.

Jetzt wandte sich Marcus Schaeffer aus Böbing an die Heimatzeitung. Mit dem Thema Wetter beschäftigt er sich seit 1998 aufgrund einiger erlebter Unwetter. „Im Jahr 2000 habe ich die Zugbahn eines Tornados anhand der hinterlassenen Schäden rekonstruiert und dokumentiert.“ In Böbing betreibt er eine eigene Wetterstation für private Zwecke. „Durch den heftigen Einschlag am 5. August wurde ich auch aufgeweckt“, schreibt er.

Ein einsamer Blitz ist in der Nacht nahe Schongau registriert worden. Doch der hatte es in sich.

Grund genug, um sich umfassend in die Materie hineinzufuchsen. Möglichkeiten gibt es im Internet einige. Denn dort bieten Portale Blitzortungssysteme an, die nachvollziehen lassen, wo und wann genau ein Einschlag passiert ist. „Die Recherche auf Kachelmannwetter.com und dem Tool Blitzanalyse ergab einen Volltreffer um 3.03 Uhr am 5. August, und zwar am Lech zwischen Schongau und Burggen nahe Rossau“, so der 46-Jährige Familienvater. Und weiter: „Bei dem Blitz handelte es sich um einen positiven Erdblitz. Die Stromstärke war mit 147kA sehr stark.“

Wie der Böbinger mittels eines Wikipedia-Artikels ausführt, soll sich ein solcher positiver Blitz aus dem oberen, positiv geladenen Teil der Wolke (Amboss) zum Boden entladen. Diese Blitze seien stärker als negative Blitze und könnten kilometerweit vom Gewitter entfernt einschlagen. Zudem würden sie länger als ein negativer Blitz dauern, hätten dementsprechend eine größere Energie und könnten einen weit größeren Schaden anrichten. „Der Donner ist durch den länger anhaltenden Potenzialausgleich lauter, einem Knall ähnlich, und wird von einem niederfrequenten Poltern oder Rumpeln begleitet.“

Fichte ist regelrecht explodiert

Als das geklärt ist, geht die genaue Suche nach der Einschlagsstelle los. Und das war laut dem 46-Jährigen gar nicht so schwer. „Bereits von der alten Römerstraße (Feldweg) erkennt man eine zerstörte Fichte in rund 200 Metern Entfernung am Hang zum Lech.“ Die Fichte sei regelrecht explodiert. „Im unteren, stehen gebliebenen Teil, ist der Stamm komplett gespalten“, so der Böbinger weiter. Bei sehr starken Blitzeinschlägen erhitze sich das im Baum gespeicherte Wasser schlagartig und verdampft. „Durch den starken Druck explodiert der Baum“, so Schaeffer. Verbrennungsspuren oder sonstige Spuren des Blitzes finde man nicht.

Wenn es nach Schaeffer geht, ist die Ursache des großen Knalls geklärt.“ Interessant ist diese These allemal. Aber auch glaubwürdig? Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes ausführt, sind solche Methoden im Internet bei der Blitzanalyse durchaus gefragt. „Leider gibt es kaum mehr Wetterbeobachter, die auch nachts vor Ort sind. Gibt es einen Blitzeinschlag mit Schadensfolge, verweisen wir auch auf Internet-Portale.“

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