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Das Thema Mobilfunk interessierte die Bürger im Gasthof Haslacher.

Teilflächennutzungs- und Bebauungsplan

Mobilfunk: 122 Böbinger äußern Bedenken

Die unendliche Geschichte um den Mobilfunk in der Gemeinde Böbing geht weiter. Am Montagabend wurden in der Gemeinderatssitzung im Gasthaus Haslacher die Stellungnahmen zum Teilflächennutzungsplan für Mobilfunkanlagen und zum Bebauungsplan zur Lenkung der Mobilfunkversorgung vorgetragen. Für die gut 100 Besucher eine schwer verdauliche Kost.

Böbing – Es war eine öffentliche Gemeinderatssitzung wie sonst auch. Allerdings standen diesmal lediglich zwei Themen auf der Tagesordnung. Und wegen des allgemeinen Interesses zu diesem Thema hatten Bürgermeister und Gemeinderat vorsorglich mit dem Gasthof Haslacher einen größeren Ort gewählt. Zurecht, wie sich zeigte, denn gut 100 Besucher wollten hören, wie es weiter geht in Sachen Mobilfunkstandorte.

Seit 2014 bewegt das Thema nun schon die Gemeinde, die mittlerweile in Sachen Mobilfunk 50 000 Euro ausgegeben hat, wie Bürgermeister Peter Erhard erklärte. „Wir hätten es einfacher haben können, aber man wollte einen Wildwuchs von Funkanlagen verhindern. Und genau dafür ist ein enger gesetzlicher Rahmen gesetzt.“

Was dann folgte, war schwere Kost für die Besucher. Zwei Mitarbeiterinnen des Landschaftsarchitekten Frank Müller-Diesing trugen zwei Stunden lang die Stellungnahmen Böbinger Bürger und der Träger öffentlicher Belange mit den dazu gehörenden Erwiderungen und Einordnungen des Architekturbüros vor. Beim Teilflächennutzungsplan erstreckten sich diese über 33, beim Bebauungsplan über immerhin 15 Seiten. Allein 122 Böbinger hatten nach Auslegung der Planung Einwände oder Bedenken schriftlich geäußert. „Da wird ersichtlich, in welchem Spannungsfeld wir uns da bewegen,“ meinte Erhard.

Ausnahmsweise waren in der Gemeinderatssitzung Fragen aus dem Publikum zugelassen. Ein Besucher aus Garmisch-Partenkirchen meinte, er bewundere die Gemeinderäte, die dies alles verstanden hätten. „Ich nicht.“ Gutachter Hans Ulrich erwiderte, das Konzept müsse so sein, dass es nicht zu Fall gebracht werden könne. Rechtsanwalt Frank Sommer sagte, man dürfe den Ermessensspielraum der Gemeinde nicht überstrapazieren.

Auch Sabine Mühlbauer von der Interessensgemeinschaft „Böbing – unser Dorf soll gesund bleiben“ war sich nicht sicher, wie viele Bürger das in zwei Stunden Vorgetragene verstanden hatten. Sie hielt im Anschluss ein Kurzreferat über Strahlenbelastung und bemängelte, dass verlässliche Werte in den Stellungnahmen fehlten. Man habe über Vieh, Landschaft und Denkmäler gesprochen. „Niemand spricht über unsere Gesundheit.“ Hans Ulrich meinte dazu, ein Gutachten müsse zukunftsoffen sein. Man brauche in Böbing je einen Standort im westlichen und einen im östlichen Gemeindeteil. Die hohe Zahl von sechs – ein Standort an der Flurgrenze zu Schöffau wurde wegen Einwänden der Naturschutzbehörde herausgenommen – sei derzeit noch notwendig, weil noch mit keinem Grundstückseigentümer verhandelt worden sei.

Schließlich meinte Josef Pleier: „Ich steh voll und ganz hinter dem Konzept der Gemeinde“. Er bekam dafür reichlich Applaus aus den Reihen der Besucher. Peter Erhard gab zu, dass es ihn vor dieser Sitzung wochenlang gegraust habe. Er bitte um Verständnis, dass die Gemeinde in Sachen Mobilfunk in ein sehr enges Korsett gezwängt worden sei. Ihm sei schon klar, dass man es nicht jedem recht machen könne.

Und wie geht es jetzt im Verfahren weiter? Sowohl Flächennutzungsplan als auch Bebauungsplan werden mit den Stellungnahmen versehen und den Trägern öffentlicher Belange erneut zugeleitet. Der Rathauschef hofft, dass im Februar oder März 2018 die nächste Gemeinderatssitzung in Sachen Mobilfunk stattfinden kann. Voraussichtlich wieder im Gasthof Haslacher.

Walter Kindlmann

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