In die Modernisierung ihrer Kläranlage hat die Gemeinde Böbing in den vergangenen Jahren rund 200 000 Euro gesteckt.
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In die Modernisierung ihrer Kläranlage hat die Gemeinde Böbing in den vergangenen Jahren rund 200 000 Euro gesteckt.

Böbing passt nach zehn Jahren seine Satzung an – Grundgebühr verdoppelt

Das Abwasser wird teurer

Böbing – Die Böbinger müssen für die Entsorgung ihres Abwassers ab dem 1. April tiefer in die Tasche greifen. Der Grund: Die Abwassergebühren waren in den vergangenen Jahren nicht mehr kostendeckend. Rund 20 000 Euro musste die Gemeinde Jahr für Jahr drauflegen.

Seit dem Jahr 2011 sind die Abwassergebühren in Böbing unverändert geblieben. 2,10 Euro pro eingeleiteter Kubikmeter Abwasser und 36 Euro Grundgebühr im Jahr waren fällig. Neuerdings, das hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten einstimmig beschlossen, beträgt die Gebühr pro Kubikmeter Abwasser 2,70 Euro. Verdoppelt hat sich hingegen die Grundgebühr von 36 auf 72 Euro.

Verwaltungs-Gemeinschafts-Geschäftsführer Peter Vogt hat hochgerechnet, dass eine vierköpfige Familie, die im Jahr 100 Kubikmeter Abwasser in den Kanal einleitet, künftig rund 90 Euro im Jahr mehr bezahlen muss. Also gut sieben Euro pro Monat. „Diese Mehrbelastung ist durchaus vertretbar“, sind sich Bürgermeister Peter Erhard und Peter Vogt einig.

Die Grundgebühr wird nach dem Nenndurchfluss der verwendeten Wasserzähler berechnet. Befinden sich auf einem Grundstück nicht nur vorübergehend mehrere Wasseranschlüsse, so wird die Grundgebühr nach der Summe des Nenndurchflusses der einzelnen Wasserzähler berechnet. Soweit Wasserzähler nicht eingebaut sind, wird der Nenndurchfluss geschätzt, der nötig wäre, um die mögliche Wasserentnahme messen zu können.

Im Vorfeld der nunmehr geänderten Beitrags- und Gebührensatzung hatte der Finanzausschuss der Gemeinde Böbing über mehrere Varianten beraten. Eine davon war, die Höhe der Grundgebühr so zu belassen und stattdessen einfach die Verbrauchsgebühr zu erhöhen. Letztlich jedoch hat sich das Gremium auf die jetzige Lösung geeinigt.

Ob die allerdings wiederum zehn Jahre unverändert bleibt, ist eher unwahrscheinlich. Peter Vogt hat schon mal angekündigt, dass bereits in zwei Jahren eine neue Gebührenkalkulation angestrebt wird, um zu sehen, ob die jetzt beschlossene Gebührenerhöhung auch weiterhin kostendeckend ist.

Böbing hat in den vergangenen Jahren rund 200 000 Euro in die Modernisierung ihrer Kläranlage investiert: Neues Becken, neuer Rechen, neues Rührwerk , neue Belüftung. Der Klärschlamm kann vor Ort gepresst werden, das Abwasser wird gereinigt und der Kläranlage wieder zugeführt.

Das durch die Pressung entstehende Granulat wird von der Altenstadter Firma Emter entsorgt. „Durch all’ das haben wir eine hohe Entsorgungssicherheit“, betont Böbings Bürgermeister. Er sagt auch: „Die 1880 Böbinger können sicher sein, dass ihr Abwasser sehr gut gereinigt wird.“

Walter Kindlmann

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