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Der Kalkofensteg hätte einer Hängebrücke weichen sollen – diese Pläne sind aber wieder vom Tisch.

Renaturierung der Schnalzaue

Ammer soll wieder ein Stück wilder werden

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Die Pläne zur Renaturierung der Schnalzaue zwischen Böbing und Peiting werden konkret. Der federführende WWF ist sich mit allen Beteiligten über eine Rückverlegung des Deichs der Ammer zwischen Kalkofensteg und und Schnalzwehr einig. Der Fluss soll deutlich mehr Platz bekommen. Die Kosten, die der WWF tragen wird, sind beträchtlich.

Weilheim/Schongau– „Alle ziehen an einem Strang, und die Ammer hat die Chance, wieder ein kleines Stück ihrer Freiheit zurückzuerhalten“, heißt es aus dem Büro des WWF in Weilheim, das sich den Wildflüssen in den Alpen annimmt. So waren jüngst Vertreter verschiedener Naturschutzverbände, Behörden, Gemeinden, Grundeigentümer, Nutzergruppen und des Tourismusverbandes ins Landratsamt nach Weilheim gekommen. Sie diskutierten die vom WWF gemeinsam mit den Bayerischen Staatsforsten und dem Wasserwirtschaftsamt geplante Renaturierung der Schnalzaue.

Der Konsens war offensichtlich sehr groß: Die Regierung von Oberbayern habe in Aussicht gestellt, dass sie das Projekt unterstütze und vorbehaltlich der Genehmigung durch alle zuständigen Behörden die Umsetzung der Baumaßnahmen übernehmen werde, heißt es vom WWF. Die Bayerischen Staatsforsten seien wiederum bereit, die benötigten Waldflächen zur Verfügung zu stellen, und auch die Fischer an dem Flussabschnitt würden die Renaturierung befürworten. WWF-Flussreferent Mathias Fischer hofft, dass mit den Arbeiten schon vor 2020 begonnen werden kann. Die Kosten liegen seinen Angaben zufolge nach derzeitigem Stand bei einer bis 1,5 Millionen Euro. Sie werden vom WWF im Rahmen des „Hotspotprojekts Alpenflusslandschaften“ übernommen.

Auf der knapp ein Kilometer langen Strecke zwischen Kalkofensteg bis in den Bereich des Schnalzwehres war die Ammer in den 1960er Jahren nach einer Haldenrutschung begradigt worden. Der Damm soll in dem Bereich laut WWF jetzt zwischen 50 bis 100 Meter nach Norden verlegt werden. Laut Flussreferent Fischer hat die Ammer dann auf neun Hektar renaturierter Fläche „das Potenzial, ihren Lauf frei zu gestalten und dabei wertvolle Lebensräume für flusstypische Tier- und Pflanzenarten zu formen“.

Davon gibt es schon jetzt jede Menge an der Ammer. Unter anderem nennt der Böbinger Naturschutzwächter Werner Schubert Eisvogel, Uhu, Flussuferläufer und die bedrohte Tamariske. Die Kiesbänke sind zum Schutz der Arten vom 15. April bis 1. September für Ausflügler gesperrt. Diese kommen auch, um die beliebten Schnalzhöhlen auf der Böbinger Seite der Ammer zu besichtigen. Die Sandsteinhöhlen sind laut Schubert bis zu 200 Meter tief und erstrecken sich auf einer Strecke von rund 1500 Metern den Hang entlang.

Dass die Schnalzaue ein beliebtes Ausflugsziel ist, betont auch der Peitinger Bürgermeister Michael Asam: „Sie hat einen hohen kulturellen Wert für die Bewohner der umliegenden Gemeinden.“ Und ihnen will die Flussstrecke auch in Zukunft niemand vorenthalten. Im Gegenteil: „Die Besucher sollen in den nächsten Jahren miterleben können, wie sich der Fluss hier ein Stück seiner Freiheit zurückerobert und dabei ursprüngliche Landschaftsbilder formt, die heute in unserer durchorganisierten Welt selten geworden sind“, heißt es vom WWF.

Einige Unbekannte gibt es in den Planungen jedoch noch. So wird laut WWF noch untersucht werden, ob seltene Arten von den Renaturierungsarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Als Beispiele nennt Flussreferent Fischer dabei unter anderem Libellen- oder Käferarten.

Vom Tisch sind derweil Gedankenspiele, den Kalkofensteg durch eine Hängebrücke zu ersetzen. Nach den Gesprächen mit den Gemeinden habe man sich dagegen entschieden, berichtet Mathias Fischer. Als Gründe führt er unter anderem viel zu hohe Kosten dafür an, außerdem solle der Steg „als Kulturgut erhalten bleiben“.

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