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Freuen sich über die Auszeichnung: Brigitte und Dominikus Wiedemann vor ihrem Pierlinghof in Böbing. 

Ausgezeichneter Böbinger Ferienhof

„Goldener Gockel“ für den Pierlinghof

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Seit 2016 zeichnet der Landesverband Bauernhof- und Landurlaub Bayern alljährlich die gastfreundlichsten Ferienhöfe mit dem „Goldenen Gockel“ aus. Heuer darf sich der Pierlinghof in Böbing mit der begehrten Auszeichnung schmücken.

Böbing– Schmal schlängelt sich der Pierlingweg zwischen Böbing und Schöffau die hügelige Landschaft hinauf. Nur langsam geht es durch die engen Kurven voran. Doch so bleibt genug Zeit, den malerischen Ausblick auf den Hohen Peißenberg zu genießen – ein überwältigendes Bild. Und wie gemacht, um in Urlaubsstimmung zu kommen. Wer hier lang kommt, der hat genau das im Sinn. Auf dem Pierlinghof der Familie Wiedemann lässt sich das Landleben erleben, und zwar in ganz besonderer Atmosphäre: Er ist unter den 20 gastfreundlichsten Ferienhöfen der rund 1400 beim Landesverband Bauernhof- und Landurlaub gelisteten bayerischen Betriebe. Dafür hat ihn jetzt Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber mit dem „Goldenen Gockel“ ausgezeichnet.

„Das kam für uns schon sehr überraschend“, sagt Brigitte Wiedemann. „Ich hab’ immer gedacht, das ist nur was für die größeren Betriebe.“ Zwei Ferienwohnungen vermieten die Wiedemanns auf ihrem Hof und das schon seit einem Vierteljahrhundert. Mit ihrem Mann Josef hatte Brigitte Wiedemann damals nach einem zweiten Standbein neben der Landwirtschaft gesucht. Anstelle des alten Stalls neben dem Bauernhaus errichteten sie einen Anbau für Feriengäste. Und die ließen sich nicht lange bitten. „Wir haben viele Stammgäste, manche sind bereits in dritter Generation da“, sagt die 58-Jährige. 2013 haben die Wiedemanns den Hof an ihren Sohn Dominikus übergeben, der ihn in 17. Generation bewirtschaftet.

Stolzer Preisträger: Dominikus Wiedemann hat von Staatsministerin Michaela Kaniber (li.) den „Goldenen Gockel“ überreicht bekommen. Mit dabei waren Gerda Walser (2.v.re.), die Vorsitzende des Landesverbandes Bauernhof- und Landurlaub, und ihre Vertreterin Angelika Soyer.

Einiges hat sich über die Jahre verändert. Verbrachten die Gäste früher oft drei Wochen auf dem Bauernhof, ist das heute die Ausnahme. Die meisten kommen für eine Woche oder sogar nur für ein Wochenende. Gerade aus dem Münchner Speckgürtel suchen Familien den Kurztrip aufs Land. Runterkommen, entschleunigen: „Bei uns gehen die Uhren einfach langsamer“, sagt Brigitte Wiedemann schmunzelnd.

Bei einem Besuch bleibt es oft nicht. Dass so viele gerne wiederkommen, liegt nicht nur an der ruhigen und landschaftlich schönen Lage des Hofs. Die meisten Gäste sind Familien, denn gerade für Kinder ist der Pierlinghof ein El Dorado. Bulldogfahren, Kühe füttern, Hasen streicheln oder sich an den Spielgeräten austoben: Hier bleiben keine Wünsche der Kleinen offen. Aber natürlich trägt auch der Umgang mit den Gästen entscheidend zum Wohlfühl-Klima bei. „Die Leute sehen, dass man mit Freude bei der Sache ist, das ist der Schlüssel“, sagt Brigitte Wiedemann. „Da steckt viel Herzblut drin.“

Ein Engagement, das noch höher anzusiedeln sein dürfte als die vier Sterne, die der Hof seit Jahren vom deutschen Tourismusverband erhält. Und das sich mittlerweile auch in Zahlen ablesen lässt. Seit drei Jahren können Gäste ihren Aufenthalt auf dem Pierlinghof im Internet bewerten. Denn an der Online-Welt kommt man auch am Pierlinghof längst nicht mehr vorbei. Für die Auszeichnung, die Dominikus Wiedemann jetzt von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber in Rettenberg überreicht bekam, waren über 14 000 Online-Gästebewertungen aller registrierten Höfe ausgewertet worden. „Auf Ihren Höfen erfüllen sich die Urlaubsträume der Gäste“, sagte die Ministerin.

Die Wiedemanns freut die Ehrung, ist sie doch eine Bestätigung für ihre gute Arbeit. Darauf ausruhen will man sich freilich nicht – im Gegenteil. „Das muss Ansporn sein, sich weiterzuentwickeln“, sagt Brigitte Wiedemann. Pläne gibt es bereits. Im nächsten Jahr soll das alte Bauernhaus abgerissen werden und einem Neubau mit einer weiteren Ferienwohnung Platz machen. Bis dahin dürfte auch der „Goldene Gockel“ seinen Ehrenplatz an der Hauswand finden.

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