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Die Theatergruppe des Böbinger Trachtenvereins

Zwei Theatervereine mit dem gleichen Stück

„Bäckermeister Striezl“ im Doppelpack

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An einen solchen Zufall können sich weder die Böbinger noch die Ingenrieder erinnern: Die Theatergruppen beider Orte feiern am selben Tag zur selben Zeit mit dem selben Stück Premiere: dem „Bäckermeister Striezl“. Auch bei den weiteren Aufführungen gibt es Überschneidungen. Die Beteiligten nehmen es mit Humor.

Ingenried/Böbing – Die Freunde des fröhlichen Bauerntheaters im Schongauer Land haben am kommenden Samstag, 10. November, die Qual der Wahl: Um 20 Uhr werden sich im Scheiberhaus in Böbing sowie in der Ingenrieder Mehrzweckhalle die Theatervorhänge öffnen. Die Gruppen beider Orte bringen die Geschichte vom Bäckermeister Striezl auf die Bühne, der mit seinen „Riesen-Semmeln“ gegen den vom Bürgermeister geplanten Supermarkt in die Offensive geht.

„So etwas haben wir noch nicht erlebt“, sagt Stephan Schmid. Der 1. Vorstand des Böbinger Trachtenvereins, zu dem die örtliche Theatergruppe gehört, kann sich erinnern, dass zwei Gruppen aus der Region einmal dasselbe Stück um ein Jahr zeitversetzt gespielt hatten. Aber genau das Gleiche zur selben Zeit, das gab’s noch nie.

Herausgesucht hatten den Dreiakter in Böbing wie immer die Spielleiter Thomas Gretschmann und Johann Erhard. Mit ein Grund für die Wahl war laut Erhard, dass er mit seinem Sohn die ideale Besetzung für den Lehrburschen gefunden hatte. Erhard selbst schlüpft in die Rolle des Bäckermeisters. Einen aktuellen Ortsbezug gab es nach Angaben Erhards für den „Bäckermeister Striezl“ in Böbing nicht.

Die Theaterer in Ingenried

In Ingenried war die Überraschung über die Doppelung der Aufführungen nicht minder groß als in Böbing. „Wir waren total entsetzt, als wir die Zeitung aufgeschlagen haben“, lacht Helene Hätscher, die die Kartenvorbestellungen für die fünf Vorstellungen entgegennimmt. Ihr Mann Hermann Hätscher ist in der Führungsriege der Ingenrieder Theaterer. Er kann sich nur an einen ähnlichen Fall in der Vergangenheit erinnern: „Das war vor X Jahren, da haben die Apfeldorfer und wir die hölzerne Jungfrau gespielt.“ Das laut Hätscher aber nicht zur selben Zeit, sondern um zwei Wochen versetzt.

In Ingenried wurde der „Bäckermeister Striezl“ heuer ebenfalls rein zufällig ausgewählt, versichert Hätscher. Einen möglichen politischen Hintergrund zu etwaigen Supermarktplänen gibt es auch im Auerbergland nicht. Hätscher sieht höchstenfalls eine nette Begebenheit: „Wir haben ja einen neuen Dorfladen, und in den geht unser Bäcker rein.“

Befürchtungen, dass sich die beiden Theatergruppen jetzt gegenseitig die Zuschauer abspenstig machen könnten, gibt es in beiden Orten keine. Nach dem ersten Schreck erhoffen sich der Böbinger Vorstandschef und der Ingenrieder Theaterer sogar das Gegenteil: Dass der eine oder andere Zuschauer den Vergleich anstellen möchte und beide Bühnen besucht. Die Darsteller selbst haben das bereits angekündigt: „Die Theatergruppe wird auf jeden Fall rausfahren“, weiß Böbings Vorstand Stephan Schmid. Und die Ingenrieder haben sich für die Aufführung in Böbing auch schon einen Termin ausgesucht: „Am 16. November, da haben wir spielfrei“, freut sich Hermann Hätscher.

Die Aufführungen

In Ingenried: 10./17./18./23./24. November (jeweils um 20 Uhr). Karten: 08868/1370

In Böbing: 10./11./16./17./18. November (jeweils um 20 Uhr) Karten: 08867/1800

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