Tramperin Sophia ermordet: Urteil gefallen - Strafe für Lkw-Fahrer steht fest

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Nahe der Böbinger Grundschule ist am Mittwochnachmittag der Vorfall passiert. 

Ähnliches schon einmal passiert

Eltern in großer Sorge: Mann versucht vor Grundschule, Kind in Auto zu locken - weitere Fälle bekannt?

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Ein wildfremder Mann fordert ein Kind auf in sein Auto zu steigen: Wieder einmal ist es passiert. Diesmal in Böbing. Am helllichten Nachmittag. 

Update, 15. Februar: Wie die Polizei Schongau auf Nachfrage mitteilt, haben sich nach dem Vorfall in Böbing keine weiteren Eltern wegen ähnliches Vorkommnisse gemeldet. Offenbar hat der Unbekannte keine weiteren Kinder angesprochen. 

Böbing – Es ist Mittwochnachmittag, als Noah ausnahmsweise noch einmal zur Schule laufen muss. Er hat dort ein Buch vergessen, das er für die Hausaufgabe braucht. Wieder auf dem Heimweg hält ein dunkles Auto neben dem Siebenjährigen. Ein Mann mit ausländischem Akzent spricht den Zweitklässler an. Er solle ins Auto steigen. Er würde ihn zur Mama bringen, deutet er in stark gebrochenem Deutsch stichpunktartig an.

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Noah handelt, wie er es als Vorschulkind im Selbstbehauptungskurs gelernt hat: Er schreit „Nein“. Und rennt nach Hause, berichtet seiner Mutter von dem gruseligen Unbekannten. Die handelt beherzt, informiert Schulleitung und Polizei. Die Uniformierten fahren kurz darauf den Ort ab. Vom dunklen Fahrzeug mit unbekanntem Fahrer fehlt jede Spur.

Mutter warnt mit What‘sApp-Sprachnachricht 

Eine What’sApp-Sprachnachricht der warnenden Mutter macht kurz darauf in der Umgebung die Runde. Allein die Information fehlt, wo sich das Ganze zugetragen hat. Es kommt zu Unsicherheiten. Viele Anrufe gehen bei den Grundschulen ein.

Nahe der Böbinger Grundschule ist am Mittwochnachmittag der Vorfall passiert. 

Tatsächlich zugetragen hat sich der Fall in Böbing. Als Tatzeitraum nennt Schongaus Polizeichef Herbert Kieweg 14.30 Uhr. Geschehen ist der Vorfall in einer „Seitenstraße, in der immer alle Kinder laufen. So 50 Meter weg von der Schule“, schildert Noahs Vater auf Anfrage der Schongauer Nachrichten.

Polizeiliche Befragung bringt Ermittlungen nicht voran

Wir erreichen ihn zu Hause, kurz, nachdem er seinen Sohn zur polizeilichen Befragung in der Schule begleitet hat. Die Ergebnisse würden nicht wirklich weiterhelfen, sagt er schulterzuckend. Dunkles Auto. Fremder Mann. „Sie wissen ja, wie Kinder sowas wahrnehmen.“ Kein Auto-Fabrikat, kein Kennzeichen. Nichts also, was ermittlungstaktisch weiterhelfen würde.

Noah selbst ist laut Vater wohlauf, „aber immer noch ein wenig neben der Spur“. Verständlich angesichts einer solchen Begegnung. „So etwas kennt man ja nicht“, sagt der Vater. „Sowas steht in den Nachrichten, so etwas passiert doch eigentlich nur woanders.“

Bürgermeister setzt auf „vernünftige Wachsamkeit“

Passiert ist tatsächlich Gott sei Dank nichts Schlimmes. Und trotzdem: Es ist etwas passiert. Etwas, das die Alarmbereitschaft bei den Eltern weckt. „Es ist höchste Vorsicht geboten“, unterstreicht Böbings Bürgermeister Peter Erhard auf Anfrage der Heimatzeitung. Er setzt auf Wachsamkeit – bei Eltern und Kindern. „Vernünftige Wachsamkeit“, betont Erhard und warnt damit dezent vor Panikmache.

Dies ist auch Schulleiterin Margit Krisam ein großes Anliegen. Betont sachlich antwortet sie auf unsere Fragen. Und nur schriftlich. Zu sensibel ist dieses Thema. „Die Grundschule Böbing hat mit dem gesamten Kollegium den Vorfall sehr ernst genommen“, erklärt die Rektorin schriftlich. Mit Sorgfalt seien die Geschehnisse diskutiert und dann alle Schritte unternommen worden, die die Sicherheit der Kinder sicherstellen sollen. In einem Elternbrief seien alle Eltern über das Geschehene und die weiteren Schritte informiert worden. „Im Rahmen der schulischen Möglichkeiten wurden sofort in allen Klassen entsprechende Verhaltensregeln alters- und kindgerecht ausführlich thematisiert. Ziel unserer Aufklärung ist, das Sicherheitsgefühl der Kinder zu stärken und auf den richtigen Umgang in schwierigen Situationen hinzuweisen“, so Krisam.

Polizei: In Schwabsoien war es einfacher

Ein Unbekannter, der einen Siebenjährigen mitnehmen will, und das mitten am Nachmittag: In der Tat eine „schwierige Situation“– auch für die Polizei Schongau. Ein möglicher versuchter Übergriff fernab des üblichen „Schulverkehrs“: Das lässt sich schwer überwachen. „In Sachsenried war es einfacher“, erklärt Herbert Kieweg. Dort war kürzlich ein unbekannter Mann im dunklen Auto unmittelbar vor Schulbeginn an den Bushaltestellen gesehen worden. Eine zeitlich begrenzte Überwachung zu Schulbeginn oder -schluss sei für die Beamten leichter darstellbar gewesen.

Zu viele Schulen zu wenige Beamte

Zu viele Schulen, zu wenig Personal. Auch wenn die Schongauer Polizei „vermehrt Präsenz“ zeigen will: Überall kann sie nicht sein. „Eltern müssen Kinder sensibilisieren“, mahnt Kieweg. Wichtig sei, dass die Schulkinder in Gruppen zur Schule und nach Hause gingen. Der Polizeichef verspricht: „Die Kollegen, die Streife fahren, werden verstärkt die Augen offen halten.“

Dazu fordert Böbings Rathauschef Erhard auch seine Bürger auf: Mit offenen Augen sollten sie durchs Dorf gehen. Er hält kurz inne. „Man meint immer, man wohnt auf dem Dorf. Dort, wo alles noch in Ordnung ist“, sagt Erhard. Am Mittwochnachmittag ist dieses lauschige Sicherheitsgefühl etwas kleiner geworden.

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Auch dramatisch: Ein unbekannter Mann hat in Hannover versucht, einer jungen Mutter den Kinderwagen samt Kleinkind zu entreißen, wie nordbuzz.de* berichtet. Dann stieg er in einen anhaltenden VW und floh. Die Polizei sucht dringend Zeugen.

Ein 9-jähriger Bub hatte am Donnerstag eine beunruhigende Begegnung mit einem Mann - und zum Glück genau richtig reagiert. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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