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Isidor und Irmengard Scheiber vor ihrem Aussiedlerhof. Sie befürchten, dass sie eine große Strahlendosis abbekommen, am Pestfriedhof ein Sendemast aufgestellt wird.

Mobilfunkstandorte sind umstritten

Angst vor hoher Strahlendosis

Noch bis zum 31. Juli liegt das neue Standortkonzept für Mobilfunkanlagen in Böbing im Rathaus zur Einsichtnahme auf. Einer, der sich das alles ganz genau anschaut, ist Isidor Scheiber aus Böbing. Denn er ist besonders betroffen, wenn z. B. am Pestfriedhof ein Sendemast aufgestellt wird.

Böbing – Fast 30 Jahren Kirchenpfleger, 40 Jahre bei der Feuerwehr – Isidor Scheiber hast schon viel für die Allgemeinheit geleistet. Doch wenn ihm die Gemeinde jetzt einen Sendemast vor die Nase setzt, will er alles hinschmeißen. „Ich soll den Dreck abfangen, und andere haben den Vorteil“, schimpft der 66-jährige Landwirt über die Mobilfunkpläne in Böbing. Er befürchtet, dass letztendlich alles auf den Standort am Pestfriedhof hinausläuft. „Dann bekommen ich und meine Familie die höchste Strahlendosis ab“, so die Sorge von Isidor Scheiber. Er hält das für unverantwortlich – auch gegenüber seinen Kindern und Enkeln.

1979 haben Isidor und Irmengard Scheiber ihre alte Hofstelle am Kirchplatz in Böbing verlassen und sind an den südlichen Ortsrand von Böbing ausgesiedelt. Die fünf Kinder sind mittlerweile erwachsen, vier sind schon aus dem Haus. Doch seit die Diskussionen um die möglichen Mobilfunkstandorte Fahrt aufgenommen haben, finden Isidor Scheiber und seine Familie keine Ruhe mehr.

„Wir haben uns beim Rechtsschutz erkundigt, man kann aber erst was machen, wenn der Standort feststeht“, hat sich Irmengard Scheiber sagen lassen. „Aber dann ist es schon zu spät“, so die Sorge von ihrem Mann Isidor. „Wenn der Mast einmal steht, kommen auch andere Mobilfunkbetreiber hinzu, und es entsteht eine ganze Sendestation“, befürchtet der Landwirt, der sich das nicht gefallen lassen will. Auch Berichte aus der Schweiz über missgebildete Kälber, offenbar verursacht durch Mobilfunkstrahlung, schrecken ihn auf. Das Handy, das der 66-jährige Böbinger früher mal kurzzeitig besaß, hat er er längst abgegeben, nachdem ihm bewusst geworden sei, „wie gefährlich die Strahlung ist“.

Diese sieben möglichen Mobilfunk-Standorte werden untersucht. Isidor Scheiber hat vor allem Angst vor dem Standort am Pestfriedhof, in dessen Nähe er lebt.

Auch BBV-Ortsobmann Herbert Strauß, der gleich in der Nähe seinen Hof hat, will sich gegen einen Mobilfunkstandort am Pestfriedhof zur Wehr setzen. Er befürchtet ebenfalls gesundheitliche Schäden für Mensch und Tier.

Unterstützung bekommen Scheiber und Strauß von der Interessengemeinschaft „Böbing – unser Dorf soll gesund bleiben“. Wie deren Sprecherin Sabine Mühlbauer gegenüber der Heimatzeitung erklärt, würden von den ursprünglich neun vorgeschlagenen Standorten offenbar drei übrig bleiben – darunter auch der Pestfriedhof. „Ein schöngerechneter Standort“, kritisiert Mühlbauer die Messmethoden.

Noch bis ende des Monats haben die Böbinger Zeit, sich mit den Planungsentwürfen des Standortkonzepts auseinanderzusetzen. Die Entwürfe liegen in den Geschäftsräumen der Verwaltungsgemeinschaft Rottenbuch (I. Stock) und bei der Gemeinde Böbing (Kanzleizimmer) aus und können von jedem Interessierten zu den üblichen Dienststunden eingesehen werden. Auch im Internet sind sie auf der Gemeinde-Homepage unter der Dachzeile „Alle Meldungen“ einzusehen. „Die Einspruchsfrist für die Bürgerbeteiligung endet am 31. Juli“, so der Hinweis von Sabine Mühlbauer von der Interessengemeinschaft. Unter der Telefonnummer 08867/8385 steht sie für Fragen zur Verfügung.

Die Interessengemeinschaft hat sich angeboten, die Einsprüche zu sammeln und wenn möglich gemeinsam einzureichen, „damit alles mehr Gewicht bekommt“.

Hinweis

Während der Auslegungsfrist bis zum 31. Juli erläutert die Gemeindeverwaltung die Pläne und gibt Auskünfte. Einwendungen, Bedenken, Hinweise oder Anregungen werden zur Niederschrift genommen oder können auch schriftlich eingereicht werden.

Michael Gretschmann

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