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Viele Besucher zog das Böbinger Open Air heuer wieder an

Böbinger Open Air 2019 mit 2800 Besuchern

BOA-Festival: „Da zwickt si nix“

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Völlig geplättet sind die Macher des Böbinger Open Air (BOA). „Eines unserer schönsten Festivals“, ist sich die Truppe einig. Großartige Momente gab es für die rund 2800 Besucher einige, am meisten Spaß hatte vielleicht die Braut Rebecca.

SchongauDas Beste kommt (fast) zum Schluss: Skaos stand auf der Band-Wunschliste der Organisatoren schon lange ganz ganz oben, die vielleicht wichtigste deutsche Ska-Band sorgte am Samstag für „More Fire“. Älter als das Böbinger Open Air selbst, wie Sänger Mad Wolley feststellte, und „gut gehalten durch diverse Musikertransfers“, hat man bei Skaos gar keine Zeit, auch nur ein einziges Staubkörnchen anzusetzen. Ska mit einem ordentlich scharfen Gewürz aus Reggae, Punk, Rock oder auch Swing – man schöpft aus dem Vollen, und dies alles zu 100 Prozent tanzbar. You „better beware“!

15 Bands aus dem Umkreis, zwei aus Italien 

15 Bands aus dem Umkreis von 100 Kilometern standen an zwei Tagen auf zwei Bühnen, dazu die zwei Sahnehäubchen Skassapunka und Lennon Kelly, beide aus Italien. Schon im vergangenen Jahr waren böse Buben aus Ferrara zu Gast – Le Iene – die ordentlich Gas gaben. Diesmal bleibt wohl unvergessen das von den Mailändern neu arrangierte Partisanenlied „Bella Ciao“, Skassapunka drehte ordentlich am Geschwindigkeitsregler. Dabei kamen die Blech-Musiker locker mit nur zwei Posaunen aus. „One, two, tre, quattro“ hieß es dann bei Lennon Kelly. Wunderbar diese Mischung aus Punk, Ska und Rock mit einer gehörigen Portion Irischer Volksmusik – Schottenröcke lassen sich auch prima mit „Popper-Kloppen“-T-Shirts, Tennissocken und Vans kombinieren.

Böbinger Open Air 2019 - die besten Bilder

Und von wegen „Wacken Süd liegt in Böbing“, wie im vergangenen Jahr der Sänger von Da Rocka & da Waitler lautstark festgestellt hatte. Bürgermeister Peter Erhard sieht das völlig anders: „Wacken ist Böbing Nord“, nicht nur wegen der Musik, sondern auch, weil in Böbing das Wetter immer besser ist. „Vielleicht schick ich ihnen mal ein neues Ortsschild.“ Erhard, der im Übrigen von den Veranstaltern unter viel Applaus lautstark zum „besten Bürgermeister der Welt“ ausgerufen wurde, lobt seinerseits nicht nur das Orga-Team Daniel Schmid, Stephan Schleich, Markus Wörmann, Tobias Braun, Frank Hoffmann und Mario Drexler, sondern den ganzen Ort. „Das ist nicht selbstverständlich, dass das auch alle mittragen – hier trifft man so viele, die man dann am Sonntag in Tracht und Lederhosn wiedersieht – da zwickt si nix“.

The Mains eröffnen das Festival

The Mains hatten am Freitag die Ehre, das Festival zu eröffnen – und schon vorab Spaß. Jede Band sollte für „Viva con Agua“ ein Teil spenden, das dann versteigert wurde, sie lieferten ein Kittel-Kunstwerk ab. Schon fast Stammgast ist die Metal-Band Stepfather Fred. Die Allgäuer machten das BOA zu ihrer eigenen Party. Tanzen, nein Springen war angesagt. Und Melonenschubsen, denn die Musiker warfen ihre „fetten balls“ in Form übergroßer aufblasbarer Wassermelonen ins Publikum.

Wie Party geht, weiß auch Michael Unfried Fenzl ganz genau, ohne Django 3000 unterwegs, aber natürlich nicht ohne seinen Kontrabass. Dieser ist nicht nur akustisch gut für die Fingerakrobatik des studierten Musikers, auch der Bass selbst war wieder bestes Turngerät. Und „I spür an Sommer in mir“ passt am Freitag auch hervorragend.

Was der Bass für Fenzl, ist die Stimme für Rainer von Vielen

Was der Bass für Fenzl, ist die Stimme für Rainer von Vielen. Der Allgäuer kann zwar nicht ohne sein Gaffa-Tape, aber stimmlich geht so ziemlich alles, vor allem Protest. Ein Kehlgesang, mal wie bei einem Didgeridoo in Kellertiefe vibrierend, mal in Techno-Stakkato. Der Titel „Empört Euch“ ist morgen so aktuell wie gestern.

Für Überraschung sorgten Lenze & De Buam. Eingängige Melodien und einfache Texte (Der Refrain „Für oan wie di gibt’s koa Rezept, Du bist und bleibst a Depp“ geht auch noch nach ein paar Bierchen) können auch sehr charmant sein. Vor allem, wenn man sich Rebecca als Verstärkung auf die Bühne holt. Die Braut feierte auf dem Festival den wohl gelungensten Junggesellinnenabschied der letzten Jahre – bei so viel Frauenpower möge sich der Bräutigam warm anziehen. Und die Lenze-Buben können musikalisch alles, von Metal über Techno und Hip Hop bis zu Sirtaki – dafür braucht man allerdings „Zielwasser“.

Dieses benötigten die Böbinger Böllerschützen am Samstagmorgen noch nicht, als sie den Weckgruß für das Gastspiel der Böbinger Blaskapelle abfeuerten. „Wir haben heuer noch mal eines draufgesetzt“, resümiert Tobi Braun. Auf jeden Fall!

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