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Mit viel Witz und Phantasie haben die Böbinger die beherrschenden Themen aus dem Gemeindeleben im vergangenen Jahr für den Faschingszug umgesetzt. Die Damengruppe „Bums Valera“ beispielsweis hat sich nur kurz über die an Weihnachten überschwemmte Turnhalle geärgert und sie stattdessen als Schwimmhalle genutzt  – und konnte sich dabei einen Seitenhieb in Richtung der benachbarten Peißenberger nicht verkneifen.

Böbinger Faschingszug

Feines Gespür für freche Themen im Böbinger Faschingszug

Mit dem Wetter haben die Böbinger Glück gehabt: Praktisch mit dem Startschuss zum Faschingszug hörte das Schneetreiben auf. Das 1700 Seelen-Dorf feierte einen beachtlichen Zug mit 32 Wagen und Fußgruppen sowie drei Musikkapellen aus Schönberg, Hohenpeißenberg und Böbing.

Böbing – „Da sieht man, dass die Dorfgemeinschaft lebt und zusammen hält,“ freute sich Bürgermeister Peter Erhard. Die Wagenbauer und die für die Fußgruppen Verantwortlichen hatten ein feines Gespür für die Themen. Frech und provokant war meistens ihre Ausbeute.

Die etwa 1500 Zuschauer hatten jedenfalls ihren Spaß an diesem Gaudiwurm, der gemächlich an ihnen vorbei zog. Mit kuriosen Aufbauten, die in mühevoller Arbeit zuvor in Scheunen und Hinterhöfen zusammengezimmert worden sind.

Den Böbingern ist in ihrer Gemeinde das Jahr über wiederum so einiges aufgefallen. Die Damengruppe „Bums Valera“ beispielsweise hat sich nur kurz über die an Weihnachten überschwemmte Turnhalle geärgert und sie stattdessen als Schwimmhalle genutzt. Den „Toten Hosen“, einigen Mannsbildern aus Böbing, gefällt es gar nicht, dass Rottenbuchs Pfarrer Josef Fegg sogar in der Kirche Reklame für die echten „Toten Hosen“ macht. Sie wollen alles daran setzen, dass diese Musikgruppe doch eher in Böbing Station macht.

Den Fledermäusen haben sich die Mannen um Gebhard Strunz angenommen: „Mit Fledermäus, mei dös isch sche, da bleibt jeder Schwarzbau steh“, war bei ihnen zu lesen. Ins Visier ist dabei Wiesnwirt Manfred Vollmers Schwarzbau am Graner-Weiher geraten, der nicht wie gerichtlich verordnet abgerissen werden muss, sondern just nach Einquartierung der Fledermäuse stehenbleiben darf.

Markus Zerhoch, Andreas Ammerberg, Roland und Andreas Veit sind hingegen überzeugt, „Dobrindts Murks- Maut kost nix und bringt nix“. Dem „Wilden Haufen“ um Gottfried Erhard ist unangenehm aufgefallen: „Das Seefest am Lugenauer Weiher war früher der Hit, da halfen viele Leute mit. Doch jetzt stellt sich immer mehr heraus, es fällt bei jedem Wetter aus.“ Es sei wohl nicht mehr gewollt, das Seefest.

Wolfgang Kees indes hat sein brandneues „ Vanni-Mobil“ vorgestellt, das sich ganz besonders für den engen Kreisverkehr in Peißenberg eignet. Der Geschichte mit dem Wolf am Hörnle-Weg trauen die Mannen und Frauen um Michael Angerer so gar nicht. Sie vermuten, dass diese Geschichte eher der „Wanderer–Reduzierung“ dient. Ihr Angebot: Jede Gemeinde mit ähnlichen Absichten könne ab sofort bei ihnen einen gezähmten Wolf ausleihen.

Die besten Bilder vom Faschingszug in Böbing

Die Böbinger Musikkapelle wartete mit diesem Transparent auf: „Musiker, die nicht saufen, Motoren die nicht laufen, Weiber, die ned woi’n, de soll da Deifl hoin.“

Es war eine Vielfalt an Themen, die nach dem Umzug auf dem Kirchplatz von Stefan Schmid etwas näher beleuchtet wurden. Er machte die Besucher mit den Feinheiten der Wagenbauer vertraut. Im Wechsel sorgten dabei die drei Blaskapellen für die musikalische Unterhaltung.

Es war übrigens die 31. Auflage des beliebten Umzuges. Der wie schon im vorigen Jahr von Robert Klinger organisiert worden ist.

Walter Kindlmann

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