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Mit der ganzen Familie feierten Gertrud und Joef Bertl ihren gemeinsamen Ehrentag in Böbing. Den Gottedienst hielt Prälat Georg Kirchmeir (stehend Mitte). 

Diamantene Hochzeit in Böbing

Im Theater hat es gefunkt

Fast auf den Tag genau vor 60 Jahren haben sich Gertrud Bertl (79), geb. Kuba, und Josef (81) Bertl aus Böbing das Ja-Wort gegeben. Sechs Jahrzehnte sind sie nun schon gemeinsam durchs Leben gegangen und konnten jetzt Diamantene Hochzeit feiern.

Böbing – Gertrud Bertl wurde am 18. Mai 1938 in Olmütz Sudetenland geboren. Wegen der Kriegswirren musste sie mit ihrer Mutter und fünf Geschwister ihre Heimat verlassen. Gegen Ende des Krieges im Jahre 1946 im Alter von acht Jahren verschlug es sie nach Bayern und sie landete zusammen mit Mutter und Geschwister in Schönberg in den so wie sie stolz sagt „schönen Pfaffenwinkel“. Nach Beendigung der Schule bekam sie in Bad Bayersoien beim Friseur Veith in dessen Haushalt einen Anstellung. Bei den Schönberger Theaterern wurde bei ihr im Alter von 16 Jahren ein gewisses Talent der Schauspielerei entdeckt. Ab und zu stand sie dann auch auf der Bühne.

Und dann passierte es: Bei einer solchen Aufführung im Gasthof zur Linde in Schönberg war auch Josef Bertl einmal als Zuschauer anwesend. Nach einer Theatervorstellung hat es bei den beiden gefunkt. Sie war 16 Jahre und Josef, der Landwirtschaftssohn aus Böbing, gerade 18 Jahre jung. Aus inniger Freundschaft wurde große Liebe, die sie nach weiteren zwei Jahren an den Traualtar führte. In der Wieskirche wurde dann geheiratet, wo ihnen der Böbinger Pfarrer Heinrich Weber den Segen für den Bund fürs Leben gab.

Schönes Paar: Vor 60 Jahren gaben sie sich das J-Wort.

Ihr gemeinsames Heim bezogen sie dann im elterlichen Bauernhof von Josefs Eltern in Böbing/Pischlach. Im Jahre 1966 übernahmen die beiden den elterlichen Hof, den sie nach 21 Jahren an ihren Sohn Josef und seine Ehefrau Rosi verpachteten. 1999 übergaben sie ihnen die Landwirtschaft dann fest. Somit war für das Jubelpaar ein großer Lebensabschnitt abgeschlossen. Landwirtschaftsmeister Sepp und Schwiegertochter Rosi sind nun ihre Nachfolger haben zwar seit ein paar Jahren keinen Milchbetrieb und Kühe mehr im Stall, führen den Hof noch weiter. Denn es gibt noch viel zu tun in Wald und Flur.

Auf die Frage, was die Jubilarin für Hobbys hatte, kam wie aus der Pistole geschossen: „Meine Kinder, denen habe ich alle meine Liebe geschenkt. Durch die harte Arbeit auf dem Hof und das Aufziehen meiner Kinder gab es für mich ansonsten keine Hobbys.“

Jubilar Josef dagegen kann von einigen Hobbys berichten, sechs Jahre war er 1. Vorstand beim Böbinger Trachtenverein „d’Schnalzbergler“, beim Schützenverein Böbing drei Jahre lang 2. Vorstand, Gründungsmitglied beim Böbinger MSC, 28 Jahre bei der Feuerwehr und nicht zuletzt – sein liebstes Hobby – die Jagerrei, die er über 45 Jahre so wie er glaubhaft versicherte, mit seinen Böbinger Jagdkollegen ausgiebig genossen hat.

In der Pischlacher Kapelle Maria Empfängnis wurde am vergangenen Sonntag mit seinen sechs Kinder, elf Enkeln, sechs Urenkel und Verwandtschaft ein Gottesdienst abgehalten, der von Prälat Georg Kirchmeir zelebriert wurde.

Nach dem Gottesdienst lud das Jubelpaar zu einem Festmal ins Gasthaus Haslacher ein, dort wurde nach dem gemeinsamen Mittagessen und später bei Kaffee und Kuchen bis in den Nachmittag hinein gefeiert. 

Werner Schubert

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