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Der Kindergarten der Hedwig-Schwestern befindet sich ab sofort in Besitz der Gemeinde Böbing.

St. Hedwig in Böbing

Böbing kauft Kindergarten für 600.000 Euro

Die Gemeinde Böbing kauft den Kindergarten St. Hedwig. 600 000 Euro muss sie dafür an den Orden der Hedwig-Schwestern überweisen. Das hat der Gemeinderat auf einer nichtöffentlichen Sitzung einstimmig beschlossen und Bürgermeister Peter Erhard später bekannt gegeben.

Böbing – Der Kindergarten in der Schöffauer Straße wurde bis zum Jahr 2007 von den Hedwig-Schwestern geleitet und betrieben. Danach, von 2007 bis 2015, war die örtliche Kirche für den Kindergarten verantwortlich. 2015 hatte die Gemeinde den Kindergarten in ihre Verantwortung übernommen. Für die Räumlichkeiten wurde bislang eine monatliche Miete in Höhe von 700 Euro fällig.

Die 600 000 Euro für den Kauf des Kindergartens sind im Haushalt für dieses Jahr bereits eingestellt. Bürgermeister Peter Erhard hofft allerdings, dass die Gemeinde nicht allein für die gesamte Summe aufkommen muss. Er rechnet mit einem staatlichen Zuschuss von 300 000 Euro, räumt aber ein: „Eine Zusage haben wir allerdings noch nicht.“

Die Gemeinde beabsichtigt, das Obergeschoss umzubauen. In den zwölf Apartments haben die Hedwig- Schwestern gewohnt und zuletzt hin und wieder die Räumlichkeiten für einen Urlaub an der alten Wirkungsstätte genutzt. Das gesamte Obergeschoss wird, so die Planung, komplett entkernt und für zwei Gruppen á 25 Kinder ausgebaut. Im Kindergarten werden derzeit im Erdgeschoss zwei Gruppen zu je 23 Buben und Mädchen betreut. Das Untergeschoss ist für die Krippenkinder – ein bis drei Jahre alt – eingerichtet. Zwölf sind es derzeit.

Der gemeindliche Kindergarten wird von Rita Luschtinetz geleitet. Zwei Erzieherinnen und zwei Kinderpflegerinnen dazu eine Praktikantin versorgen zusammen mit ihrer Leiterin die Kinder. Mit den Ausgaben für den Kauf des Kindergartens hat die Anhebung der Kindergartengebühren nichts zu tun, betonte der Bürgermeister auf der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend.

Gemeinderätin Christine Bair habe sich im Vorfeld in den Kindergärten der näheren Umgebung umgehört und dabei festgestellt, dass sich Böbing auch nach der Erhöhung noch im unteren Drittel der Skala befindet. So werden künftig für die Betreuung von vier bis fünf Stunden statt bisher 75 nunmehr 80 Euro fällig. Fünf bis sechs Stunden kosten statt 82,50 nun 87,50 Euro; sechs bis sieben Stunden kosten statt 90 nun 95 Euro; für sieben bis acht Stunden werden statt bisher 97,50 nun 102,50 Euro fällig. Wer sein Kind nun acht bis neun Stunden lang betreuen lassen möchte, muss statt 105 nun 110 Euro bezahlen.

Das Spiel- und Getränkegeld bleibt unverändert bei 6 Euro pro Monat. Fürs Mittagessen werden weiter vier Euro pro Portion verlangt. „Alles in allem eine sehr moderate Erhöhung der Gebühren“, so Böbings Gemeindechef Peter Erhard im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Walter Kindelmann

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