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Die Wetterstation vor dem Haus von Gerhard Hofauer in der Krönerstraße in Böbing. Dort werden Wind, Luftdruck, Temperatur und Niederschlagsmenge gemessen. 

Gerhard Hofauer hat ein interessantes Hobby

Der Wettermelder von Böbing

Seit knapp zehn Jahren ist Gerhard Hofauer aus Böbing als Wettermelder ehrenamtlich für den Bayerischen Rundfunk tätig. Dank seiner Aufzeichnungen weiß ganz Bayern, wie es wettermäßig im Pfaffenwinkel und speziell in Böbing aussieht.

Böbing – Der Tag beginnt für Gerhard Hofauer um 4.30 Uhr, wenn er die Schongauer Nachrichten aus dem Briefkasten holt und dabei den Blick zum Himmel richtet. Wie ist das Wetter? Wolkenlos? Bedeckt? Neblig? Gleichzeitig streckt der 69-jährige Rentner seine Hand aus, um zu fühlen, ob es Niederschlag gibt.

Am Hauseingang hängt ein altes, aber sehr genaues Barometer, auf das Hofauer ebenfalls einen Blick wirft, „denn der steigende oder fallende Luftdruck ist bei uns in Alpennähe sehr entscheidend zum Wetterverlauf“, weiß der 69-Jährige aus seiner inzwischen zehnjährigen Erfahrung als Wettermelder.

Mittelwert aus drei Messstationen

Nächster Schritt: Nun wird der PC mit dem Wetterprogramm hochgefahren, und die Werte von der Wetterstation, die per Funk ins Arbeitszimmer übertragen werden, gesichtet und abgespeichert: Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Windstärke und Windrichtung, Regenmenge sowie Luft- und Bodentemperatur. „Ab und zu will doch jemand wissen, welche Windstärke wir an diesem oder jenem Tag hatten, z. B. wegen der Versicherung bei einem Schadensfall“, berichtet Hofauer. Um möglichst genaue Werte zu bekommen, hat er gleich drei kleine Wetterstationen eingerichtet: Eine steht vor dem Haus auf der Südseite, eine hinter dem Haus auf der Nordseite und eine oben auf dem Hausdach über der Fernsehantenne. Aus diesen drei Messstationen ergibt sich dann ein Mittelwert.

Nun wird die Webseite von Bayern 1 aufgerufen, das Programm „Wettermelder“ angeklickt und die festgestellten Daten in die Maske eingegeben, die dann sofort zum Wettermoderator weitergeleitet werden. Drei bis vier Mal über den Tag verteilt gibt Gerhard Hofauer die Daten durch, „denn nichts ändert sich schneller als das Wetter bei uns im Voralpenland“, so die Erfahrung des 69-Jährigen, der 46 Jahre lang bei der Firma Hoerbiger (in der Versuchsabteilung) seinen Lebensunterhalt verdient hat und seit nunmehr vier Jahren in Rente ist. Langweilig wird es ihm dabei nicht.

Hofauers Werte sind auch im Wetterbericht

In ganz Bayern – von Aschaffenbug bis Lindau, Bayreuth und Berchtesgaden – melden ein paar hundert Wettermelder ihre Daten von ihren Orten nach München ins Radiostudio. Wenn Gerhard Hofauer Glück hat, werden seine Werte auch beim Wetterbericht erwähnt. Auch er freut sich, wenn es heißt: „Böbing im Pfaffenwinkel, Sonnenschein und 15 Grad.“ Somit werden die Hörer des Bayerischen Rundfunks immer wieder an Böbing erinnert, „eine der schönsten und aufwärts strebenden Gemeinden beim Dorfwettbewerb unser Dorf hat Zukunft“, sagt Hofauer aus voller Überzeugung. Und das ist mit ein Grund, warum er das Wettermelden als Hobby betreibt, weil dann Böbing immer wieder erwähnt wird.

Die Wetterbeobachtung ist aber nicht das einzige Hobby des 69-jährigen Böbingers. Als ehrenamtlicher Naturschutzwächter für das Landratsamt Weilheim-Schongau ist er für das Gemeindegebiet Böbing und Schönberg zuständig. Darüber hinaus ist er seit zehn Jahren erster Vorsitzender des Veteranen- und Reservistenvereins Böbing, „wo es auch einiges im Jahr zu organisieren gibt“.

Michael Gretschmann

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