Der Platzhirsch ist beim Röhren kilometerweit zu hören – hier das Rotwildrudel am Böbinger Granerhof.
+
Der Platzhirsch ist beim Röhren kilometerweit zu hören – hier das Rotwildrudel am Böbinger Granerhof.

Beim Rotwildgehe am Granerhof

Faszinierendes Schauspiel: Jetzt röhren die Hirsche

Die ersten kühlen Nächte kündigen nicht nur den Abschied des Sommers an. Es ist auch die Zeit, in der sich unsere größte Wildtierart, der Rothirsch, mit lautstarken Röhren bei den weiblichen Tieren bemerkbar machen möchte.

Böbing – Von Mitte September bis Mitte Oktober kämpfen die Hirsche um den Titel des Platzhirsches. Aus den sonst friedlichen Geweihträgern werden zu dieser Zeit erbitterte Feinde. Ihr lautes Röhren, um die weitere Konkurrenz abzuweisen und die Rudelmitglieder, das Kahlwild, zusammenzuhalten, ist noch auf eine Entfernung von einigen Kilometern zu hören – bei uns eher selten, weil nahezu der gesamte Landkreis als rotwildfreies Gebiet gilt. Doch am Böbinger Granerhof können die Tiere am dortigen Gehege beobachtet werden.

Zum Beginn der Brunft können sich im Umfeld eines Rudels noch mehrere Hirsche aufhalten, nach Drohen und ersten Kämpfen verbleibt schließlich nur der stärkste Hirsch unter ihnen in der Nähe des Rudels – er ist nun der Platzhirsch. Kennzeichnend für den Platzhirsch ist, dass er weibliche Tiere, die sich vom Rudel entfernen, mit lauten Röhren wieder zurücktreibt. Dazu überholt er das sich entfernende Tier und schreitet in einer Imponierhaltung mit stolzen Schritten vor ihm her, als wollte er dem brunftigen Tier sagen: „Ich bin hier der Chef.“

Zu den typischen Verhaltungsmerkmalen des Platzhirsches gehört außerdem das Markieren des Brunftterritoriums durch das Ausscheiden von Urin und das Abreiben seiner Drüsensekrete an Ästen, Sträuchern und Feldern. Nach Ende der vier bis sechs Wochen lang dauernden Brunftzeit nehmen die Hirsche fast ein Drittel ihres Körpergewichts ab, wobei einige in einem strengen Winter zu Grunde gehen können.

WERNER SCHUBERT

Ein Video über die Hirschbrunft im Rotwildgehege am Böbinger Granerhof finden Sie auf den Facebook-Seiten der Heimatzeitung.

Auch interessant

Kommentare