Archaische Kraft, ätherische Leichtigkeit: Andrea Kreipes Skulptur „Frigga“ am oberfränkischen „Skulpturenweg Walberla“ zwischen Kirchehrenbach und Schlaifhausen. 
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Archaische Kraft, ätherische Leichtigkeit: Andrea Kreipes Skulptur „Frigga“ am oberfränkischen „Skulpturenweg Walberla“ zwischen Kirchehrenbach und Schlaifhausen. 

Attraktion in Oberfranken

Kunstwerk der Böbinger Bildhauerin Andrea Kreipe ziert „Skulpturenweg Walberla“

Das „Walberla“ ist ein Berg in Oberfranken, ein beliebtes Wandergebiet, das Tor zur Fränkischen Schweiz – und derzeit auch eine Kunst-Attraktion. Zehn Bildhauer aus ganz Deutschland haben Werke für den „Skulpturenweg Walberla“ geschaffen. Eine von ihnen ist Andrea Kreipe aus Böbing.

Böbing – Die Ausschreibung hatte sie in der Fachzeitschrift „Atelier“ entdeckt: Gesucht wurden Bildhauer, die einen Skulpturenweg am Walberla im oberfränkischen Kirchehrenbach (Landkreis Forchheim) gestalten wollten. Die seit 1988 in Böbing lebende Künstlerin Andrea Kreipe bewarb sich. Unter 45 Bewerbern erhielt sie als eine von zehn den Zuschlag der Jury. Material und Form der Bearbeitung waren freigestellt, lediglich inhaltlich sollte das Kunstwerk einen Bezug zur Region haben.

Also setzte sich Kreipe mit der dortigen Sagenwelt auseinander und stieß auf „Die wilde Jagd“, die der germanische Gott Odin mit seinem Gefolge dort während der Winterstürme abhalten soll. Seine Gattin Frigga wird als „Wolkenweberin“ beschrieben. Das fand Kreipe eine „fantastische Vorstellung“ – und damit war ihr Motiv gefunden: Sie wollte diese Frau, einerseits an der Seite des wilden Odin und zugleich mit so einer zarten Fertigkeit ausgestattet, in ihrer Ambivalenz darstellen. So schuf sie die Bronzefigur, die auf einem Sockel von Travertin zu reiten scheint. Die Skulptur atmet archaische Kraft und ätherische Leichtigkeit zugleich.

Die Künstlerin Andrea Kreipe in ihrem Garten in Böbing.

Die Bildhauerin, die in München studierte, in ganz Bayern wie auch im Ausland regelmäßig ausstellt und mit ihren Kunstwerken mannigfach im öffentlichen Raum vertreten ist, kam 1988 zufällig nach Pischlach, weil sie ein Atelier auf dem Lande suchte. Als der alte Bauernhof verkauft wurde, hatte sie ihren heutigen Mann, einen gebürtigen Böbinger, schon kennengelernt und zog mit ihm auf den Hof seiner Eltern. Dort lebt das Paar nach wie vor. „Ich teile mein Leben zwischen Bildhauerei und Landwirtschaft“, erzählt Kreipe. Neben rund 60 Bergschafen zählen zwei Pferde, fünf Katzen und eine Schar Hühner zum ländlichen Haushalt. Einen Gemüseacker hat sie auch – und natürlich ein geräumiges Atelier.

Skulptur für zwei Jahre ausgeliehen

Spannend war es für die Künstlerin, zu erleben, wie die hier entstandene Frigga nun in der oberfränkischen Landschaft wirken würde. Als sie kürzlich zur Eröffnung des Weges nach Kirchehrenbach reiste, konnte sie mit Freude feststellen, dass sie perfekt in die Umgebung passt. Der dortige Kunst- und Kulturverein, der den Weg initiierte und mithilfe öffentlicher Gelder wie privater Spenden realisierte, hat sich die Skulpturen quasi für zwei Jahre von den Künstlern ausgeliehen: Solange müssen sie auf dem Weg verbleiben, danach können die Schöpfer frei über sie verfügen, sie also auch verkaufen. Da Andrea Kreipe bei ihrem Besuch erleben konnte, wie sich die Dorfbewohner mit „ihren“ Kunstwerken identifizieren, wäre sie aber nicht abgeneigt, wenn Frigga am idyllischen Walberla verbleiben könnte.

Nähere Informationen zum Skulpturenweg, allen Werken und Künstlern (mitsamt Abstimmung über einen Publikumspreis):
skulpturenweg-walberla.de

VON SABINE NÄHER

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