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Der Böbinger Männerdreigsang feiert sein 40-Jähriges mit einem Sänger- und Musikantenhoagart.

Liedgut für das ganze Jahr

Männerdreigesang aus Böbing: Seit 40 Jahren gemeinsam auf der Bühne

Seit 40 Jahren steht der Böbinger Männerdreigsang auf der Bühne. Grund genug für das Trio, zu einem Musikantenhoagart einzuladen.

Böbing – Jager- und Wildererlieder singen die drei Böbinger Männer am liebsten, weil es da so markige Verse gibt wie, „hob di scho dasehgn, bist bei da Meinigen glegn, weard die Zeit scho kemma, wo mir Zwiesprach nemma“. Seit 40 Jahren sind Josef Albrecht, Hermann und Leonhard Bertl im weiten Umkreis als Böbinger Dreigsang unterwegs und dieses Jubiläum möchten sie mit einem griabigen Sänger- und Musikantenhoagart am Samstag, 15. September feiern.

Die drei Brüder Josef, Leonhard und Hermann Bertl haben den Dreigsang im Jahr 1978 angefangen, doch schon nach zwei Jahren stieg der Josef aus und es rückte wieder ein Sepp (mit Nachnamen Albrecht) nach. „Den meisten Wechsel hatten wir bei der Zither“ stellt Leonhard Bertl verschmitzt fest. Er begleitet den Gesang auf seiner Zither und zeigt stolz auf das jetzige Exemplar, eine Kerschensteiner aus dem Jahre 1921. Alle drei singen seit über 40 Jahren im Böbinger Männerchor und fungieren dort als tragende Stimmen oder auch mal Solisten. Weil sie jede Woche in der Chorprobe ihre Stimmen trainieren, braucht es für den Dreigsang keine zusätzlichen festen Proben.

Noch rund zehn Termine pro Jahr

Zu ihren Glanzzeiten, wo sie bis zu 30 Auftritte im Jahr absolvierten, war das trotzdem ziemlich oft. „Jetzt ham wir vielleicht no zehn Termine im Jahr, aber des reicht“, meint Hermann Bertl, denn es soll neben den zahlreichen Männerchor-Einsätzen auch noch Spaß machen. Die Waakirchner Sänger, die es schon lange nicht mehr gibt, waren früher ein bisserl Vorbild. Ihr riesiges Repertoire mit über 100 weltlichen und etwa 50 geistlichen Liedern haben sie aber auch aus Sammlungen des Wastl Fanderl, Kiem Pauli oder gar von einer Radiosendung aufnotiert. „Am liaberen sing ma in der Kirch, weil do die Aufmerksamkeit besser is“ gesteht Sepp Albrecht.

Vom Passions- über Mariensingen, Erntedank bis zur Advents- und Weihnachtszeit hat der Böbinger Dreigsang für den ganzen Jahreskreis ein passendes Liedgut. Früher haben sie zahlreiche Hochzeiten umrahmt, doch inzwischen sind alle im Un-Ruhestand und werden immer mehr zu Beerdigungen gerufen. Von der Stimmlage sind es eigentlich drei Tenöre, was zu ihrem Markenzeichen wurde, denn sie können manches Lied wesentlich höher anstimmen als andere Gruppen. Über ihre zahlreichen Erlebnisse und Anekdoten möchten sie eigentlich nichts so recht rausrücken. „Die vielen verhockten Stunden, des is nicht zum ausrechnen“, meint Albrecht nur schmunzelnd.

Jubiläumshoagart im Scheiberhaus

Wer mit den drei Sängern solche besonderen Stunden erleben möchte, ist herzlich zum Jubiläumshoagart im Böbinger Scheiberhaus eingeladen. Es werden auch die Schönsee-Musi aus Oberhausen, die 142er-Musi aus Flintsbach, das Oimwiesn-Duo, die Lechrainer Sängerinnen, die Brüder Böck aus Weißensee sowie Maria Schweiger als Sprecherin dabei sein. Übrigens: In dem Lied, wo der Jager den Wilderer bei seinem Madl erwischt, heißt es dann zum Schluss: „Ins droht’s daschiaßn, do wer i deiner lachen, weil am Kammerlfensterl oaner fehlt“.

Von Rosi Geiger

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