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Großes Interesse am Thema Mobilfunk: Über 120 Besucher konnte Organisatorin Sabine Mühlbauer (vorne, li.) im Gasthaus Haslacher begrüßen. 

Fachmann zu Gast

Mobilfunk bewegt in Böbing noch immer

Großes Interesse am Thema Mobilfunk zeigten die 120 Besucher eines Vortrags, zu dem die Interessensgemeinschaft „Böbing – unser Dorf soll gesund bleiben“ eingeladen hatte: Prof. Klaus Buchner sprach über Gesundheitsschäden durch Mobilfunk.

Böbing – Die Interessensgemeinschaft „Böbing – unser Dorf soll gesund bleiben“ hatte Prof. Klaus Buchner eingeladen, der einen Vortrag über „Gesundheitsschäden durch Mobilfunk“ hielt. Mehr als 120 Besucher, auch aus Murnau und Garmisch-Partenkirchen waren gekommen. Als „einziger Politiker, der sich zum Thema Mobilfunk kritisch äußert“, wurde Klaus Buchner von Organisatorin Sabine Mühlbauer angekündigt.

Der Europa-Abgeordnete der ÖDP, studierte Physiker und Astrophysiker, der unter anderem am Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in München sowie am europäischen Forschungszentrum CERN in Genf arbeitete und von 1973 bis 2006 Dozent und Professor an der mathematischen Fakultät der TU München war, dürfte einer der wenigen sein, die das Thema fundiert angehen können.

Prof. Dr. Klaus Buchner ist Mitglied des Europa-Parlaments (ÖDP) und kam für seinen Vortrag nach Böbing.

„Menschen, die unter Mobilfunk-Sensibilität leiden, werden oft zum Psychiater geschickt“, sagte Buchner. Tiere und Pflanzen bildeten sich aber nichts ein. Fruchtbarkeitsstörungen und Missbildungen träten bei Kühen, Schafen oder Schweinen oft nach Errichtung von Mobilfunkantennen in der Nähe auf. Die Äste von Bäumen im Strahlungsbereich würden schütter und stürben ab. Probleme beim Menschen seien Schlafstörungen, Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen oder Hautausschläge. In Deutschland seien 25 000 Menschen betroffen. Die Dunkelziffer dürfte seiner Ansicht nach noch höher liegen.

Mobilfunk-Sensible litten unter oft unerträglichen Schmerzen, seien erheblich suizidgefährdet und wüssten sich meist nicht anders zu helfen, als in Gegenden zu ziehen, die vom Mobilfunk weitgehend verschont seien. Laut öffentlichen Studien, die Buchner zitierte, sind chronisch Kranke und Kinder stärker belastet. In einem Tal im Bayerischen Wald, das von Mobilfunk lange Zeit unbelastet war, wurden Urin- und Blutproben vor und nach Aufstellen einer Mobilfunkantenne untersucht. Diese zeigten deutlich, dass der Adrenalin-Wert steigt, was die Abwehrkräfte beeinträchtigt.

Ein Forschungsprogramm der Uni München wies chronische Gereiztheit und Kopfschmerzen bei Jugendlichen, Nervosität und Konzentrationsprobleme bei Kindern aufgrund von Mobilfunkbelastung nach. „Ritalin-Gaben haben sich seit 1992 verfünfundachtzigfacht“, so Buchner. Im Schlaf bestrahlt zu werden, störe zudem die Hormonbildung. All das müsste seiner Ansicht nach nicht sein.

Schuld seien viel zu hoch und willkürlich angesetzte Grenzwerte. In Deutschland liegen die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung ein Vielfaches höher als vom Europarat empfohlen. Dass es auch ohne diese immense Funkleistung geht, haben die Schweiz und Österreich, aber auch Italien und Frankreich vorgemacht. „Es ist technisch machbar, aber aufwändiger und teurer“, so Buchner, der mehr kleinere, sinnvoll platzierte Sender mit geringerer Leistung propagierte.

Wer innerhalb seines Hauses eine bessere Funkleistung möchte, könne dies ganz einfach durch einen Repeater oder Relay-Verstärker erreichen. Gegen hohe Strahlenbelastung könne man sich schützen, indem man eine gute Verbindung suche und das Handy nicht sofort ans Ohr halte, sondern erst, wenn die Verbindung aufgebaut sei. Bei Bewegung durch verschiedene Sendezonen in Auto oder Bahn solle das Handy nicht direkt am Körper getragen werden. Beim Autokauf riet Buchner: „Kaufen Sie das Billigste, das Sie kriegen können, das hat am wenigsten Funk drin!“

Ursula Fröhlich

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