Nur auf den gelb markierten Flächen sind künftig Mobilfunkstandorte möglich. Benötigt werden wahrscheinlich nur zwei. Nachgebessert werden muss beim südöstlichen Standort A05.

Wegen Messfehler 

Mobilfunk: Böbing muss nachsitzen

Ein Schritt vor und einen halben zurück: In Sachen Bebauungsplan für Mobilfunkanlagen wollte der Gemeinderat das Thema endlich abschließen. Da aber falsch gemessen wurde, geht ein Punkt des Teilflächennutzungsplans in der nächsten Sitzung nochmals in die Abstimmung.

Böbing – Seit Juni 2015, als eine Veränderungssperre verhängt wurde, beschäftigt sich die Gemeinde Böbing intensiv mit möglichen Standorten für Mobilfunkanlagen. Um eine möglichst verträgliche Lösung zu finden, wurden Gutachten eingeholt, Planungsbüros beschäftigt, Rechtsanwälte eingeschaltet. Die Kosten hierfür belaufen sich laut Bürgermeister Peter Erhard inzwischen auf fast 70 000 Euro. Das Ergebnis war ein Bebauungsplan mit Teilflächennutzungsplan, der in der letzten Sitzung endgültig beschlossen werden sollte. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses hatte der Gemeinderat die Sitzung in den Gasthof Haslach verlegt. Das Interesse an der Sitzung hielt sich allerdings in Grenzen. Nur elf Besucher verfolgten die Abstimmung.

„Ich bin überzeugt, dass wir den möglichen Rahmen ausgeschöpft und dem Wildwuchs entgegengesteuert haben“, betonte Bürgermeister Peter Erhard vorab. Und gab sich zuversichtlich, dass das „unendliche“ Thema Mobilfunk jetzt bald vom Tisch ist. So sah es an dem Abend auch aus, zu dem auch Dipl. Ing. Hans Ulrich, der die möglichen Standorte ausgearbeitet hatte, Dipl. Ing. Frank Müller-Diesing vom Planungsbüro Müller-Diesing mit Mitarbeiterin Barbara Tänzer und Rechtsanwalt Frank Sommer gekommen waren. Ohne große Diskussionen und einstimmig wurden die Beschlussvorlagen zum Bebauungsplan für Sendemastenstandorte abgesegnet. „Jetzt geht das Ganze zur Genehmigung ans Landratsamt“, kündigte Erhard an.

Das böse Erwachen kam am nächsten Tag. Da stellte sich nämlich heraus, dass das Planungsbüro bei den Abständen zu einigen Wohngebäuden zu großzügig gemessen hatte. Die Zahlen stimmten nicht. So war als Mindestabstand zu Wohnhäusern eine Distanz von 400 Meter festgelegt worden. Da einzelne Gebäude diesen Abstand zu den möglichen Standorten unterschreiten, war im Ausnahmefall eine Verringerung auf 375 Meter festgesetzt worden. Das Planungsbüro räumte allerdings einen Tag später ein, dass auch dieser von einigen Häusern unterschritten werde. Es muss noch einmal neu vermessen und der Abstands-Passus im Beschluss neu abgestimmt werden.

Endgültig beschlossen werden sollen die Beschlussvorlagen zum Bebauungsplan in der nächsten Sitzung am 11. April. Damit ist man aber noch zeitlich im Rahmen, da die Veränderungssperre, die ursprünglich für zwei Jahre verhängt und um ein Jahr verlängert wurde, erst im Juni ausläuft, wie Geschäftsstellenleiter Peter Vogt ausführte. Bürgermeister Peter Erhard betonte, dass auf jeden Fall alles im Vorfeld rechtlich so abgesichert werden soll, dass kein Formfehler den Bebauungsplan aushebeln kann. „Ich hoffe, dass alles, was wir gemacht haben, nicht vor Gericht landet“, so Erhard, der auf die nicht immer einfachen Sitzungen der letzten drei Jahre zurückblickte und hoffte, „dass wir alle nach wie vor immer miteinander reden können.“

Von Ursula Fröhlich

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