Nach dem Kindergarten in Böbing (Foto) übernimmt Regens Wagner Rottenbuch auch das Kinderheim in Böbing
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Nach dem Kindergarten in Böbing (Foto) übernimmt Regens Wagner Rottenbuch auch das Kinderheim in Böbing.

Der Vertrag ist unterzeichnet

Regens Wagner übernimmt Kinderheim Böbing

  • Katrin Kleinschmidt
    VonKatrin Kleinschmidt
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Vor fünf Jahren verabschiedete sich die letzte der Hedwigschwestern aus Böbing. Nach dem Kindergarten übergeben sie nun auch das Kinderheim in neue Hände. Der Träger ist in der Region gut bekannt: Regens Wagner Rottenbuch soll das Werk fortführen.

Böbing – Nein, ein Schnellschuss sollte es nicht werden. Dafür war den Hedwigschwestern das Kinderheim in Böbing zu wichtig. Sie machten sich viele Gedanken darüber, wer die Einrichtung weiterführen könnte. „Es sollte Hand und Fuß haben, in ihrem Sinne weitergeführt werden“, sagt Sabine Seel, Leiterin des Kinderheims St. Hedwig. Und dafür wurde nun der passende Träger gefunden: Regens Wagner Rottenbuch übernimmt zum 1. September.

„Besser hätte es nicht laufen können“, sagt Seel. Für sie wird sich nicht viel ändern, alle 24 Mitarbeiter werden übernommen. Von einem großen Träger wie der Regens Wagner Stiftung, der auch noch vor Ort ist, „können wir nur profitieren“, ist Seel überzeugt. Die Stiftung hat 14 regionale Zentren mit mehr als 60 Standorten in Bayern. In Rottenbuch bietet sie unter anderem Ausbildungs- und Förderzentren und auch Wohnmöglichkeiten an, in Peißenberg hat sie Angebote für junge Erwachsene und eine Förderstätte.

Hedwigschwestern waren 72 Jahre lang in Böbing tätig

Dass die Hedwigschwestern das Kinderheim abgeben, ist für sie nicht leicht, sagt Seel. „Es ist ein Vernunftsweg.“ Die Frauen waren seit 72 Jahren in Böbing verankert, 1949 eröffneten sie das Kinderheim, 1951 auch eine Kindergartengruppe. 2013 verpachteten sie die Kita an die Gemeinde, die 2018 die Einrichtung kaufte. Schon 2016 verließ mit Schwester Lucia die letzte Hedwigschwester Böbing, zog nach Berlin. Sie übergab die Verantwortung damals an Seel, die erste weltliche Leiterin des Kinderheims. Als Träger aber blieb der St. Hedwig-Verein bestehen. Das ändert sich nun.

Regens Wagner erwartet durch die räumliche Nähe zu Rottenbuch „wertvolle Verbindungen und Kooperationen, unter anderem in pädagogischen und organisatorischen Belangen“, heißt es in einer Pressemitteilung. Rainer Remmele, Geistlicher Direktor der Regens-Wagner-Stiftungen, betonte bei der Vertragsunterzeichnung: „Mit unserem ,Ja!‘ zur Übernahme wollen wir bewusst Verantwortung übernehmen für eine Begleitung von Kindern und Jugendlichen in herausfordernden Lebenssituationen hier in der Region.“

Harmonischer Wechsel

Laut Achim Gerbig, Gesamtleiter in Rottenbuch, kamen die Hedwigschwestern im Januar auf die Stiftung zu. „Sie fragten uns, ob wir die Arbeit weiterführen können“, erinnert er sich. Die Entscheidung sei relativ leicht gewesen und schnell gefallen. Dass der Wechsel zum 1. September stattfindet, habe rein organisatorische Gründe. In diesem Monat enden die Sommerferien, ein neues Schuljahr beginnt. „Das ist ein harmonischer Wechsel“, findet Gerbig. Groß bemerkbar machen soll der sich nicht. „Es läuft alles wie bisher.“

Genau das war laut Seel auch den Hedwigschwestern wichtig: Sie seien froh, mit der Stiftung einen katholischen Träger gefunden zu haben. Der bekommt mit dem Kinderheim eine Einrichtung, die Platz für 18 Kinder und Jugendliche hat. Diese stammen aus dem Landkreis, aber auch aus anderen Regionen.

Der Leitspruch des Hauses ist „Hier kann ich wachsen“. Das Heim bietet individuelle Förderangebote für die Kinder und Jugendlichen. Zudem stehen das Leben und Lernen in der Gruppe im Fokus. Mit Regens Wagner hat sich nun ein Träger gefunden, dessen Leitspruch perfekt harmoniert: „... ich finde meinen Weg“.

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