Zur Infoveranstaltung hatte Sabine Mühlbauer ins Café Tralmer in Böbing geladen. foto: kindlmann

Böbinger haben Angst vor Mobilfunkmast

Böbing - Die Gemeinde Böbing bekommt einen Mobilfunkmasten. So viel ist klar. Unklar ist allerdings, an welchem Standort dieser Mobilfunkmast gebaut werden soll.

„Wir werden einen tragbaren Weg finden und den Pfad der Tugend nicht verlassen“, versprach Böbings Bürgermeister Peter Erhard. Auf der Informationsveranstaltung im Böbinger Café Tralmer, zu der Sabine Mühlbauer eingeladen hatte, hielt sich Böbings Bürgermeister bedeckt. „Ich bitte um Verständnis, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt keine konkrete Aussage machen kann.“ Er könne die im Außenbereich ins Auge gefassten Möglichkeiten noch nicht preisgeben. Und er versprach, „sobald sich etwas Konkretes abzeichnet, werde ich die Öffentlichkeit informieren“. Das habe mit Geheimniskrämerei nichts zu tun.

Erhard verwies auf den Mobilfunkpakt Bayern, wonach Anbieter gehalten sind, im Dialogverfahren gemeinsam mit der jeweiligen Gemeinde einen geeigneten Standort zu suchen. Nicht im Wohngebiet und mit möglichst geringer Strahlung in den Ort hinein. „Irgendjemand ist immer nah dran“, meinte dazu Sabine Mühlbauer. Quasi als Einstieg in die Informationsveranstaltung, hatte Andreas Körte, Doktor der Biologie, auf die Gefahren erhöhter Strahlung hingewiesen. Er verwies dabei auf eine Studie, die Professor Buchner in Rimbach im Bayerischen Wald gemacht hatte. Strahlungsdichte aktiviere das Stresssystem und erzeuge Bluthochdruck. Wer über längere Zeit einer Strahlung ausgesetzt sei, leide an Erschöpfungszuständen, Schlaflosigkeit und Ermüdung. Erhöhte Adrenalinwerte seien bereits drei Monate nach Aufstellung eines Sendemasten bei Leuten gefunden worden. Nach eineinhalb Jahren würden diese Werte zwar wieder zurückgehen, aber nie mehr auf den Ausgangswert.

Sabine Mühlbauer warnte vor „Wildwuchs.“ Anbieter würden Privatleute ansprechen, bevor sie an die Gemeinde gehen. Sollte sich jemand entschließen, müsste er eine deutliche Wertminderung seiner Immobilie in Kauf nehmen. Auch würde kein Betreiber den Mobilfunkmasten versichern. „Der Grundstückeigentümer haftet.“ Im Übrigen sind Sendeanlagen bis zu einer Höhe von zehn Metern nicht genehmigungspflichtig.

An Diskussionsbeiträgen im mit knapp 40 Interessierten bis auf den letzten Platz gefüllten Café Tralmer hat es nicht gemangelt. Ludwig Wörmann ist der Meinung, „das Festnetz ist ausreichend“. Christine Bair in Richtung Wörmann, „du brauchst es nicht, viele schon“. Johann Bründl („ich bin ein Zugereister“) meinte, wenn die Gefahren der Strahlung so eklatant hoch seien, müssten in München lauter Kranke rumlaufen. Josef Tralmer meinte, „beim Handy entscheidet jeder selber, bei Masten nicht“. Stefan Diepold ist nicht so ganz klar, warum Böbing einen Mobilfunkmasten braucht. Ludwig Wörmann kam diese Frage grad recht. „Wer keinen Empfang hat, soll halt ein paar Meter gehen, irgendwo hat er schon einen.“ Im Unterdorf, so Peter Erhard, ist jedenfalls kein Empfang.

Der Mobilfunkmast wird kommen. Erhard: „Die Kommune kann nicht sagen, wir wollen in Sachen Mobilfunk ein weißer Fleck bleiben.“ Weitere Infos versprach der Bürgermeister für Dezember.

wk

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