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Ein ausgewiesener Fachmann: Der TV-Börsenexperte und frühere Auslandskorrespondent Markus Gürne.

Börsenexperte Markus Gürne im forum pfaffenwinkel

Auf die Qualität der Informationen achten

Peiting - Im Fernsehen erklärt Markus Gürne immer kurz vor 20 Uhr die Welt der Börse. Über Aktienentwicklung und globale Zusammenhänge sprach er jetzt auch in Peiting.

Aus seiner Zeit als Auslandskorrespondent bringt der gebürtige Stuttgarter eine exzellente Expertise des Weltgeschehens mit. Und wie ein Peter Scholl-Latour lässt er auch den Normalverbraucher an seinem Wissen teilhaben und erklärt, wie die Welt tickt. Durch gute Kontakte ist es dem Geschäftsführer der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel, Mario Lindauer, gelungen, Gürne nach Peiting zu holen.

Die Ukraine, der Euro, Griechenland, der Nahe Osten: Sie alle stehen für Krisen. Krisen, die, glaubt Markus Gürne, Auswirkungen auf unseren Geldbeutel haben. Dazu hat Gürne einen exklusiven Einblick, trifft unter anderem bei den Vereinten Nationen in Genf auf illustre Vertreter aus Politik, Finanz und Militär. So habe man einen Gesprächskreis gebildet, gab Gürne zu, dem hochrangige Militärs und Diplomaten gehören. Die Diskussionen seien immer sehr spannend: „Weil wir über die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven debattieren, was Sie und uns beschäftigt, jeden Tag.“

Das seien die drei großen Krisen in Europa, die alle kennen würden. Und er wolle seinen Zuhörern andere Perspektiven vermitteln, unter denen man diese Krisen auch sehen könne. „Wie es der Russe vielleicht sieht, wie es der Chinese sieht.“ Und danach, versprach er, hätten die Zuhörer ein differenzierteres Bild und könnten sich Gedanken darüber machen: „Was heißt das denn jetzt?“.

Analysen und Interpretationen

Neben dem Offensichtlichen präsentierte Gürne seinem Publikum auch Analysen und bot gleichzeitig Interpretationen an. Und verglich etwa die Krim- mit der Kubakrise. Ausgelöst durch die Tatsache, dass die jeweilige Supermacht quasi in ihrem Hinterhof bedroht wurde. Wie Moskau seinerzeit Atomraketen in der Karibik stationiert hatte, durch die die Vorwarnzeit erheblich gesunken war, so expandierte auch die NATO nach Osten und rückte dem „russischen Bären“ auf den Pelz.

Auch das Thema Flüchtlingspolitik schnitt der Experte an und warnte, dass diese Problematik mit jedem Tag wachse. Mit einem Exkurs in die Geschichte und Entwicklung der Regionalmächte Saudi Arabien und Iran, vor allem den Unterschieden, die der mit einer Halbperserin verheiratete Gürne aus erster Hand kenne, versuchte er zu erklären, was es mit dem Wettrüsten im Nahen Osten auf sich hat.

Von Arabien aus ist es ein kleiner Schritt nach Asien und den dortigen Problemen, mit denen der frühere Südostasienkorrespondent ebenso vertraut ist. Haben sich doch etwa die USA mittlerweile von Europa abgewandt und sind nun vor allem auf diesem Gebiet sehr aktiv.

Betrachtet man diese Parameter, wird auch deutlich, wie Gürne zu seiner Schlussfolgerung gelangt, dass die EU, aber auch der Kontinent, nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Insbesondere, wenn es den Politikern nicht gelingt, mit einer Stimme zu sprechen. 

Europäische Union mit untergeordneter Rolle

Mit einem Seitenhieb in Richtung England ging Gürne auch auf die Rolle Deutschlands ein. Oder vielmehr, wodurch sich unsere Politiker zum Gespött in aller Welt machen. So war etwa der frühere Bundespräsident Horst Köhler zurückgetreten, nachdem er in einem Interview gesagt hatte, ein Staat müsse auch seine Wirtschaftsinteressen notfalls mit der Waffe verteidigen. Mittlerweile aber gehe man hier andere Wege. „Denn wer keine Ressourcen, also nichts im Boden hat“, so Gürne, „muss es in der Birne haben.“ Und dieses Wirtschaftsgut versuche die Bundesrepublik nun zu exportieren, etwa nach Indien.

Solcherlei Informationen zu besitzen sei Geld wert, befand Gürne. Weshalb er den Anwesenden auch riet, sich genau zu informieren und dabei vor allem auch auf die Qualität der Information zu achten.

Oliver Sommer

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