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Ein Geschenk als Dank: Pfarrer Josef Fegg überreichte es Kirchenpfleger Josef Lorenz (r.) für zehn Jahre im Amt.

Neujahrsempfang in Rottenbuch

Botschaften verkünden, Orgel sanieren

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Rottenbuch - Premiere in Rottenbuch: Pfarrgemeinde und politische Gemeinde luden erstmals im öffentlichen Rahmen zum Neujahrsempfang. Genutzt wurde das Beisammensein, um sich für das vielfältige Engagement zu bedanken. Ein Großprojekt war Thema: die Renovierung der Kirchenorgel.

Auch für Rottenbuchs Pfarrer Josef Fegg war es an Heilig-Drei-König eine Premiere: Der Geistliche, seit 1. September 2016 im Klosterdorf im Amt, beging seinen ersten Neujahrsempfang. Zu diesem lädt traditionell der Pfarrgemeinderat ein, heuer zusammen mit der politischen Gemeinde.

Und der Pfarrer nutzte die Gelegenheit, um im Rathaus-Foyer eine Bilanz seiner ersten 100 Tage zu ziehen. „Ich habe mich gut eingelebt“, sagte er. Fegg zählte die ersten Schritte auf, die in seiner noch kurzen Amtszeit unternommen worden waren – das reichte von einer neuen Gottesdienstordnung bis zur Überarbeitung des Pastoralkonzepts im Pfarrverband.

„Wir werden uns verstärkt auf die Kinder- und Jugendarbeit fokussieren“, ergänzte Fegg. Allerdings: „Das geht nicht ohne Eure Mithilfe“, würdigte er die Unterstützung von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung. Auch aus diesem Grund, wurde zum Empfang diesmal die Kirchenmusik, Chor und Bläser, eingeladen – denn „Musik erreicht die Herzen und verbindet ganz ungemein“, wie der Pfarrer bekräftigte. Überhaupt, betonte er schmunzelnd: „Ich liebe die Musik, nicht nur die Toten Hosen“. Bekanntlich wirbt der Geistliche mit Bürgermeister Markus Bader in einem Videoclip um ein Hauskonzert der Düsseldorfer Punkband.

Für 2017 hat sich Josef Fegg für sich und den Pfarrverband einiges vorgenommen: die Glaubensbotschaft hinaus zu den Menschen bringen und „die Freude des Evangeliums verkünden“. Genau dafür sei Musik wichtig, schlug der Pfarrer den Bogen zu anwesenden Sängern und Musikern. Überhaupt die Musik: Die alte Orgel in der Stiftskirche Mariae Geburt ist ein Sorgenkind geworden. Die Pfarrei muss sich dem Instrument in ihrem Rokoko-Schmuckstück annehmen. Das Grundgerüst stammt noch von 1746 und wurde einst von Balthasar Freywies gebaut. Im 18. Jahrhundert erfolgten mehrerer Umbauten, zuletzt wurde das Instrument Anfang der 1960er Jahre auf Vordermann gebracht.

Eine Restaurierung „ist dringend notwendig“, wie Kirchenpfleger Josef Lorenz, der zuvor ein Geschenk zum Zehnjährigen in dem Amt erhalten hatte, auf Nachfrage erklärte. Immerhin gebe von dieser Orgel nur zwei Stück, eines davon im Kloster Irsee. Allerdings ist noch unklar, wohin die Reise geht und auf welchen Stand die Orgel hergerichtet wird. Laut Pfarrgemeinderatsvorsitzendem Albrecht Bögle sollen jetzt die Gespräche mit Denkmalamt und Ordinariat anlaufen. Klar ist nur, dass auf die Pfarrei erhebliche Kosten zukommen werden. Eine erste Schätzung liegt bei rund 700 000 Euro. Gut, dass es bereits eine Zuschusszusage gibt: Laut Bögle gibt ein Sonderprogramm des Bundes immerhin 300 000 Euro dazu. Den Rest aber, sollten sich keine weiteren Töpfe auftun, muss der Pfarrverband aufbringen. Klappt alles, könnten die Arbeiten zum Jahresende beginnen.

Lobende Worte in Richtung der katholischen Gemeinde kamen beim Empfang vom weltlichen Vertreter Rottenbuchs: Bürgermeister Bader zeigte sich stolz auf die gelebten christlichen Werte im Dorf – und auf das gute Miteinander. „Die Basis unserer abendländischen Kultur ist, dass wir Bürger miteinander zurechtkommen.“ Bader, der eine „Eigenschaftslosigkeit und Teilnahmslosigkeit“ in den Städten anprangerte, wünscht sich für seinen Ort eines: „Dass wir selbstbewusst leben.“

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