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Nach dem Brand musste die Ammermühle kurzzeitig evakuiert werden.

Polizei gibt bekannt

Ammermühle-Brand: Drei Bewohner als Tatverdächtige

Rottenbuch - Nach dem Brand in der Asylbewerber-Unterkunft in der Ammermühle bei Rottenbuch hat die Polizei drei Tatverdächtige ermittelt. Junge Bewohner haben das Feuer laut Polizei wohl mutwillig gelegt.

Update vom 20. Oktober 2016: Wohin mit „schwierigen“ Asylbewerbern? Gängige Praxis im Landkreis ist es, Problemfälle in Unterkünfte mit Sicherheitskräften zu verlegen - auch in die Ammermühle.

In der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber war es – wie berichtet – am 22. Dezember gegen 22.45 Uhr zu dem Brand gekommen. Ein Spender für Papierhandtücher in einer Einzeltoilette im ersten Stock stand in Flammen. Der Brand war zwar schnell gelöscht, doch zogen sich ein Asylbewerber und ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes bei Löscharbeiten Rauchvergiftungen zu und wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Bei ihren Ermittlungen sei die Polizei schnell auf drei Pakistani als Tatverdächtige gestoßen, hieß es gestern beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim. Die drei jungen Männer im Alter von 18, 20 und 24 Jahren hätten nach dem derzeitigen Kenntnisstand das Feuer gelegt, weil sie mit dem Sicherheitsdienst in der mit 87 Bewohnern belegten Unterkunft unzufrieden waren. Zugegeben hätten sie die Tat aber noch nicht. Doch der Verdacht gegen sie habe sich erhärtet.

Gegen die drei Männer aus Pakistan wird nun wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Ob sich die Tatverdächtigen derzeit noch in der Ammermühle aufhalten, konnte die Polizei am gestrigen Sonntag nicht mitteilen.

Sicher ist sie sich bei dem Fall: „Ein fremdenfeindlicher Hintergrund kann ausgeschlossen werden.“ Dieser Satz kommt in der Pressemitteilung, die das Polizeipräsidium am Wochenende herausgab, gleich zweimal vor. Kurz nach dem Brand hatte ein Sprecher schon mitgeteilt, dass das Feuer sicher ohne „Einwirkung von außen“ entstanden sei. In der Nacht des Brandes hatte der Sicherheitsdienst das Gebäude vorübergehend räumen lassen. Die Feuerwehr Rottenbuch löschte den Brand. Der Schaden, der durch das Feuer in der Toilette entstand, wurde auf etwa 10 000 Euro geschätzt.

Der Bürgermeister von Rottenbuch, Markus Bader, sagte gestern, der Vorfall habe seines Wissens keine größeren Auswirkungen auf den Betrieb in der Ammermühle gehabt. Er finde es aber „sehr, sehr gut“, wenn die polizeilichen Ermittlungen erfolgreich seien.

Stephanie Uehlein

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