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Die grün markierten Bereiche sollen mit schnellem Internet aufgerüstet werden.

Schnelles Internet

Breitband-Konzept für ganz Böbing

Böbing - Ein vielversprechendes Konzept wurde den Böbingern in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt. Es geht um den Breitbandausbau, der selbst für den abgelegensten Haushalt realisiert werden soll.

"Bürger, Gemeinderat, wir alle stehen „zu 100 Prozent dahinter“, sagt Böbings Bürgermeister Peter Erhard. Der flächendeckende Breitbandausbau habe oberste Priorität. Damit es in seiner Gemeinde keine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt, soll auch der abgelegenste Hof mit einer schnellen Internetverbindung versorgt werden. „Unser großes Ziel ist, alle Haushalte mit mindestens 30 Mbit/s zu versorgen.“

Das Kapitel Breitbandausbau in Böbing wurde in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag wieder aufgenommen. Zu Gast war Winfried Kopperschmidt vom Ingenieurbüro IKT. Er berät die Böbinger in Sachen Breitbandausbau. Und sorgte mit seinem Konzept und den Worten „es ist realistisch, alle Böbinger Haushalte mit Glasfaser zu versorgen“ für Begeisterung.

Selbst die Wohnhäuser im – salopp gesagt – hintersten Loch sind bei der geplanten Erschließung fest eingeplant. „Wir haben das Glück, dass es gerade in den abgelegenen Gebieten einige Telefontrassen gibt“, sagt Kopperschmidt. Schließlich könne man ein Glasfaserkabel auch an die vorhandenen Leitungen dranhängen. „Vorausgesetzt der Mast ist stabil genug, hält er auch den kalten, schneereichen Wintertagen stand.“ Es muss also nicht immer eine kostenintensivere Erdverkabelung sein.

Wo konkret gegraben  oder das Kabel tatsächlich an einer Freileitung entlang gezogen wird, steht noch offen. „Die Ausschreibung für den Ausbau erfolgt im September“, sagt Erhard. Definitiv fest stehen dafür die Erschließungsgebiete – vier an der Zahl (siehe Grafik). Und zwar ohne Böbing, Pischlach und Wimpes. Diese Orte bzw. Ortsteile werden bereits seit 2012 mit flotten 30 Mbit/s versorgt.

200 000 Euro mussten für den damaligen Breitbandausbau, gemeinsam mit der Gemeinde Rottenbuch, aus der Gemeindekasse beigesteuert werden. Diesmal sollen es geschätzte 300 000 Euro sein. Das wären genau ein Viertel der Gesamtkosten von voraussichtlich 1,2 Millionen Euro. Denn die restlichen 900 000 Euro sollen aus dem Fördertopf des Freistaats Bayern kommen. „Wir können den Fördertopf voll ausschöpfen“, sagt Erhard hörbar erfreut. Warum? Weil die Erschließungsgebiete zum Teil sehr schwer zu erreichen sind. „Und genau dafür hat Finanzminister Markus Söder dieses Förderkonzept entwickelt hat“, so Kopperschmidt.

Schon gegen Ende des Jahres könnten sich die Böbinger wieder auf Augenhöhe begegnen – zumindest in Sachen flotter Internetverbindung, die laut Erhard schon allein anhand folgender Beispiele dringendst gebraucht wird. „Wir haben in Böbing einige Gewerbetreibende, außerdem viele Leute, die über ein Home Office von Zuhause aus arbeiten, und auch unsere Landwirte hinterlegen mittlerweile ihre Tierbestände komplett online.“

Johannes Schelle

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