Mit einfachem Handwerkzeug und viel Engagement verhelfen Freiwillige seltenen Tier- und Pflanzenarten am Lech wieder zu mehr Licht und Luft. So werden heimische Pflanzenarten wieder mehr gefördert. Foto: FKN

Breite Allianz für Artenschutz am Lech

Schongau - Bereits zum dritten Mal findet in dieser Woche ein Workcamp mit Freiwilligen statt, in dessen Rahmen Naturschutz- und Landschaftspflegemaßnahmen am Schongauer Lech umgesetzt werden.

Lechtal-Gebietsbetreuer und Organisator Stephan Günther freut sich, dass die Aktion Unterstützung von allen Seiten erfährt.

Feuer-Lilie, Sumpfgladiole und Frauenschuh wuchsen früher an vielen Stellen in den Lechleiten. Ihre bunte Blütenpracht war der schönste Beweis für die Lebensraumvielfalt in den steilen Hängen. Doch heute ist der Lebensraum für viele bedrohte Arten am Lech knapp geworden. Nur an wenigen Plätzen konnte die ursprüngliche Vegetation sich behaupten.

Gebietsbetreuer Stephan Günther vom Verein Lebensraum Lechtal weiß, dass dies in den meisten Fällen nicht dem Zufall zu verdanken ist, sondern dem Engagement aufmerksamer Naturfreunde. „Kleine Oasen der Artenvielfalt finden wir heute da, wo jemand sich ein Herz fasste und die schutzbedürftigen Pflanzen unterstützte. Schonende Mahd oder Beweidung kann nämlich die Konkurrenz durch unempfindlichere Gräser und Gebüsch soweit verringern, dass die seltenen Arten weiterhin ein Auskommen haben.“

Einer, der sich schon seit Jahrzehnten auf diesem Wege um die Artenvielfalt am Lech verdient gemacht hat, ist Alfred Gößmann aus Schongau. Der pensionierte Lehrer und versierte Botaniker bemerkte früh, dass Arten wie Enzian, Knabenkraut und Schneeheide immer seltener wurden. Und er ist sich nicht zu schade, auch mit 79 Jahren immer noch mit Balkenmäher und Rechen Landschaftspflege zu betreiben. „Ohne Gößmanns großartiges Engagement wären bestimmt manche Pflanzenarten aus dem Lechtal verschwunden!“ ist sich Günther sicher. Die bisherigen Pflegeflächen sind jedoch sehr kleine Inseln, die jeweils nur wenigen Exemplaren der bedrohten Arten Platz bieten.

Im Rahmen eines Arbeitseinsatzes von Freiwilligen sollen jetzt die Biotopflächen vergrößert werden: „Indem wir im Umgriff Gebüsch und einzelne Bäume entfernen, kommen wieder mehr Licht und Wärme auf den Boden. So können sich Frauenschuh und Sumpfgladiole wieder über die bisherigen Pflegeflächen hinaus ausbreiten“, erläutert Günther.

Besonders freut sich Günther über die breite Unterstützung, die er bei Planung und Organisation im Vorfeld erhalten hat: „Egal ob Fachbehörden, Politik oder Grundeigentümer - alle sind bereit, uns zu unterstützen!“

So stellt die EON Kraftwerke AG eines ihrer Grundstücke zur Verfügung, um den Lebensraum für gefährdete Arten wieder zu vergrößern. „Wir haben schon letztes Jahr gut zusammengearbeitet, als es um die Freistellung einer Uhu-Brutnische auf einem EON-Grundstück ging“, erinnert sich Günther. Auch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim und ein Landwirt aus Burggen gaben ihr Einverständnis für Auslichtungsmaßnahmen auf ihren Grundstücken. Die Untere Naturschutzbehörde stellt die benötigten Gelder zur Verfügung, auch die Forstverwaltung wurde eingebunden.

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