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Angeregte Diskussionen gab es schon vor dem offiziellen Start der Info-Veranstaltung. Auf Info-Tafeln hatte die Stadtverwaltung unter anderem Kartenausschnitte und spezielle Infos für Anwohner gepinnt.

info-veranstaltung parkraumkonzept

Bürger-Wunsch: Überall eine Stunde kostenlos parken

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Schongau - Durchaus Lob, aber auch deutliche Kritik gab es am Mittwochabend bei der Infoveranstaltung im Ballenhaus zum neuen Parkraumkonzept. Immer noch zu kompliziert, war ein oft gehörter Satz. Den größten Applaus gab es stets, wenn gefordert wurde, in der kompletten Altstadt eine Stunde kostenlos parken zu dürfen.

„Wir hetzen uns ab, und dann geht es erst um 18.30 Uhr los.“ Nicht nur dieser Besucher war mächtig angefressen. Auch andere ärgerten sich, dass der offizielle Teil eine halbe Stunde später begann als gedacht, weil die Stadt erst einmal Raum für Information, Gespräche und erste Anregungen geben wollte. Doch die Aufwärmrunde mit Getränken und Butterbrezen wurde von anderen gerne genutzt: Die Mitarbeiter der Stadt, allen voran Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt, die das Parkraumkonzept entwickelt hat, waren ständig in Gespräche mit Bürgern vertieft.

Rund 100 waren gekommen, und die erfahrene Moderatorin Maren Schüpphaus aus München mit ihrem Team wollte es ganz genau wissen: Wer interessiert sich, wie künftig in Schongaus Altstadt geparkt werden darf? Touristen waren erwartungsgemäß keine da, Auswärtige, die in der Altstadt arbeiten, schon mehr als zehn. Dazu eine Menge Geschäftsleute, und als Schüpphaus fragte, wer von den Anwesenden in der Altstadt wohnt, gingen fast alle Finger nach oben. Damit war klar, was besonders in der Kritik stehen würde. Voigt hatte nämlich einige Bereiche definiert, in denen nach 18 Uhr nur noch Anwohner parken dürfen (blaue Zone), dafür sollen sie in der gelben Zone auf den Hauptverkehrsstraßen nicht mehr stehen dürfen und in der Tiefgarage tagsüber zahlen müssen.

Fast voll besetzt war der Ballenhaussaal bei der Infoveranstaltung unter dem Namen „Altstadtparken neu gedacht“.

Die Diskussion stand aber erst ganz am Ende der dreieninhalbstündigen Veranstaltung. Zuerst erklärte Bürgermeister Falk Sluyterman noch die Hintergründe für das neue Konzept und Voigt legte ihre Überlegungen dar. Die Stichwörter waren: Ersatz für wegfallende Parkplätze in der Altstadt außerhalb schaffen, Dauerparker nach außen drängen, die Frequenz erhöhen – und nicht zuletzt die derzeit acht verschiedenen Parkzonen, die auch Sluyterman schon verwirrt haben: „Als ich vor acht Jahren erstmals in Schongau war, habe ich prompt einen Strafzettel bekommen, weil das so schwer zu durchschauen ist.“ Man werde nicht alle überzeugen können, das sei klar. Aber man habe zu der Veranstaltung geladen, um mit den Bürgern in den Dialog zu treten und das Konzept eventuell an manchen Stellen noch zu verändern.

Nachdem sich die Besucher in Gruppenarbeit noch einmal ausgetauscht hatten, wurde schnell klar, was die Bürger gerne verändern würden: „Es ist immer noch zu kompliziert“, hieß es öfter. Zwar sind es nur noch drei Zonen, doch wer dort wann und wie lange stehen darf, ist eine kleine Wissenschaft für sich. Es gab zwar Lob unter anderem fürs geplante Handy-Parken, die große gelbe Zone an den Hauptachsen mit einer Stunde kostenloser Parkzeit und die für Anwohner reservierten Nacht-Stellplätze in manchen Straßen. Doch die Liste der Kritikpunkte war deutlich länger (siehe Kasten).

Gegen Ende wurde die Diskussion sogar noch etwas lautstarker, weil die Anwohner weiterhin überall parken wollen. „Wenn Sie vor den Geschäften stehen, ist das aber ein Problem“, betonte Voigt, und Moderatorin Schüpphaus, die beide Seiten mit kritischen Fragen konfrontierte, betonte: „Nicht jeder hat ein Recht auf einen eigenen Parkplatz.“ „Doch, weil wir sie teuer ablösen mussten“, war die Antwort aus dem Publikum. Peter Blüml sprach vermutlich für viele, als er sagte: „ich habe Zweifel, ob das Konzept so umzusetzen ist.“

Yvonne Voigt hat das Parkraumkonzept erstellt.

Damit werden sich Stadt und Stadtrat bald befassen müssen. Das Team von Schüpphaus wird die Dokumentation des Abends übersichtlich zusammenstellen und allen Teilnehmern zuschicken. Danach, vermutlich gleich nach den Pfingstferien, wird der Stadtrat das Thema noch einmal diskutieren. Vor der Sommerpause soll eine Entscheidung fallen, damit das neue Parkraumkonzept im Herbst umgesetzt werden kann – wie immer es aussehen mag. „Und nach einem Jahr werden wir evaluieren, wie es funktioniert“, kündigte Sluyterman an.

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