+
Die beiden Gewinner des Wahlabends: Peter Ostenrieder (CSU) und Annette Luckner (SPD) holten bei der Bürgermeisterwahl in Peiting die meisten Stimmen und stehen sich in zwei Wochen in der Stichwahl gegenüber.

Kommunalwahl 2020

Bürgermeisterwahl in Peiting: Peter Ostenrieder (CSU) und Annette Luckner (SPD) sind in der Stichwahl

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
    schließen

Der Fünfkampf wird zum Duell: Weil keiner der Bürgermeisterkandidaten in Peiting am Wahlsonntag die absolute Mehrheit an Stimmen errang, muss die Stichwahl über die Nachfolge des scheidenden Rathauschefs Michael Asam entscheiden. In zwei Wochen heißt es damit: Peter Ostenrieder (CSU) oder Annette Luckner (SPD).

Update, 27. März: Am 29. März stehen die Stichwahlen im Landkreis Weilheim-Schongau an: In unserem Live-Ticker erfahren Sie Ergebnisse, News und Reaktionen vom Wahltag.

Peiting – Noch bevor in den 17 Peitinger Stimmbezirken am Sonntagabend die Auszählung begann, klopfte Christian Lory bereits an die Rathaustür. Der Bürgermeisterkandidat der Unabhängigen Peitinger kam nicht allein, er hatte seine Frau und seine beiden Töchter als Glücksbringer dabei. An mangelndem Daumendrücken konnte es also nicht gelegen haben, als im Besprechungszimmer um 18.09 Uhr das Ergebnis des ersten ausgezählten Stimmbezirks in Herzogsägmühle über den großen Bildschirm flimmerte. 

Gerade einmal 6,2 Prozent für Lory – „ausbaubar“, kommentierte der Kaminkehrermeister. Immerhin: Am Ende sollte sich Lorys Ergebnis mit 11,8 Prozent fast verdoppeln. Mit der Entscheidung hatte er damit freilich nichts zu tun. Gleiches galt für Thomas Elste (Grüne), dem nur 9,1 Prozent der Wähler ihr Vertrauen schenkten, und Andreas Schmid (BVP), der es mit 17 Prozent immerhin unter die ersten Drei schaffte.

Peter Ostenrieder mit Start-Ziel-Sieg

Lachende Gewinner waren an diesem Abend andere. Mit 35,3 Prozent vereinte Peter Ostenrieder (CSU) nicht nur die meisten Stimmen auf sich, der Birkländer legte quasi einen Start-Ziel-Sieg hin. Er lag von Beginn an komfortabel vorne, holte in seinem Heimatdorf satte 74 Prozent. Er sei lange nicht so nervös gewesen wie heute, gab Ostenrieder zu, als er um kurz nach 19 Uhr, als gerade der letzte Stimmbezirk ausgezählt war, als letzter Kandidat im Rathaus erschien. Bis dahin hatte er im Gasthof Buchberger gemeinsam mit der Peitinger CSU die Zwischenstände am Handy verfolgt.

Annette Luckner saß zu diesem Zeitpunkt bereits seit 20 Minuten am Tisch des Besprechungsraums. Immer wieder hielt ihr Mann Karl der SPD-Kandidatin sein Mobiltelefon hin. Die Zahlen, die dort zu sehen waren, sorgten bei beiden für zufriedene Gesichter. 26,9 Prozent standen am Ende für Luckner zu Buche, die keinen Hehl aus ihrer Erleichterung machte, es damit in die Stichwahl geschafft zu haben. „Das freut mich total“, sagte die Dinkelscherbenerin.

Grünen-Kandidat „schwer enttäuscht“

Versteinerte Miene dagegen bei Thomas Elste, der sich „schwer enttäuscht“ über sein Ergebnis zeigte. „Dass es so schlecht ausfällt, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der Grünen-Kandidat, der nach einem „intensiven Wahlkampf“ sichtlich um Fassung rang. „Ich hätte mir für Peiting einen Politikwechsel gewünscht, aber jetzt bleibt wohl alles beim Alten.“

Enttäuschte Worte fand auch Andreas Schmid. Sein Wahlziel von mehr als 20 Prozent habe er leider nicht geschafft, sagte der BVP-Kandidat, der die ersten Zwischenstände zuhause im Kreis der Familie verfolgt hatte. Dass er sich für eine V-Baumarkt-Ansiedlung ausgesprochen habe, hätte ihn manche Stimme gekostet, versuchte sich Schmid in einer ersten Analyse. Enttäuscht zeigte er sich auch über die Wahlbeteiligung von 65 Prozent. Das „intensive Jahr“, das hinter ihm liege, wolle er aber nicht missen. „Ich habe viel dazu gelernt.“

Mehr erhofft vom Wahlsonntag hatte sich auch der Kandidat der Unabhängigen. Wenn er sich auch im Vorfeld nicht viele Gedanken über das Ergebnis gemacht habe: „In die Stichwahl wäre ich gern gekommen“, gab Lory zu.

Dieser Herausforderung stellen sich in zwei Wochen nun andere. So gut sein Ergebnis gewesen sei: „Jetzt beginnt alles bei Null“, sagte Ostenrieder. Genauso sah es seine Kontrahentin. Der Vorsprung des CSU-Kandidaten mache sie nicht nervös, betonte Luckner mit Blick auf das Ergebnis. Ein Handicap teilen derweil beide. Wegen der aktuellen Corona-Problematik sind öffentliche Wahlkampfveranstaltungen tabu.

Lesen Sie auch:

Bei der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Weilheim-Schongau werden Landrat, Bürgermeister, Gemeinderäte und Kreistag gewählt. Alle wichtigen News, Ergebnisse und Statements nur hier bei uns im Live-Ticker.

Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Schongau-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Schongau - inklusive aller Entwicklungen rund um die Kommunalwahlen auf Gemeinde- und Kreisebene. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Flugzeugabsturz: Maschine kracht in ein Waldstück - Rettungskräfte erwartet Überraschung
Zahlreiche Einsatzkräfte rückten am Sonntagabend in Tritschenkreut bei Peißenberg aus. Ein Ultraleichtflugzeug war dort nahe der Graslandebahn abgestürzt.
Flugzeugabsturz: Maschine kracht in ein Waldstück - Rettungskräfte erwartet Überraschung
85 Computer für die Schulen
Insgesamt 85 Computer haben die Vorstände Mario Lindauer und Stephan Rupprecht von der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel an acht Schulen in der Region übergeben.
85 Computer für die Schulen
Wegen Frost: Viele Straßen in Schongau sind sanierungsbedürftig
Die ganz großen Sprünge wird die Stadt Schongau in nächster Zeit wohl nicht machen können, aber gerade im Straßenunterhalt gibt es dringende Maßnahmen, die nicht weiter …
Wegen Frost: Viele Straßen in Schongau sind sanierungsbedürftig
Wolf in Bayern gesichtet: Jäger mahnt - zehn tote Schafe in Oberbayern und Tirol gefunden
Ein Wolf treibt sich in einem Landkreis in Oberbayern herum. Nun wurden 100 Kilometer weiter, ebenfalls in Oberbayern (sowie in Tirol) zehn tote Schafe gemeldet.
Wolf in Bayern gesichtet: Jäger mahnt - zehn tote Schafe in Oberbayern und Tirol gefunden

Kommentare