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Applaus vom Gemeinderat: Was angesichts der guten Wildsteiger Zahlen 2015 sicher auch kein Wunder ist.

Bürgersammlung

Ein „Sehr gut“ für Wildsteig

Wildsteig - Die Gemeinde Wildsteig steht auf soliden Säulen. Dafür sorgten 2015 gute Einnahmen. Dies war die Kernaussage bei der Bürgerversammlung. Doch es gibt Ausgaben, die schmerzen richtig.

Vor einem Jahr hatte sich Wildsteigs Rathauschef Josef Taffertshofer bei der Bürgerversammlung versöhnlich gegeben. Er sei überzeugt, „dass wir uns zusammenraufen werden“, sagte er nach Startschwierigkeiten im Gremium in Richtung der anwesenden Gemeinderäte. Zwölf Monate später lobte Taffertshofer die Räte ausdrücklich für die konstruktive Zusammenarbeit. Überhaupt zog das Dorfoberhaupt am Dienstagabend vor rund 50 Zuhörern in der Gemeindehalle eine positive Bilanz des vergangenen Jahres – vor allem in wirtschaftlicher Sicht.

Wildsteig wächst weiter

Sein Fazit: Wildsteig wächst weiter – von den Einwohnern her („Dem demographischen Wandel können wir uns noch erfolgreich entgegenstemmen“) über den Fremdenverkehr („Die Gemeinde investiert nicht unerheblich, da muss auch ein Ergebnis kommen“) bis hin zum Haushalt. Bei letzterem listete Taffertshofer sichtlich zufrieden die größten Einnahmebrocken auf. Die Kommune profitiert merklich von der guten Konjunktur. Satte 514 600 Euro flossen aus der staatlichen Schlüsselzuweisung auf das Gemeindekonto. „Die ist für uns überlebenswichtig“, betonte Taffertshofer. Ein extra Lob bekamen die örtlichen Betriebe ab, sie sorgten mit über 143 000 Euro für ein dickes Plus bei der Gewerbesteuer. „Viele Jahre haben wir ein Aufkommen gehabt, was zu vernachlässigen war.“ Jetzt bewege sich der Haushaltsposten „auf einem stabil hohem Niveau“, freute sich der Bürgermeister.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die kleine Gemeinde ächzt unter der Hauptausgabe: der Kreisumlage. Dass Wildsteig 2015 fast 463 000 Euro an den Landkreis abdrücken musste, tat richtig weh. Vor allem, weil damit die schöne Schlüsselzuweisung „fast durchläuft“, wie die Anwesenden zu hören bekamen. Der Bürgermeister machte deutlich, dass irgendwann eine rote Linie überschritten ist: „Wir haben keine Möglichkeiten mehr.“ Eigentlich verteidigt Taffertshofer, der im Kreistag sitzt, stets die Umlage als einzige Einnahmequelle Weilheim-Schongaus, doch jetzt ist seine Geduld am Ende. Erst jüngst hatte er das 50-Millionen-Euro-Bauvorhaben der Weilheimer Berufsschule kritisiert und als „architektonische Spielereien“ bezeichnet.

Kindergarten bleibt Wermutstropfen

Ein Wermutstropfen in der Wildsteiger Jahresbilanz bleibt jedoch der Kindergarten. Die gemeindliche Einrichtung fuhr 2015 angesichts hoher Personalkosten und Beiträge an andere Kindergärten ein Minus von 91 900 Euro ein. Pro Kind blieb am Ende ein ungedeckter Betrag von rund 2100 Euro übrig. „Das ist natürlich ein Draufzahlgeschäft“, sagte der Rathauschef – allerdings sei es auch eine Investition in die Zukunft der Gemeinde.

Zum Jahresende aber konnte die Kommune trotzdem ihren Schuldenberg weiter abtragen und sogar stolze 417 800 Euro für Darlehenstilgungen und Investitionen in den Vermögenshaushalt schieben. Knapp über 650 000 Euro an Verbindlichkeiten sind es noch, 2015 war erfreulicherweise kein Darlehen nötig. Der Bürgermeister ist zufrieden: „Wir stehen momentan sehr gut da.“

Andreas Baar

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