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Trödeln und Shoppen in Schongau

Teuflischer Einkauf in der Schongauer Altstadt

Der Bürgersteigflohmarkt hat das Herz von Schongau zurückerobert - zusammen mit einer teuflisch guten Einkaufsmöglichkeit für modebewusste Damen.

Zurück zu den Wurzeln. Oder genauer gesagt zu den Flohmarkt-Anfängen. Erinnerungen wurden wach, als der Marienplatz am Wochenende voll von Ständen mit Trödelwaren war. Man hat es wieder gewagt: Der Bürgersteigflohmarkt von „Schongau belebt“ wurde auf den Marienplatz ausgeweitet. Erfolgreich. Irgendwann ist er eingeschlafen, der damals beliebte und sehr gut frequentierte Flohmarkt auf dem Marienplatz, umgezogen vor die Tore der Stadt. Mit dem Bürgersteigflohmarkt hat die Gruppe „Schongau belebt“ ihn wieder in die Stadt gelockt. Doch irgendwann sind die Dachböden geleert, geht das Material aus. Dann stehen vor den Häusern nur vereinzelt Stände. Also hat Organisatorin Beatice Amberg den Marienplatz wieder mit einbezogen. Für eine geballte Flohmarkt-Kulisse. Und das wurde angenommen. Wie zu guten alten Zeiten wurde zwischen Ballenhaus und Marienbrunnen wieder gefeilscht auf Teufel komm raus. Bis aus Landsberg waren Anbieter in Schongaus gute Stube gekommen, um Kurioses und Ausgefallenes anzupreisen. Dazwischen viele Kinder, die ihre Chance nutzen, mal ein ganz großer Trödler zu werden. Ein kleiner Wermuts-Tropfen: Das großartige Ambiente wurde ein wenig getrübt vom Motoren-Lärm. Bisweilen hatte man das Gefühl, an der Rennstrecke des Nürburgrings zu stehen. „Im Doppelpack geht’s besser“, muss sich Organisatorin Beatrice Amberg im Vorfeld gedacht haben. Deshalb hat sie neben dem Flohmarkt den „Weibsdeifi-Markt“ ins Leben gerufen. Klingt verwegen und macht neugierig. Soll es auch. Das Weib hat doch schon immer gelockt, warum nicht auch ein Weibsdeifi? Und wenn es dann auch noch vier dieser herrlichen Geschöpfe sind, muss doch die Bude voll werden. Das Weibsdeifi-Quartett Johanna, Lisa, Petra und Inge hat alles zusammengetragen, was Frau so liebt. Nicht abgelegte Ladenhüter-Sommerschluss-Verkaufsware. So richtig heiße Fetzen, mit denen man den Teufel aus der Reserve locken kann. Das nimmt die holde Weiblichkeit gerne an. Dieser ganz besondere „Kleiderbasar“ findet sich in den Räumen, in denen früher das „Frauenzimmer“ etabliert war. Nach dem Umzug stand das Geschäft leer. Da hatte Beatrice Amberg die Idee, dort den „Weibsdeifi-Markt“ einzuquartieren. In unregelmäßigen Abständen parallel zu anderen Aktionen von „Schongau belebt“. Eine gute Idee. Die Frauen danken es mit vollen Taschen, die sie aus dem Laden tragen. „Super Idee, schee habt’s ihr’s gmacht“: Das erste große Kompliment im weiblichen Stimmengewirr kommt ausgerechnet von einem Mann. Der hat für seine Freundin, die krank im Bett liegt, einen Häkel-Poncho entdeckt. Der Erfolg des Tages hat Beatrice Amberg die Entscheidung leicht gemacht, den „Weibsdeifi Markt“ am Freitag, 30. Oktober, zu wiederholen. Während der Nacht der Hexen wird der Markt von 18 bis 22 Uhr wieder im ehemaligen Raum vom „Frauenzimmer“ geöffnet sein. Für die Belebung der Schongauer Altstadt ein absoluter Gewinn.

Hans-Helmut Herold

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