AfD-Politiker abgewählt: Rechtsausschuss-Vorsitzender Brandner muss gehen

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Steingadens Bürger haben das Wort

24. und letzte Bürgerversammlung für Wörle

Sanierung des Fohlenhof-Ost- und Nordflügels, Anschluss an die Kläranlage Lechbruck, Straßen- und Wegebau, Breitbandausbau und Bau des Feneberg-Marktes sowie Versorgung des Ortskerns mit Nahwärme und Belebung des ehemaligen Zenetti-Ladens: Darüber hat Xaver Wörle auf seiner 24. und letzten Bürgerversammlung als Steingadener Bürgermeister die 110 Besucher im Gasthaus Graf informiert.

Steingaden – Für Xaver Wörle waren es am vergangenen Donnerstagabend emotionale Schlussworte am Ende der Bürgerversammlung im Gasthaus Graf: „Es ist eine große Erleichterung und auch eine gehörige Portion Wehmut, wenn ich im Mai 2020 das Amt abgebe.“ Es seien in seiner Zeit die Weichen für etliche Projekte gestellt worden.

Dabei erwähnte er den Umbau des Fohlenhofes-Ost- und Nordflügel für zehn Millionen Euro und den Anschluss an die Lechbrucker Kläranlage für weitere 3,5 Millionen Euro, den Wärmeringschluss und den Wegebau. Ihm sei es über all’ die 24 Jahre wichtig gewesen, „Mensch zu sein“. 60 bis 70 Stunden seien da oftmals in der Woche bei seiner Arbeit als ehrenamtlicher Bürgermeister zusammengekommen.

Wörle schimpfte aber auch auf die geradezu unheimlich gewachsene Bürokratie, die ihn fertig gemacht habe. Eine Gemeinde müsse eine Selbstverwaltung haben und nicht immer wieder „von oben eingebremst werden“. Seinem Nachfolger wünsche er alles erdenklich Gute.

Rückblickend auf die 24 Bürgerversammlungen meinte Wörle: „Da gab es hinterher keine zehn Wortmeldungen.“ Das sage doch sehr viel aus. Steingadens Rathauschef nahm sich Zeit dafür, im Schnelldurchlauf die Zuhörer darüber zu informieren, welche Maßnahmen seit der vergangenen Bürgerversammlung der Gemeinderat beschlossen, umgesetzt und geplant hat. So die Sanierung und den Ausbau (Heizung, Lüftung, Sanitäranlagen, Lift) des Fohlenhof Ost- und Nordflügels für rund zehn Millionen Euro. Dabei rechnet Wörle mit einem staatlichen Zuschuss von 50 Prozent. „Wir wollen, dass der Fohlenhof ein Zentrum für Bürger wird.“

Thema „Altes Pflegeheim“: Das befindet sich derzeit noch im Besitz der Verwaltungsgemeinschafts-Gemeinden Steingaden, Wildsteig und Prem. Noch sind dort 40 Asylsuchende untergebracht, aber auf weitere Sicht möchte die Gemeinde die Anteile von Wildsteig und Prem aufkaufen, um danach das Gebäude mit „generationsübergreifendem Leben zu füllen“.

Wer wird der neue Bürgermeister in Steingaden?

Thema Kläranlage: Da stand die Gemeinde vor der Entscheidung, Neubau einer Kläranlage oder Anschluss an den Abwasserzweckverband Lechbruck und Bernbeuren. Der Neubau hätte fünf Millionen Euro gekostet, der Anschluss an Lechbruck 3,5 Millionen Euro. „Eine absolut richtige Entscheidung“ ist daher laut Wörle ganz sicher der Anschluss an die Nachbar-Gemeinden.

Thema Zenetti-Laden in der Ortsmitte: Ein halbes Jahr sei „nach einer Superlösung gesucht worden“. Die wurde auch gefunden: Geplant ist ein Café, die Vermarktung regionaler Produkte und eine feste Bleibe für das Tourist-Büro. Derzeit sei man noch in der Phase der Vorplanung und Kostenschätzung, die für die Suche nach Geldgebern notwendig ist. „Da sind noch viele Hürden zu nehmen, aber wir sind dabei.“

Wörle erwähnte auch das noch verbliebene Neubaugebiet „Vogelau“, die fällige Sanierung der Mittelschul-Turnhalle, den Straßenbau Wies-Heller und Litzauer Straße für bis zu 150 000 Euro. Aber auch den weiteren Breitbandausbau, in den die Gemeinde bisher bereits eine halbe Million Euro investiert hat.

Thema Feneberg-Markt: Da fehle lediglich noch das Brandschutzgutachten. Wörle rechnet damit, dass der Rohbau, den ein Investor finanziert, im Frühjahr kommenden Jahres fertig sein könnte. Den 1200 Quadratmeter großen Innenausbau übernimmt Feneberg selbst. Es sei dann gut, einen hochwertigen Discounter im Ort zu haben.

Schließlich nahm sich Xaver Wörle noch Zeit, sich bei allen örtlichen Vereinen, den ehrenamtlich-engagierten Helfern wo auch immer im Ort, dem Gemeinderat und den Angestellten in der Gemeindeverwaltung zu bedanken. Namentlich nannte er dabei Max Zwisler und Max Hipp. „Und besonders bedanke ich mich bei meiner Frau Karin, die mir seit 23 Jahren den Rücken frei hält.“

Steingadens zweitem Bürgermeister Leo Eicher blieb dann noch Zeit, „a bissle was zu sagen“. In den 24 Wörle-Jahren habe die Gemeinde einen gehörigen Aufschwung erlebt. Da spendeten die 110 Besucher anhaltenden Applaus für die Arbeit des Bürgermeisters. Leo Eicher ist sicher, „er wird uns auch weiterhin unterstützen“.

WALTER KINDLMANN

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