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Ausblick auf 2017: In der Wildsteiger Gemeindehalle hörten Bürger und Gemeinderäte aufmerksam zu.

Bürgerversammlung in Wildsteig

Es wird ein teures Jahr

Der Gemeinde Wildsteig steht heuer ein teures Jahr ins Haus. Dorferneuerung, Breitband, und vielleicht der Beginn der Lourdes-Grotten-Sanierung – es gibt viele Großprojekte. Aber das Geld dafür ist da. Das wurde bei der Bürgerversammlung deutlich.

Wildsteig– Ausruhen gilt nicht. So lautet das Motto für Wildsteig. Wurde schon im vergangenen Jahr viel angepackt, stehen 2017 gleich zwei große Vorhaben auf der Tagesordnung. Darüber berichtete Rathauschef Josef Taffertshofer bei der Bürgerversammlung.Die rund 70 Anwesenden in der Gemeindehalle erfuhren, dass sich die kleine Kommune heuer finanziell mächtig ins Zeug legt. „Das wird ein Jahr mit großen Investitionen“, kündigte Taffertshofer an. Unterm Strich nehme die Gemeinde heuer um die 1,1 Millionen Euro in die Hand. Allein für die zwei Baulose der Ortsmitte-Umgestaltung im Rahmen der Dorferneuerung sind insgesamt 1,03 Millionen Euro angesetzt, abzüglich der Förderungen bleiben 645 000 Euro an der Gemeinde hängen. Weitere 184 000 Euro schießt die Kommune beim Breitbandausbau dazu. Insgesamt 998 000 Euro werden verbaut, dafür gibt es Glasfaser an jedes Haus. Wildsteig erhält 738 000 Euro aus dem bayerischen Fördertopf, die Telekom investiert nur einen geringen Teil mit. Der Vertrag mit dem Anbieter wurde im Oktober 2016 unterzeichnet, Baubeginn ist heuer. Das Breitband könnte im April 2018 in Betrieb gehen. Doch der Bürgermeister ist angesichts der ausgelasteten Tiefbaufirmen nicht sicher, ob der Zeitplan eingehalten wird. „Da können wir ein paar Fragezeichen dahinter machen.“

Bürgermeister Josef Taffertshofern berichtete.

Auf der Liste steht vor allem noch die Lourdes-Grotte: Steht die Finanzierung, könnte im Juni mit der Sanierung begonnen werden, hieß es. Bei dem denkmalgeschützten Sorgenkind – die 1908 eröffnete Wallfahrtsstätte ist seit Juli 2008 wegen Einsturzgefahr geschlossen – herrscht neue Zuversicht. Die katholische Pfarrpfründestiftung der Diözese München-Freising hatte als Besitzer die Bauträgerschaft auf die Gemeinde übertragen. Geschätzte Kosten: 600 000 Euro. Jetzt will Taffertshofer mögliche Fördergeber abklappern. Steht die Finanzierung kann der vorzeitige Baubeginn beantragt werden. Ein Zeitplan, denn der Rathauschef aber als „sehr sportlich“ bezeichnete.

Konkreter sieht es beim Heimat- und Kulturraum aus. Der Anbau an die Gemeindehalle steht, derzeit laufen die Installationen. Bis Mitte 2017 soll laut Taffertshofer alles fertig sein. Die Kosten für das eingeschossige Gebäude liegen bei rund 300 000 Euro, die Hälfte gibt die Dorferneuerung dazu. Und im Mai soll die Erschließung des Baugebiets „In der Elle“ mit seinen 13 Grundstücken abgeschlossen sein, dann können in Morgenbach die ersten Häuslebauer starten. Taffertshofer hat noch zwei Themen auf der Agenda: Die Nutzung des von der Gemeinde erworbenen Bäckereigebäudes und überhaupt eine Verbesserung der Nahversorgung im Ort. „Das ist ein Riesenthema.“

Bürgermeister: Haben solide Basis

Das nötige Geld wurde durch die sparsame Haushaltspolitik der vergangenen Jahre erwirtschaftet. Allein 443 000 Euro wurden 2016 dem Vermögenshaushalt zugeführt, eingeplant waren nur 266 000 Euro. Taffertshofer: „Das ist Geld, das wir ausgeben können.“ Investiert wurde 2016 kräftig: in das Baugebiet „Elle“, in den Geh- und Radweg zum Sportplatz, in den Küchenanbau an die Gemeindehalle. Dazu kommen Kreisumlage und ein Kindergartendefizit von 127 000 Euro. Gut, dass dank der brummenden Konjunktur die Steuereinnahmen mit insgesamt rund 1,3 Millionen Euro sprudelten. Obwohl der Schuldenstand fast verdoppelt wurde, ist der Bürgermeister dank des gefüllten Gemeindesäckels nicht bange: „Wir haben eine solide Basis.“

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