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Auch Altbürgermeister Andreas Keller (rechts) hörte unter den rund 80 Besuchern aufmerksam zu.

bürgerversammlung rottenbuch

Baders entspannte Bilanz

Rottenbuch - Diesmal ging es ruhiger ab: Bei der Rottenbucher Bürgerversammlung wurde nicht wie im Vorjahr über Asylbewerber gestritten. Der Bürgermeister zog eine positive Bilanz für 2015.

Vor einem Jahr feierte Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader eine schweißtreibende Premiere: Bei seiner ersten Bürgerversammlung musste er in der vollen Gemeindehalle erklären, warum dem kleinen Klosterdorf mit der Ammermühle eine große Asylbewerberunterkunft drohte. Zwölf Monate später konnte sich Bader nach seiner Rede entspannt zurücklehnen. Kritik gab es nicht und zur Ammermühle auch keine Debatte, unter den rund 80 Anwesenden saßen sogar Asylbewerber – und der Rathauschef hatte Positives zu berichten.

Das fing beim Kinderkrippen-Anbau am Kindergarten der Don-Bosco-Schwestern an: Der kostet laut Schlussrechnung 794 000 Euro – die Gemeinde übernimmt rund 240 000 Euro, der Löwenanteil wird über staatliche Zuschüsse finanziert, rund 60 000 Euro übernimmt der Träger. Geschätzt worden waren 810 000 Euro Kosten. „Auch bei der öffentlichen Hand gibt es nicht immer nur Kostensteigerungen“, musste Bader schmunzeln. Es ging weiter über die Waserversorgung in Schönegg mit ihren fast 400 000 Euro bis zum neu ausgewiesenen Baugebiet „Solder II“, wo bereits die ersten Häuser gebaut werden.

Rathauschef Markus Bader berichtete.

Den größten Raum nahm bei Baders Bericht aber das Breitband ein. Kein Wunder, ist die Gemeinde doch in das neue Bundes-Förderprogramm gerutscht. Wie berichtet, kann die Kommune dort mit einem maximalen Zuschuss von immerhin fast 1,8 Millionen Euro rechnen, im bayerischen Förderpaket waren es nur 880 000 Euro gewesen. Kein Wunder, dass Bader davon zufrieden berichtete, schließlich ist mit dem Geld ein Vollausbau mit dem schnelle Glasfaserkabel im gesamten Gemeindegebiet möglich. Davon hatte der Gemeinderat ursprünglich wegen der hohen Eigenkosten für die Kommune abgesehen. Was die Gemeinde nun selbst konkret investieren muss, ist allerdings unklar. Das Planungsvefahren ist jetzt erstmal komplett neu gestartet worden. Bader räumte denn auch einen Zeitverlust von „mindestens sechs Monaten“ im Breitbandausbau ein.

Apropos Ammermühle: Der Bürgermeister sprach natürlich die Asylbewerber-Unterkunft an. Laut Landratsamt sind aktuell 90 Personen untergebracht. Bader erwähnte „keine größeren Schwierigkeiten“ darin – lediglich der Brand im Dezember fiel aus dem Raster. Vom Bürgermeister gab es ein dickes Lob an den ehrenamtlichen Helferkreis, der unter anderem Deutschunterricht, Fahrradkurse, eine Kleiderkammer und Einkaufsfahrten organisiert: „Der Helferkreis läuft sehr, sehr gut.“

Am Ende gab es Applaus für den Rathauschef. Bader konnte zufrieden dreinschauen. So angespannt wie vor einem Jahr sah er nicht aus.

Andreas Baar

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