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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Voll besetzt war die Schwabsoier Gemeindehalle bei der Bürgerversammlung am Montagabend. Bürgermeister Siegfried Neumann (links, am Pult) berichtete unter anderem über die Arbeit des Gemeinderates.

Bürgerversammlung Schwabsoien

"Denke, Gasthaus-Kauf war in Eurem Sinne"

Schwabsoien - Feuerwehr, Finanzen, Gewerbe, Trinkwasser und Asyl: Groß war die Bandbreite an Themen bei der Bürgerversammlung in Schwabsoien.

„Für mich gibt es einen Slogan, eine Art Maxime, nach der wir auch im Gemeinderat arbeiten“, sagte Schwabsoiens Bürgermeister Siegfried Neumann zu Beginn der Bürgerversammlung vor rund 150 Bürgern in der Gemeindehalle: „Es lohnt sich, in Schwabsoien zu leben, wohnen und zu arbeiten.“ Und so berichtete Neumann anschließend über die verschiedensten Themen im Schwabsoier Gemeindeleben.

Froh sind die Schwabsoier über ihre Gewerbebetriebe: „Bis auf ein Grundstück sind alle Flächen im Gewerbegebiet nördlich der Schongauer Straße verkauft“, verkündete Neumann stolz. Dort würden sich sowohl örtliche als auch auswärtige Betriebe ansiedeln. Und die seien schließlich wichtig für Ausbildungs- und Arbeitsplätze, um wie gesagt in Schwabsoien wohnen und arbeiten zu können. Und nicht zuletzt als wichtige Gewerbesteuer-Zahler.

Stichwort wohnen allgemein: „Im Baugebiet Punzenberg sind alle Grundstücke verkauft“, führte Neumann weiter aus. Und es gebe jede Menge weitere Nachfragen von Bauwerbern. „Das und die Tatsache, dass vor allem junge Familien mit Kindern zu uns kommen, zeigt mir, dass es den Menschen hier gefällt.“ Allerdings müsse sich der Gemeinderat nun Gedanken machen, wo man weiteren Wohnraum schaffen könne. „Die Behörden wollen ja, dass die Ortskerne wiederbelebt werden“, so Neumann. „Und damit haben wir auch schon begonnen, etwa auf dem ehemaligen Schauer-Areal gegenüber des Rathauses und im weiteren Straßenverlauf.“

Für den Schluss seiner Ausführungen hatte sich Neumann das vermeintlich brisanteste Thema aufgespart: Den Ankauf des Gasthofs Post seitens der Gemeinde und die darin geplante Unterbringung von Flüchtlingen (wir haben berichtet). „Ich denke, das war auch in Eurem Sinne“, sagt Neumann in Richtung der anwesenden Bürger. War es wohl auch, denn von Seiten der Zuhörer gab es keine Kritik oder Nachfragen.

Lob bekamen Neumann und die Gemeinde für den Kauf des Gasthofs und die dort geplante Unterbringung von bis zu zwölf Flüchtlingen von Landrätin Andrea Jochner-Weiß: „Es ist hervorragend, dass sie das gemacht haben“, so die Landrätin. Natürlich könne sie die Ängste und Sorgen der Menschen verstehen, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen gehe. „Ich bitte Sie aber, gehen Sie offen und unvoreingenommen auf die Menschen zu, die haben Schreckliches erlebt und mitgemacht, sind ihrerseits auch ängstlich und oft traumatisiert.“

Wie Integration funktioniert und wie bereichernd es für beide Seiten sein kann, berichtete in der Bürgerversammlung die Schwabsoierin Manuela Müller. Sie und ihre Familie haben zwei junge Frauen aus Eritrea und deren zwei Kinder bei sich aufgenommen (wir haben berichtet). „Das funktioniert richtig gut“, so Müller über das Zusammenleben mit den beiden jungen Frauen und deren kleinen Kindern. „Natürlich ist es schwierig, weil sie weder Deutsch noch Englisch sprechen, aber dafür haben wir uns jetzt ein Wörterbuch nur mit Bildern gekauft, wo man draufzeigt, was man meint. Das klappt ganz gut.“

Wie Müller weiter berichtet seien die Frauen nach der Flucht und dem Erlebten noch sehr ängstlich und würden wenig vor die Tür gehen. „Aber sie sind sehr dankbar für alles.“ Kürzlich hätten die beiden Frauen Müller und ihre Familie zu einem eritreaischen Fest eingeladen, haben für sie gekocht. „Sie waren glücklich uns zu zeigen, was und wie sie essen, welche Musik sie hören, welche Tänze sie tanzen“, so Müller. „Der Tag hat uns und unseren Kindern viel gegeben.“

Müller appellierte an alle Schwabsoier, es ihr gleichzutun und ebenfalls – sofern möglich – Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. „Das sind ganz dankbare Leute, ich kann es nur befürworten und jedem ans Herz legen.“

Jochen Schröder

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