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Die Rottenbucher Kirchenorgel.

Kirchenorgel in Rottenbuch

Bund zahlt 300.000 Euro für Sanierung

Für die Rottenbucher ist das wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk: Vom Bundestagsabgeordneten Alexander Dobrindt kam jetzt die freudige Nachricht, dass der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bei seiner jüngsten Sitzung einen Zuschuss von 300 000 Euro für die Sanierung der Kirchenorgel in der Stiftskirche in Rottenbuch gewährt hat.

„Eine Supersache“, freuen sich Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader und Kirchenpfleger Josef Lorenz, die es fast nicht glauben können, was Dobrindt innerhalb weniger Tage in Berlin bewegt hat. Diese 300 000 Euro können die Rottenbucher dringend gebrauchen, denn ohne diesen Zuschuss könnten sie die Sanierung der maroden Kirchenorgel gar nicht in Angriff nehmen.

Dass Handlungsbedarf besteht, ist außer Zweifel. Die Orgel in Rottenbuch wurde in den Jahren um 1780 von Balthasar Freiwieß gebaut und ist heute eine absolute Rarität. „Nur in Irsee gibt es noch so eine Orgel“, weiß Kirchenpfleger Lorenz.

1960 hatte man schon einmal versucht, die Orgel zu sanieren, doch dies ist – aus heutiger Sicht – damals völlig misslungen. Die meisten Kirchenbesucher merken zum Glück nicht, wie es um den Zustand dieser Orgel bestellt ist. „Das liegt daran, dass die Organisten genau Bescheid wissen, welche Tasten sie nicht drücken dürfen – sonst würden manchmal ganz schräge Töne herauskommen“, weiß der Kirchenpfleger zu berichten.

Die letzte Befunduntersuchung liegt mittlerweile drei Jahre zurück. Damals ist die Firma Klais aus Bonn zu dem Ergebnis gekommen, dass rund 680 000 Euro für die Sanierung benötigt werden. Ein Betrag, den die Kirche nie und nimmer allein stemmen kann. Heuer im Frühjahr haben die Rottenbucher schon mal einen Zuschussantrag gestellt, „doch der ist aus dem Raster gefallen“, wie Bürgermeister Markus Bader berichtet.

Nach dem Pfarrerwechsel hat man sich in Rottenbuch noch einmal zusammengesetzt und das weitere Vorgehen beraten. „Warum nicht Dobrindt fragen“, dachten sich Bürgermeister, Pfarrer und Kirchenpfleger. Der Vorstoß beim Verkehrsminister und Bundestagsabgeordneten hat sich gelohnt. Rottenbuch hat einen neuen Antrag eingereicht und zwar beim Bundesministerium für Kultur und Medien in Berlin , dem Staatsministerin Monika Grütters vorsteht. Dort gibt es ein „Programm zur Sanierung und Modernisierung national bedeutsamer Orgeln“. Von dem können die Rottenbucher jetzt profitieren. Die Freiwieß-Orgel der Stiftskirche ist auf die Förderliste gesetzt worden. Nun kann die Kirchenverwaltung das Sanierungsprojekt weiter vorantreiben.

„Diese 300 000 Euro sind eine gute Basis“, sagt Kirchenpfleger Josef Lorenz. Vom Landesamt für Denkmalpflege erhofft man sich ebenfalls einen Zuschuss, und natürlich müssen auch die Eigenmittel herhalten. Ein Spendenaufruf wird kommen, auch bei der Gemeinde wird man um einen Zuschuss anklopfen.

„Erst wenn die Finanzierung gesichert ist, können wir dieses Riesenprojekt angehen“, deutet Kirchenpfleger Josef Lorenz an. Und das wird sicherlich noch einige Zeit dauern.

Michael Gretschmann

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