Gemeinderat Burggen

Bebauungsplan schmeckt Bürgern nicht

Burggen - Die Bebauungspläne der Gemeinde Burggen geben immer wieder Grund zu Diskussionen im Gemeinderat. Jetzt mucken Bürger auch in Tannenberg auf, weil sie im Baugebiet „Bachegart“ nicht so bauen dürfen, wie sie es gerne wollten.

„Viel zu pingelig“, kritisieren bauwillige Tannenberger den Bebauungsplan „Bachegart“, der vor rund 20 Jahren aufgestellt worden ist und genau festschreibt, wie dort gebaut werden darf. Wie z.B. die Fenster aussehen sollen und die Zäune, wie groß die Nebengebäude (Gartenhäuschen, Garage) sein dürfen, selbst die Farbe des Daches und deren Form und Neigung ist genau reglementiert.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Burggen entbrannte die Debatte, als die Bauvoranfrage zur Errichtung von zwei Einfamilienhäusern eingereicht wurde. Die entspricht nämlich ganz und gar nicht den Festlegungen des gültigen Bebaungsplans. Unter anderem hätten die Bauherren gerne ein Walmdach auf dem Haus, große Fenster ohne Sprossen („Damit mehr Licht reinkommt“) und ein Flachdach auf der Garage (für eine Terrasse) usw.

Wie soll der Gemeinderat entscheiden? 

Soll das Gremium alten Bebauungspläne überarbeiten? Diese Überlegung hat zweiter Bürgermeister Albert Bißle (er kommt aus Tannenberg) schon mal in den Raum gestellt. Auch Gemeinderat Dr. Stefan Schnack findet es schade, „wenn man so sehr reglementiert wird“. Aber was soll man denen sagen, die sich bisher an die Vorgaben des Bebauungsplans gehalten haben?

Mit einer Lockerung der Vorgaben bei gewissen Dingen könnte sich Gemeinderat Konrad Schindler durchaus anfreunden. Aber ein Walmdach passt seiner Meinung nach nicht in das Baugebiet „Bachegart“. Auch Gemeinderat Richard Lang ist kein Befürworter eines Walmdaches. „Das andere sollte man aber nicht so eng sehen“, gab er zu verstehen.

Apropos Walmdach: „Auch der Pfarrhof neben der Kirche hat ein Walmdach“, so der Hinweis der Antragsteller, die den Bürgermeister und die Gemeinderäte aufforderten, „ein bisschen mit der Zeit zu gehen“.

Wenn immer wieder von den Vorgaben eines Bebauungsplanes abgewichen werde, dann sieht Burggens Bürgermeister Joseph Schuster die Gemeinde in „Erklärungsnot“. Denn dann wären alle die benachteiligt, die sich bisher immer an die Richtlinien eines Bebauungsplan gehalten haben.

Das Walmdach sieht auch Schuster kritisch, ein Flachdach auf einer Garage hält er für „diskussionswürdig“. Und bei der Farbe der Dachplatten hätte der Bürgermeister am liebsten Rot, „denn wenn ich rote Dächer sehe, dann weiß ich wo ich bin.“ Was Gemeinderat Thomas Kirchhofer zu der Bemerkung veranlasste, dass Frankfurter Pfannen (Dachplatten) mit der Zeit auch dunkel werden...

Der Vorschlag im Gemeinderat: 

Die Bauherren sollen sich noch mal mit ihrem Architekten unterhalten, außerdem wird mit dem Landratsamt abgeklärt, inwieweit die Wünsche der Bauherren genehmigungsfähig sind.

Übrigens: In der gleichen Sitzung lag auch ein Antrag zum Umbau eines Wohnhauses sowie Neubau eines Garten- und eines Gerätehauses in Burggen vor. Auch bei diesem Bauantrag sind die Festsetzungen des Bebauungsplanes ganz und gar nicht eingehalten worden. Die Grundfläche der Nebengebäude beträgt sogar 90 Quadratmeter (anstatt 60).

Doch in diesem Punkt haben sich die Burggener Gemeinderäte auch in der Vergangenheit schon kompromissbereit gezeigt und zumindest 75 Quadratmeter bei der Grundfläche für Nebengebäude akzeptiert.

Michael Gretschmann

Rubriklistenbild: © dpa

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