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Burggen ist dabei: "Experiment" Nachtbus für sechs Monate

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Wenn es Nacht wird im Schongauer Land, herrscht im Nachtbus oft noch ausgelassene Stimmung.  foto: spe
Wenn es Nacht wird im Schongauer Land, herrscht im Nachtbus oft noch ausgelassene Stimmung. foto: spe

Burggen - Der Wunsch der Burggener Jugend ist Rathauschef Joseph Schuster Befehl. Deshalb will Burggen jetzt zumindest für ein halbes Jahr das Experiment Nachtbus wagen. Wie aus Burggen war auch aus den anderen Auerberggemeinden der Wunsch an den RVO herangetragen worden, eine weitere Nachtbuslinie einzurichten.

Eigentlich ist das „Unternehmen Nachtbus“ für den RVO ein gewaltiges Zuzahlgeschäft. Doch Manfred Plonner, der die Pläne ausarbeitet, hat offenbar ein großes Herz für die jungen Menschen. So soll eine weitere Nachtbuslinie (N 3 Süd-West) ins Leben gerufen werden, die auch Steingadener, Lechbrucker, Bernbeurer, Burgener und Hohenfurcher im Verbund mit ins Boot nimmt. Eine kleine Bitte verbindet Plonner mit diesem Zusatzservice allerdings. Eine Kostenbeteiligung der Gemeinden wäre wünschenswert, machte er in seinem Anschreiben an die Rathauschefs deutlich und schickte auch gleich einen Plan mit den Verbindungen mit.

Für den Burggener Gemeindechef ist eine Kostenbeteiligung „eine Frage der Seriosität“. Vor dem Gemeinderat machte er deshalb auch deutlich, „dass wir nicht nur fordern dürfen, sondern auch etwas geben müssen“. Wie viel das sein soll, darüber lässt sich allerdings noch rätseln, denn der Gemeinderat hat eine Entscheidung bislang vertagt. Dabei sind die Kosten erheblich, wie Manfred Plonner auflistete. Sie belaufen sich auf 27 000 bis 34 000 Euro bei gleichzeitigen Einnahmen von nur 5000 bis 10 000 Euro. „Da klafft ein gewaltiges Loch“, warb Schuster dann auch für finanzielle Unterstützung. Unterstützung in seiner Einschätzung fand er bei Sigrun Kögel, die meinte: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“

Doch nicht überall im gremium sieht man dringenden Bedarf. So meinte beispielsweise Dr. Stefan Schnack, „dass wir gut überlegen sollten, ob entsprechender Bedarf bei uns wirklich gegeben ist“. Dritter Bürgermeister Hans Baumer sprang Schnack zur Seite, meinte: „Ich denke, dass nach wie vor auch künftig Fahrgemeinschaften gebildet und zuvor festgelegt wird, wer nüchtern bleibt“. Und auch Ratskollege Stefan Jocher sieht die Sache „durchaus kritisch“.

Einen Versuchsballon wollen dennoch alle starten - für ein halbes Jahr. Und das auch unter Einbeziehung des Ortsteils Tannenberg. „Die liegen so weit vom Schuss ab, dass sie es verdient haben, auch angeschlossen zu werden“, meinte Schuster. Der will übrigens auch erreichen, dass bei der nächsten Zusammenkunft des Steuerkreises Auerbergland über eine Kostenbeteiligung gesprochen wird. „Dann sind alle betroffenen Bürgermeister anwesend, die ideale Plattform für eine Diskussion.“

Interesse am Nachtbus hat man übrigens auch in Bernbeuren, wie bei der jüngsten Sitzung am Dienstagabend deutlich wurde. Doch auch hier wurde die finanzielle Beteiligung vorerst ausgeklammert. Bürgermeister Heimo Schmid meinte nur: „Das zahlt der Landkreis.“ Doch auch in Bernbeuren kam aus den Reihen der Gemeinderäte die Frage nach einer Kostenbeteiligung. Fortsetzung folgt.

spe

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